Linde Rosenmüller, die stellvertretende Vorsitzende des Mühlenvereins Ketzür, schätzt, dass weit mehr als 400 Besucher in das 250-Seelendorf gereist waren, um das Bauwerk zu besichtigen. Doch wer die Mühle auch von innen sehen wollte, hatte es gar nicht so leicht. Der Andrang war so groß, dass sich vor der Treppe zeitweise eine Warteschlange bildete und das eigentlich recht geräumige Innere des Gebäudes plötzlich sehr eng erschien. Diplom-Windmüller Jan Dijkstal, der den Gästen die Funktionsweise der zwei alten Mahlwerke erklärte, ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen. Geduldig beantwortete er eine Frage nach der anderen und berichtete auch aus seinem eigenen Leben. Dijkstal, ein gebürtiger Holländer, hat nach seiner Pensionierung in Deutschland eine Ausbildung zum Windmüller absolviert und öffnet seitdem jeden Sonntag die Pforten der Mühle in Ketzür. „Er arbeitet ehrenamtlich und kommt extra aus Wustermark hierher. Für uns als Förderverein ist das ein echter Glücksfall, da wir auf freiwillige Unterstützung angewiesen sind“, so Linde Rosenmüller.
Freiwillige Unterstützung bekam der Förderverein beim Mühlenfest auch von den Dorfbewohnern: Sie hatten Kuchen gebacken, den sich die Gäste auf der Wiese am Fuße der Mühle schmecken lassen konnten. Mit Harfe und Gesang sorgten Carola und Camilla Pinder aus Potsdam für die musikalische Umrahmung des Festprogramms. Zwei Vertreter des Altstädter-Vereins aus Brandenburg machten neugierige Besucher an einem Holzbackofen mit der Kunst des Brotbackens vertraut. Auch der Nachwuchs durfte Hand anlegen und mit eigener Muskelkraft Getreide mahlen, Teig kneten, filzen oder auf dem Tastlehrpfad die Sinne erproben.