„Wir müssen uns schon jetzt mit den Langzeitfolgen der Covid-19-Patienten befassen“: Der Chef der Essener Uniklinik, Professor Jochen Werner, warnt, dass „Long-Covid ein enormes gesellschaftliches Problem werden kann“. Bei „19 – die DUB Chefvisite“ sagt Werner: Im chinesischen Wuhan, wo das Coronavirus zuerst verstärkt auftrat, litten laut einer Studie „drei von vier Patienten auch noch nach sechs Monaten unter mindestens einem Symptom“. Ein Viertel der Betroffenen habe Angststörungen und Depressionen. „Wir dürfen das Thema Langzeitfolgen nicht liegen lassen, nur weil wir uns aktuell auf die Intensivstationen fokussieren“, mahnt der Mediziner.
Der Videocast kann von Montag bis Freitag auch auf MOZ.de live verfolgt werden.
Der Chef des Versicherers Signal Iduna, Ulrich Leitermann, sieht bei einer Berufsunfähigkeitsversicherung „keine Notwendigkeit“, wegen Covid-19 die Gesundheitsprüfung zu ändern – „Stand: heute“, betont Leitermann in der Sendung. Denn: „Wir wissen zu wenig über die Langzeitwirkungen“ der Krankheit. Insgesamt komme die Branche stabil durch die Krise, so der Versicherungschef. Vielen Selbstständigen unter seinen Kunden drohe aber die Insolvenz, aktuell insbesondere Friseuren. Diesen müsse „dringend stärker geholfen werden“ – am besten dadurch, dass sie mit einem strengen Hygienekonzept rasch wieder öffnen dürften, so Leitermann. Dem Mittelstand drohe eine Pleitewelle, die „die Strukturen in den Städten und Gemeinden verändern wird“.

Weniger Neuinfektionen in Deutschland

„Mal positive Nachrichten“ hat Klinikchef Werner über die Neuinfektionen: Das RKI meldet bundesweit 6408 neue Fälle binnen 24 Stunden – 4961 weniger als am Dienstag der Vorwoche. Die Zahl der weiteren Toten im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus wird mit 903 angegeben. Aber: „Die Infektionszahlen gehen klar runter“, so der Mediziner, „wir spüren, dass es weniger wird.“ Die Uniklinik in Essen versorgt jedoch aktuell immer noch über 100 Covid-Patienten, 36 davon auf der Intensivstation. Seit gestern sind dort zwei weitere Erkrankte verstorben.
Bei „19 – die DUB Chefvisite“ werden von Montag bis Freitag die aktuell wichtigsten Entwicklungen der Corona-Krise in ihren medizinischen und wirtschaftlichen Aspekten diskutiert und eingeordnet – in nur 19 Minuten.
Achtung: Live-Sondersendung von „19 – die DUB Chefvisite“ am Freitag, den 29. Januar, um 10 Uhr! Beim Impf-Spezial sind als Experten unter anderem Dr. Friedrich von Bohlen, Aufsichtsrat beim Impfstoffentwickler CureVac, die NRW-Impfbotschafterin Dr. Carola Holzner sowie Professor Ulf Dittmer, der Chefvirologe der Universitätsmedizin Essen, dabei. Jeder kann via Zoom teilnehmen – einfach auf diesen Link klicken.
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