USA und Venezuela
: Konflikt verschärft sich – Maduro ruft Bevölkerung zu den Waffen

Vor dem Hintergrund zunehmender Spannungen mit den USA rekrutiert Venezuela aktuell weitere Milizionäre.
Von
David Hahn
Berlin
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Venezuela rekrutiert weitere Milizionäre: 23.08.2025, Venezuela, Valencia: Ein Mann salutiert, nachdem er sich während einer von der Regierung von Präsident Maduro einberufenen nationalen Rekrutierungskampagne auf dem Militärstützpunkt Fort Paramacay für die Zivilmiliz eingeschrieben hat. Der Ton zwischen Washington und Caracas wird wieder schärfer. Präsident Maduro ruft die Venezolaner zu den Waffen. Experten bezweifeln allerdings die militärische Schlagkraft der Miliz. Foto: Jacinto Oliveros/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Mann salutiert am 23.08.2025 in Venezuela, Valencia nachdem er sich während einer von der Regierung von Präsident Maduro einberufenen nationalen Rekrutierungskampagne auf dem Militärstützpunkt Fort Paramacay für die Zivilmiliz eingeschrieben hat.

Jacinto Oliveros/AP/dpa

Die Spannungen zwischen Venezuela und den Vereinigten Staaten nehmen erneut zu. Präsident Nicolás Maduro hat die Bevölkerung aufgerufen, sich der staatlichen Miliz anzuschließen, um dem „Imperialismus“ die Stirn zu bieten. Das berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 23. August 2025.

USA-Venezuela-Konflikt: Maduro ruft Freiwillige in die Miliz

In Kasernen und auf öffentlichen Plätzen im ganzen Land haben sich bereits zahlreiche Freiwillige bei der paramilitärischen Truppe angemeldet. Der staatliche Fernsehsender Telesur berichtete von langen Schlangen an den Registrierungsstellen.

„Wir rufen das ganze Volk dazu auf, die Reihen zu schließen und der Miliz beizutreten“, sagte der venezolanische Präsident Nicolás Maduro laut dpa. „Wir sagen dem Imperialismus: Schluss mit deinen Drohungen. Venezuela lehnt dich ab. Venezuela will Frieden.»

Nach Angaben der Regierung gehören der Miliz derzeit rund 4,5 Millionen Menschen an. Darunter sind neben Reservisten auch zahlreiche Mitglieder der sozialistischen Regierungspartei, Mitarbeiter von staatlichen Unternehmen und Rentner. Experten zweifeln allerdings an der tatsächlichen militärischen Schlagkraft.

Druck der USA auf Venezuela wächst

Der Konflikt zwischen Caracas und Washington hatte sich zuletzt verschärft. Nach Medienberichten wurden zwei US-Kriegsschiffe vor die venezolanische Karibikküste entsandt. Offiziell soll damit der Drogenschmuggel bekämpft werden.

Zudem erhöhte die US-Regierung das Kopfgeld für Informationen, die zur Festnahme von Präsident Maduro führen. Die Summe liegt nun bei bis zu 50 Millionen Dollar (etwa 43 Millionen Euro). Die US-Justiz wirft Maduro vor, in internationale Drogengeschäfte verwickelt zu sein.