Bei mehreren Sozialen Medien ist es Montag, den 4. Oktober 2021 zu Störungen gekommen. In ganz Deutschland sind nach Angaben der Webseite „Chip.de“ beim Messenger WhatsApp Probleme gemeldet worden. Die Seite „Allestörungen“ zeigt, dass seit ca. 17 Uhr viele Nutzerinnen und Nutzer von Problemen berichten.

Facebook und Instagram nicht erreichbar

Ähnliches zeigt die Webseite über die beiden Dienste Instagram und Facebook: Seit 17 Uhr treten vermehrt Beschwerden auf. Über den Browser taucht bei Instagram die Meldung „5xx Server Error“ auf, Facebook zeigt eine Störungsmeldung.
Wie die Seite „The Verge“ berichtet, sind die Probleme ebenfalls in anderen Ländern der Welt zu beobachten. Demnach könnte die Panne den gleichen Ursprung wie vergangene Woche bei der Störung des Dienstes Slack haben.
Auf Twitter beklagten sich viele Menschen unter den Hashtags #instagramdown und #facebookdown über die Panne. Die Nachrichtenagentur AP schreibt, dass es immer mal wieder zu Störungen bei Webseiten kommen kann, aber dass eine globale Störung eher selten vorkommt.

WhatsApp, Facebook, Instagram offline

Für einige Web-Experten sah es nach einem Problem mit dem DNS-Service aus. Dieser Dienst sorgt unter anderem dafür, dass mit Buchstaben eingetippte Website-Namen in die IP-Adressen übersetzt werden, damit diese angesteuert werden können.
Der Technik-Chef des Cloud-Dienstleisters Cloudflare, John Graham-Cumming, verwies darauf, dass Nutzer und auch Software weiterhin versuchten, Facebook-Dienste anzusteuern. Das sorge für einen massiven Anstieg der Auslastung anderer DNS-Dienste, schrieb er bei Twitter.
Auf den Störungsplattformen meldeten Nutzer zum Teil Probleme auch mit anderen Online-Diensten, die sich jedoch zunächst nicht weiträumig bestätigten. So liefen beim großen Web-Dienstleister AWS von Amazon, auf den viele Start-ups und große Unternehmen zurückgreifen, laut der Status-Seite alle Angebote normal.
Zwei namentlich nicht genannte IT-Sicherheitsexperten von Facebook sagten der „New York Times“, eine Cyberattacke als Auslöser der Probleme erscheine unwahrscheinlich. Denn die Technologie hinter den einzelnen Apps des Konzerns sei zu unterschiedlich, um sie mit einer Cyberattacke alle gleichzeitig offline zu bringen.
DNS-Störungen passieren immer wieder mal. So hatte eine davon im Juli dafür gesorgt, dass zahlreiche Websites zeitweise nicht erreichbar waren. Auslöser waren damals Probleme beim Web-Dienstleister Akamai. Die Zentralisierung der Netz-Infrastruktur bei großen Anbietern sorgt dafür, dass der Ausfall bei einer Firma gleich viele Dienste und Websites vom Netz reißen kann.
Auch Anfang Juni waren bereits zahlreiche Websites weltweit nach einer Störung beim Cloud-Dienst Fastly rund eine Stunde nicht erreichbar gewesen. Damals betroffen waren unter anderem die Seite der britischen Regierung, die Plattform Reddit sowie die Nachrichtenportale des „Guardian“, der „New York Times“, der „Financial Times“ und der französischen Zeitung „Le Monde“.

Reaktionen auf Twitter: Lösung wird gesucht

Mit dem Twitter-Account von WhatsApp reagierte der Messenger auf die Probleme. Die Störung sei bekannt, man arbeite an einer Lösung. Sobald es ein Update gibt, werde es hier gepostet. Ähnliches posteten die Twitter-Accounts von Facebook und Instagram.
Allein schon für den Austausch über den Ausfall schlug die Stunde von Twitter - und der Facebook-Konkurrent war sich dessen bewusst. „Willkommen buchstäblich alle“, twitterte der Account des Kurznachrichtendienstes.
Für Facebook, das gerade in den USA unter verstärktem politischen Druck steht, war ein mehrstündiger Ausfall eine blamable Krönung ohnehin schlechter Wochen. Twitter war entsprechend voller Scherze darüber, wie das Verschwinden von Facebook alles auf einen Schlag besser gemacht habe, bis hin zum Weltfrieden.

Facebook offline am Tag nach Enthüllungen von Whistleblowerin

Der Vorfall erfolgte einen Tag, nachdem die frühere Facebook-Mitarbeiterin Frances Haugen sich nach Enthüllungen über schädliche Auswirkungen der Facebook-Plattformen für Jugendliche als Whistleblowerin zu erkennen gegeben hatte. Sie wirft ihrem ehemaligen Arbeitgeber unter anderem vor, Profit systematisch über Sicherheit zu stellen. Das Unternehmen, dem auch die Online-Dienste Instagram und WhatsApp gehören, steht deshalb stark in der Kritik.