In Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung am Freitagmorgen mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser.
Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein nicht abstellbarer Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

NRW: Rhein-Erft-Kreis ruft Katastrophenfall aus - Landrat appelliert

Der Krisenstab im Rhein-Erft-Kreis in Nordrhein-Westfalen hat nach den andauernden starken Regenfällen den Katastrophenfall ausgerufen. Wegen der Hochwasserlage entlang der Erft bestehe die Gefahr, dass sich die bisher örtlich begrenzte Lage neben Erftstadt auch auf Kerpen, Bergheim und Bedburg ausweiten könnte, heißt es in einer Pressemitteilung von Donnerstag. Die kreisangehörigen Kommunen wurden aufgefordert, „die notwendigen Maßnahmen des Bevölkerungsschutzes wie insbesondere Evakuierungen und Unterbringungen vorzubereiten und vorzunehmen“.

Einsatz von Feuerwehr, Polizei, Städten und TTW nach massiven Regenfällen

„Wir durchleben gerade eine Krise, deren Dimensionen heute noch nicht abschätzbar sind“, sagte Landrat Frank Rock. Die extreme Wetterlage fordere schon jetzt den massiven Einsatz von Feuerwehr, Polizei, Städten, Stadtwerken, Technischem Hilfswerk und vielen anderen Helfern im ganzen Rhein-Erft-Kreis. „Der soziale Zusammenhalt und die Solidarität aller Bürgerinnen und Bürger ist in dieser schwierigen Zeit nun wichtiger mehr denn je. Helfen Sie bitte Nachbarn, Kindern, Älteren und mobilitätseingeschränkten Personen“, sagte der Landrat.

Hochwasser nach Unwetter in Rheinland-Pfalz und NRW

In Euskirchen droht ein Dammbruch der Steinbachtalsperre. Die A61 ist gesperrt, Bewohner in Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim werden evakuiert. Alle Informationen zu den aktuellen Entwicklungen an der Steinbachtalsperre in diesem Artikel.

23 Landkreise in NRW von Überschwemmungen betroffen

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Nach Angaben des BBK auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur waren dies (Stand Donnerstagabend):
  • Oberbergischer Kreis
  • Rhein-Sieg-Kreis
  • Mettmann
  • Heinsberg
  • Düren
  • Hochsauerlandkreis
  • Rheinisch-Bergischer Kreis
  • Wuppertal
  • Rhein-Erft-Kreis
  • Bochum
  • Hagen
  • Mülheim an der Ruhr
  • Euskirchen
  • Essen
  • Ennepe-Ruhr-Kreis
  • Köln
  • Leverkusen
  • Solingen
  • Märkischer Kreis
  • Oberhausen
  • Unna
  • Düsseldorf
  • Bottrop

Bundeskanzlerin Merkel sagt Betroffenen Hilfe zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen Hilfen zugesagt. "Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht", sagte Merkel nach dem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington. Merkel erklärte, ihr gehe das Leid der Betroffenen sehr nahe. Sie habe sich den ganzen Tag lang über die Katastrophe informieren lassen.
Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu "Todesfallen" geworden seien.

Flutkatastrophe im Westen Deutschlands

Dauerregen und Unwetter haben im Westen Deutschlands Flüsse und Bäche in reißende Fluten verwandelt. Es gibt viele Tote und Vermisste. Politiker eilen in die Katastrophengebiete in NRW und Rheinland-Pfalz.
In der Eifel sind nach Unwettern und starkem Regen mindestens sechs Häuser eingestürzt. Weitere Häuser in der Gemeinde Schuld im Kreis Ahrweiler sollen einsturzgefährdet sein.