Der Jahreswechsel rückt immer näher und damit auch die Planung der Feierlichkeiten rund um Weihnachten und Silvester. Die letzten beiden Jahre musste in Deutschland an Silvester auf das Feuerwerk verzichtet werden. Ein entsprechendes Verbot wurde zum Jahreswechsel 2020/2021 und 2021/2022 jeweils von Bund und Ländern aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen. Gibt es auch in im Jahr 2022 wieder ein Böllerverbot? Oder ist Feuerwerk zum Jahreswechsel 2022/2023 in Deutschland erlaubt? Alle Infos im Überblick.

Ist Feuerwerk an Silvester 2022 wieder erlaubt?

Nachdem die Menschen in Deutschland zwei Jahre lang auf Feuerwerk an Silvester verzichtet haben, wird es zum Jahreswechsel 2022/2023 voraussichtlich wieder lauter und bunter. 2020 und 2021 wurden ein Verkaufs- und Versammlungsverbot für Silvester und Neujahr verhängt, um die Krankenhäuser in der Corona-Pandemie vor Überlastung zu schützen. Die Verbote sollten dazu beitragen, Verletzungen beim Abbrennen von Feuerwerk in der Silvesternacht zu verhindern. In diesem Jahr sind für Silvester weder ein deutschlandweites Verkaufsverbot noch ein Ansammlungsverbot absehbar. Die Entscheidung über ein Böllerverbot zu Silvester liegt nun nach Auskunft des Bundesumweltministeriums bei den Städten und Landkreisen.
Es gibt dennoch strenge Regeln, was den Kauf von Feuerwerk in Deutschland betrifft. Es wird davon abgeraten, Pyrotechnik im Ausland oder Online zu kaufen. Wie genau die Regeln für den Kauf im Ausland sind, erfahrt ihr hier.

Böllerverbot: Wo ist Feuerwerk an Silvester 2022 in verboten?

Obwohl es zum Jahreswechsel 2022/2023 kein deutschlandweites Böllerverbot zu Silvester geben soll, sind auch am 31. Dezember 2022 bestimmte Bereiche für Feuerwerk tabu. Grundsätzlich gilt in ganz Deutschland: In unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen sowie besonders brandempfindlichen Gebäuden darf keine Pyrotechnik abgebrannt werden, also nicht geböllert oder Raketen gezündet werden. Einige Städte wollen außerdem Böllerverbotszonen einrichten. Was ist konkret geplant? Der aktuelle Stand in den Bundesländern im Überblick.

Bayern

In mehreren bayerischen Großstädten soll zu Silvester in diesem Jahr zumindest zonenweise das Böllern wieder verboten sein. So wird Feuerwerk in München innerhalb des Mittleren Rings nicht erlaubt sein, wie die Stadt der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. In Nürnberg bleiben die Verbotszonen im Bereich um den Hauptmarkt und die Kaiserburg nach Angaben der Stadt „zur Sicherheit der dort befindlichen Menschenmengen und von gesetzlich geschützten Gebäuden“ bestehen.
In Regensburg soll in der Silvesternacht ein Böllerverbot in der gesamten Altstadt gelten. Auch in Augsburg dürfe nicht in unmittelbarer Nähe von sogenannten Schutzobjekten geböllert werden, teilte das Ordnungsreferat mit. Außerdem gilt in Augsburg seit 2017 ein allgemeines Verbot von Feuerwerkskörpern und Pyrotechnik in Menschenansammlungen in öffentlichen Bereichen zu besonderen Anlässen wie Sportereignissen oder eben Silvester.

Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg planen einige Städte zum Jahreswechsel 2022/2023 ein Böllerverbot an Silvester. So gilt in der Tübinger Altstadt auch in diesem Jahr wieder ein Feuerwerksverbot. Und auch in Stuttgart ist wieder ein Verbot geplant.

Berlin

In Berlin soll es wie in den vergangenen Jahren auf dem Alexanderplatz eine Böllerverbotszone geben, außerdem im sogenannten Steinmetzkiez in Schöneberg nahe der Pallasstraße und in einigen Straßen in Alt-Moabit. Die Polizei wünscht sich mehr Verbotszonen, um die Einsatzkräfte zu entlasten. Die endgültige Entscheidung falle voraussichtlich im Dezember, teilte die Senatsinnenverwaltung mit.

Brandenburg

Die Städte des Landes Brandenburg planen aktuell noch kein Verbot von Feuerwerk zu Silvester 2022. „Aktuell sind bei uns keine Verbotszonen vorgesehen“, sagte Potsdams Stadtsprecherin Christine Homann. Auch in anderen Städten sind Böllerverbotszonen aktuell kein Thema. „Bei uns gab es in der Vergangenheit keine Böllerverbotszonen. Auch für diesen Jahreswechsel ist das nicht vorgesehen“, sagte etwa Eike-Kristin Fehlauer, Sprecherin der Stadt Oranienburg (Oberhavel). Das gilt auch für die Städte Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) und Frankfurt (Oder).

Bremen

In Bremen soll das seit dem Jahreswechsel 2020/2021 bestehende Böllerverbot im Bereich der Weser-Promenade Schlachte bestehen bleiben. Darüber hinaus gilt in Bremen schon seit längerem ein Feuerwerksverbot im Bereich denkmalgeschützter Bereiche wie dem Marktplatz mit dem Rathaus oder dem Schnoorviertel.

Hamburg

In Hamburg werden die Maßnahmen für Silvester 2022/2023 aktuell noch geprüft, erklärte ein Sprecher der Innenbehörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Es sei aber gut möglich, dass wieder ähnliche Vorgaben wie 2019 vor der Pandemie gelten werden. Damals habe es aus Sicherheitsgründen ein Böllerverbot rund um die Binnenalster gegeben.

Hessen

Die Stadt Frankfurt hat aktuell noch nicht entschieden, ob es zum Jahreswechsel 2022/2023 Maßnahmen wie ein Verbot von Feuerwerk geben soll. Aus anderen hessischen Städten gibt es aktuell noch keine Informationen.

Mecklenburg-Vorpommern

Die Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern rechnen nicht mit generellen Feuerwerksverboten an Silvester. Sowohl in Rostock, Schwerin, Greifswald, Stralsund, Wismar und Neubrandenburg planen die Verantwortlichen bisher lediglich mit den üblichen Sperrbereichen beispielsweise rund um Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheime sowie weitere feuergefährdete Gebäude.
In Rostock stellte der erste Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Chris von Wrycz Rekowski, fest: „Für ein generelles Böllerverbot müssten Bund und Länder die Voraussetzungen schaffen, was derzeit nicht bekannt ist. Durch gemeindliche Entscheidung kann dieses derzeit nicht festgesetzt werden.“ Die Stadt wolle dennoch prüfen, ob Verbotszonen aus Umweltschutzgründen eingerichtet werden müssen.
Einer Sprecherin der Landeshauptstadt Schwerin zufolge haben Umweltverbände wiederholt mit Verweis auf die Feinstaubbelastung auf ein Böllerverbot gedrungen, vorgesehen ist eine Einschränkung in diesem Jahr jedoch bisher nicht.

Niedersachsen

In Hannover gibt es seit dem Jahreswechsel 2018/2019 in bestimmten Bereichen der Innenstadt ein Verbot zum Mitführen und Abbrennen von Feuerwerkskörpern. Es sei davon auszugehen, dass auch zu diesem Jahreswechsel ein solches Verbot erlassen werde, teilte ein Sprecher mit. In Braunschweig, Oldenburg, Celle und Göttingen sind neben dem grundsätzlichen Verbot von Feuerwerk in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern und Co., sowie brandgefährdeten Gebäuden wie Reet- und Fachwerkhäusern keine weiteren Verbote geplant.

Nordrhein-Westfalen

Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, soll es in mehreren Großstädten Nordrhein-Westfalens an Silvester aus Sicherheitsgründen eine Böllerverbotszone geben. Konkrete Pläne dazu gibt es bereits in Köln, Düsseldorf und Bielefeld. So werde es etwa in Düsseldorf auch in diesem Jahr zum Jahreswechsel ein Mitführ- und Abbrennverbot für Feuerwerkskörper in der Altstadt geben, sagte eine Sprecherin der Landeshauptstadt.

Sachsen

In Sachsen sind zu Silvester 2022 bisher noch keine Böllerverbote geplant. Den Jahreswechsel können die Menschen in Sachsen nach jetzigem Stand wieder ausgelassen feiern. Die Kommunen planen keine Einschränkungen. Für ein umfassendes Verbot von Silvesterfeuerwerk gebe es derzeit keinen rechtlichen Rahmen, sage eine Sprecherin der Stadt Dresden. Das Ordnungsamt erreichten regelmäßig Anfragen, die das Abbrennen von größeren Feuerwerken beträfen. Kleinfeuerwerke könnten demnach am 31. Dezember und 1. Januar von jedermann ab 18 Jahren ohne vorherige Genehmigung abgebrannt werden. Die Stadt Chemnitz sieht ebenfalls keine Grundlage für ein Böllerverbot. „Das Verbot im vergangenen Jahr hatte den Infektionsschutz als Hintergrund“, sagte ein Sprecher der Stadt Leipzig. Dieser sei für diesen Jahreswechsel derzeit nicht gegeben. Auch in Zwickau sind laut Stadt derzeit keine Einschränkungen geplant. Die früheren Verbote im Landkreis Görlitz seien unter den Gesichtspunkten der öffentlichen Sicherheit und Ordnung sowie der Infektionsgefahr erfolgt, sagte die Sprecherin des Landratsamtes, Susanne Lehmann. Eine entsprechende Gefahrenlage sei derzeit nicht ersichtlich.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt darf zu Silvester 2022 größtenteils ohne Einschränkungen geböllert werden. Magdeburg und Halle wollen nach jetzigem Stand keine Böllerverbotszonen einrichten. Beide Polizeiinspektionen betonten aber, dass dies noch nicht mit Sicherheit feststehe. Auch die Stadt Dessau-Roßlau plant kein Verbot für bestimmte Orte. In Eisleben sind ebenfalls keine extra Böllerverbotszonen vorgesehen.

Gewerkschaft der Polizei fordert Feuerwerk-Verbot

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich für ein generelles Verbot des privaten Abbrennens von Silvesterfeuerwerk aus. Schon allein aufgrund der enormen und völlig unnötigen Schadstoffproduktion sowie der Müllberge auf den Straßen am Neujahrsmorgen sei dies eine für viele vielleicht schmerzhafte, aber sinnvolle Maßnahme, teilte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke mit. Dies gelte erst recht mit Blick auf das hohe Unfallrisiko - vor allem unter Alkoholeinfluss -, Böller- und Raketen-Angriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter, Sachbeschädigungen und die Belastungen vieler Menschen und Tiere durch Feuerwerk.
mit dpa