In diesem Jahr findet in Deutschland mal wieder eine Volkszählung statt. Alle zehn Jahre müssen EU-Mitglieder einen solchen Zensus durchführen. Der Zensus 2022 hätte eigentlich schon 2021 stattfinden sollen. Wegen der Corona-Pandemie hat man sich jedoch entschieden, die Zählung um ein Jahr zu verschieben. Am 15. Mai 2022 beginnt also die Zählung, die zwölf Wochen lang andauern wird.
  • Was ist der Zensus?
  • Wer wird befragt?
  • Ist die Teilnahme verpflichtend oder darf man verweigern?
  • Wer sind die Interviewer?
  • Welche Fragen werden gestellt?

Was ist der Zensus?

Das Wort „Zensus“ kommt aus dem lateinischen „cencus“ und bedeutet „Begutachtung, Schätzung, Volkszählung“. Beim Zensus werden also die Menschen, die in einem Land leben, erfasst. Es werden wichtige Personendaten wie Namen, Wohnorte, Berufe, Geschlechter und Staatsangehörigkeiten aufgenommen, damit der Staat weiß, wer in dem Land lebt.

Warum gibt es einen Zensus?

Regelmäßige Volkszählungen sind notwendig, um zu wissen, welche Bedürfnisse das Volk hat. Aufgrund dieser Daten können Städte, Gemeinden aber auch Länder planen und diese Pläne an die Bedarfe der Bevölkerung anpassen. So wissen Städte dadurch zum Beispiel, wie viele Wohnungen sie bauen müssen, oder wie viele Kindergartenplätze benötigt werden oder wie die Gesundheitsversorgung in der Region aussehen muss. Es ist aber auch wichtig, um zu wissen wie Wahlkreise aufgeteilt werden müssen und wieviel Geld die Länder bekommen müssen.

Zensus 2022: Wer wird befragt?

Beim diesjährigen Zensus werden 30 Millionen Menschen über einen Zeitraum von zwölf Wochen befragt. Per Zufallsverfahren werden Anschriften ausgewählt, an denen alle dort lebenden Personen befragt werden. Das sind etwa 10,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger. Außerdem werden alle Bewohnerinnen und Bewohner in Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften gezählt. Die Gebäude- und Wohnungszählung richtet sich an alle 23 Millionen Wohnungs- und Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümer.
Die ausgesuchten Bürgerinnen und Bürger werden von ihren Interviewern angeschrieben. Man muss sich also nirgends anmelden. Alle Wohnungseigentümer werden per Post kontaktiert.

Muss ich beim Zensus mitmachen?

Die Teilnahme am Zensus ist für alle verpflichtend. Wer ausgewählt wurde, muss also die Fragen beantworten. Wer verweigert, muss eine Strafe bezahlen. Die Höhe der Strafe bestimmen die Bundesländer, sie kann theoretisch bis zu 5.000 Euro betragen.

Zensus 2022: Wer sind die Interviewer?

Jede Person kann sich bei ihrer kommunalen Verwaltung melden, um Interviewer für die Volkszählung zu werden. Bis zum 15. Mai 2022 werden Leute gesucht, die bei der Erhebung der Daten helfen wollen und können.

Gibt es eine Aufwandsentschädigung für den Zensus?

Für Interviewer gibt es eine Aufwandsentschädigung von bis zu 1000 Euro. Wer mitmacht, kann sich die Termine so legen, wie er oder sie möchte. Vor der Datenerhebung gibt es Schulungen für Interviewer. Alle Interviews müssen in Person geführt werden.

Zensus 2022 Fragebogen: Welche Fragen werden gestellt?

Beim Zensus gibt es sowohl eine Online-Befragung als auch eine Befragung mit einem Interviewer in Person. Grund für die doppelte Befragung ist es, sicherzustellen, dass die angegeben Informationen auch stimmen.
Die Online-Befragung dauert in der Regel 5 Minuten, die persönliche Befragung 15 Minuten. Es gibt drei Themenfelder: Demografie, Bildung und Erwerbstätigkeit. Hier auf dieser Seite können die Musterfragebogen angeschaut werden.
Der Online-Fragebogen der Bevölkerungszählung wird neben Deutsch auch in 14 weiteren Sprachen angeboten (Arabisch, Bulgarisch, Englisch, Französisch, Griechisch, Italienisch, Kroatisch, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Spanisch und Türkisch).