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Konflikte
Wiege des syrischen Aufstands fällt zurück an Assad

Syrische Polizisten halten eine syrische Flagge hoch. Die Rebellen haben die Stadt Daraa im Süden des Landes aufgegeben.
Syrische Polizisten halten eine syrische Flagge hoch. Die Rebellen haben die Stadt Daraa im Süden des Landes aufgegeben. © Foto: ---/Syrian Arab New Agency/dpa
dpa-infocom / 12.07.2018, 18:40 Uhr
Damaskus (dpa) Mehr als sieben Jahre nach dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien hat die Regierung einen weiteren wichtigen Erfolg mit großer Symbolwirkung erzielt. Die Rebellen gaben die Stadt Daraa im Süden des Landes auf, die als Wiege des Aufstands gegen Präsident Baschar al-Assad gilt.

Anhänger des Machthabers hissten am Donnerstag die syrische Flagge über dem Teil Daraas, der noch in den Händen von Aufständischen war, wie die staatliche Agentur Sana meldete.

Rebellensprecher Ibrahim Dschabawi bestätigte, die Regierungsgegner hätten zuvor eine Einigung mit Russland, dem Verbündeten Syriens, erzielt. Demnach geben die Rebellen in Daraa ihre schweren Waffen ab. Sie hatten zuletzt noch einen Teil der Stadt kontrolliert, wurden dort aber von den Regierungstruppen eingeschlossen.

Sana zufolge betraten Einheiten der syrischen Armee Daraas bisheriges Rebellengebiet, um die syrische Flagge zu hissen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte machten sie dort Bilder und zogen danach wieder ab. Aktivisten erklärten, es hielten sich weiterhin Aufständische in der Stadt auf. Rebellensprecher Dschabawi teilte mit, das ausgehandelte Abkommen sehe nicht vor, dass dort Regierungstruppen einrückten.

Der Geheimdienst hatte im Frühjahr 2011 eine Gruppe von Schülern in Daraa festgenommen und gefoltert, die regierungsfeindliche Graffiti an Wände gesprüht hatten. Nach den Festnahmen kam es in der Stadt zu Protesten, gegen die die Regierung mit Gewalt vorging. Mittlerweile sind in dem Bürgerkrieg mehr als 400.000 Menschen ums Leben gekommen.

Syriens Armee kontrolliert inzwischen mehr als 80 Prozent der Provinz Daraa, wie regierungsnahe Medien und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldeten. Regierungsgegnern bleibt in der Region ein Streifen an der Grenze zu den von Israel besetzten Golanhöhen. Ein Gebiet wird dort auch noch von einem Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beherrscht, der am Donnerstag die Kontrolle über einen weiteren Ort gewinnen konnte.

In der Region sind Zehntausende Menschen auf der Flucht vor Kämpfen und den Regierungstruppen. Die Hilfsorganisation Oxfam warnte, Tausende seien von Hilfslieferungen abgeschnitten. In den heißen Sommermonaten benötigten sie dringend Unterkünfte, Wasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung.

Russland, die USA und das Nachbarland Jordanien hatten sich vor rund einem Jahr auf eine sogenannte Deeskalationszone für Daraa geeinigt. Regierungstruppen begannen im Juni dennoch eine Offensive, die von Moskaus Luftwaffe unterstützt wird. Den größten Teil der Provinz konnten Assads Anhänger nach Abkommen mit Rebellen übernehmen, die unter russischer Vermittlung ausgehandelt wurden. Mit Daraa verlieren Syriens Rebellen eines der letzten Gebiete unter ihrer Kontrolle. Ihre verbliebenen Hochburgen liegen im Nordwesten des Landes.

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Paul Müller 15.07.2018 - 13:27:21

Komm Harald, lass uns über das Wetter schreiben ...

... draussen scheint die Sonne, ich döse hier im Liegestuhl, Frauchen planscht mit den Kindern rum und das Wasser hat eine Temeratur von 32 C ... wenn das nicht jetzt nicht stehen bleibt, dann weiss ich auch nicht weiter ...

Harald Meier 13.07.2018 - 02:02:18

Es wird immer peinlicher, Paulchen...

... jetzt verweist du auf Thierry Meyssan. "Thierry Meyssan, Meister der Verschwörungen" siehe https://www.lexpress.fr/actualite/societe/conspirationnisme-thierry-meyssan-le-maitre-a-fausser_1672294.html Der Arbeiteraufstand von 1953 war für dich bestimmt auch ein "konterrevolutionärer faschistischer Putsch" gelenkt von westlichen Geheimdiensten. Gleiches versucht man, nach alter Sudel-Ede-Manier, auf Syrien zu projizieren. Wer sein eigenes Volk abschlachtet hat jegliche Legitimation verloren es weiter zu führen.

Paul Müller 13.07.2018 - 01:00:17

Mensch Harald, an intellektueller „Seriösität“ solls jetzt aber nicht scheitern ...

... https://linkezeitung.de/2018/07/11/wofuer-steht-die-schlacht-von-daraa/ Und zum Thema selbst vielleicht auch noch ein Kommentar ?

Harald Meier 13.07.2018 - 00:25:57

BILD war dir wohl noch zu seriös...

... daher bist du jetzt bei den DWN angelangt. :-D

Harald Meier 13.07.2018 - 00:19:07

DWN, Paulchen?!

Sudel-Ede wäre stolz auf dich, dass du die Märchen von denen glaubst. Lt. den DWN gibt es den Euro seit 2012 nicht mehr und Westeuropa inkl. deinem Fluchtziel Schweiz würde in einem Staat aufgegangen sein. Dies erfuhren die Möchtegern-Journalisten aus verdammt sicheren Quellen schon vor längerer Zeit. Trat nur niemals ein.

Paul Müller 12.07.2018 - 23:25:41

Unsinn ...

... westliche US-Lakaien haben diesen syrischen Konflikt über einen Stellvertreterkrieg doch mit Absicht eskalieren lassen ! Der US-Klassiker: Destabilisierung von Regierungen durch finanzielle Unterstützung lokaler Verbrecherbanden ... https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/08/31/schmutzige-deals-worum-es-im-syrien-krieg-wirklich-geht/

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