Wegen hoher Corona-Inzidenzen will die Bundesregierung Österreich, Tschechien und Ungarn nach Informationen der Funke Mediengruppe an diesem Freitag zu Hochrisikogebieten erklären. Wie die Zeitungen berichten, soll die Einstufung am Sonntag in Kraft treten.
Gesundheitsminister Jens Spahn bestätigte bei einer Pressekonferenz am Freitag, dass Österreich ab Sonntag (14.11.) als Risikogebiet eingestuft wird. Am Nachmittag bestätigte das RKI die Einstufung auch für Tschechien und Ungarn. Mit Österreich und Tschechien werden erstmals seit vielen Wochen wieder zwei Nachbarländer Deutschlands auf die Risikoliste gesetzt.
  • Wie ist die Corona-Lage aktuell in Tschechien?
  • Was bedeutet die Einstufung für die Einreise aus einem Hochrisikogebiet?
  • Sind kurze Grenzübertritte möglich?

Hochrisikogebiete: Corona-Lage in Tschechien aktuell

In Tschechien steigen die Inzidenzen stark an. Nach Angaben der Seite corona-in-zahlen.de liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Tschechien aktuell bei 595,3. Damit ist die Inzidenz mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Impfquote im Land ist auch niedriger als in Deutschland: Lediglich 57 Prozent der Bürgerinnen und Bürger sind vollständig geimpft.

Was bedeutet die RKI-Einstufung für Grenzgänger?

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.
Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Das gilt auch für kurze Grenzübertritte.
 Geimpfte und Genesene können die Quarantäne abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.
Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet ist automatisch auch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts verbunden. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.

RKI-Risikogebiete: Erleichterungen für Reisen in die USA

In der Europäischen Union hatte es im Spätsommer zwischenzeitlich gar keine Corona-Hochrisikogebiete gegeben. In den vergangenen Wochen wurden aber bereits die Slowakei, Litauen, Rumänien, Kroatien, Bulgarien und Slowenien wieder auf die Risikoliste gesetzt. Nun kommen drei weitere EU-Länder hinzu, außerdem das südostasiatische Laos. Insgesamt werden damit ab Sonntag weltweit wieder fast 70 Länder vom RKI ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete geführt.
Von der Risikoliste gestrichen werden die USA. Das erleichtert den Reiseverkehr zwischen Deutschland und Amerika weiter. Seit Montag ist für Millionen EU-Bürger die Einreise in die USA wieder möglich, sofern sie vollständig geimpft und zusätzlich negativ auf das Coronavirus getestet sind. Aus den USA können künftig auch wieder Ungeimpfte nach Deutschland einreisen, ohne in Quarantäne zu müssen.
Mehr zu Corona und den Folgen in Brandenburg und Berlin gibt es auf unserer Themenseite.