Nur 28 Prozent befürworten den Bildungsföderalismus. Vier von fünf Befragten sprachen sich sogar für ein bundesweites Zentralabitur aus.
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht sich durch diese Ergebnisse in ihrer Position bestätigt. "In Deutschland muss es beim Abitur überall vergleichbare Anforderungen geben", sagte sie am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist auch in einem föderalen Staat eine Frage der Gerechtigkeit."
Karliczek warb dafür, den gemeinsamen Aufgabenpool der Länder für Abituraufgaben weiterzuentwickeln. "Insbesondere müssen einheitliche Prüfungsbedingungen einschließlich der zugelassenen Hilfsmittel herrschen", sagte sie. "Ein Fahrplan sollte bis Ende des Jahres stehen."
Schon vor Wochen hatte Baden-Württembergs Bildungsministerin Susanne Eisenmann (CDU) "nicht nur deutschlandweit dieselben Prüfungsaufgaben, sondern auch einheitliche Regeln dafür, welche Fächer ins Abitur eingebracht werden", gefordert. Zugleich pochte Eisenmann auf die Bildungshoheit der Länder. "Auf das deutschlandweite Zentralabitur müssen sich die Kultusminister der Länder untereinander verständigen." Der Deutsche Lehrerverband (DL) unterstützte damals Eisenmanns Initiative. Kritik gab es vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
Zugleich treibt Bildungsministerin Karliczek die Gründung des Nationalen Bildungsrates voran. "Wir brauchen ein Gremium, das die Bildungspolitik berät, um über alle Bereiche insgesamt mehr Vergleichbarkeit, Transparenz und Qualität im Bildungssystem zu erreichen", findet sie. Der Bildungsrat soll laut Koalitionsvertrag bis 2021 eingerichtet werden.