Die Corona-Situation in Österreich, einem der beliebtesten Urlaubsländer in Europa, spitzt sich in der vierten Welle wieder deutlich zu. Die Inzidenz im Land ist in den vergangenen Tagen auf landesweit 130 gestiegen, einzelne Regionen wie Wien, Salzburg oder Oberösterreich liegen bei der Inzidenz auf sieben Tage gerechnet sogar noch darüber. Jetzt will Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) die Regeln in Österreich offenbar wieder anziehen – und das bereits ab der kommenden Woche.
Der Grund ist klar: Wie der Münchner Merkur unter Berufung auf das österreichische Nachrichtenportal oe24.at kurz vor einer für Montagvormittag anberaumten Pressekonferenz berichtet hatte, sollen die Corona-Zahlen in Österreich über Nacht explodiert seien. 2.268 Menschen hätten sich demnach innerhalb der vergangenen 24 Stunden mit dem Coronavirus infiziert. Damit würde der Wert erstmals seit dem Frühjahr über 2000 Neuinfektionen liegen. Andere Werte, die sich unter anderem Zahlen der Johns-Hopkins-University bedienen, nennen „nur“ 1438 neue Infektionen, die Website „Corona in Zahlen“ weist demnach einen Inzidenzwert von rund 117 aus.

Update: Österreich beschließt Stufenplan und verschärft Corona-Regeln

Mittwoch, 8. September um 16:05 Uhr

Österreichs Regierung hat angesichts steigender Infektionszahlen am Mittwoch einen Stufenplan zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen beschlossen. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, orientieren sich die Maßnahmen nun an der Intensivbetten-Belegung. Verschärft werden besonders die Regeln für Ungeimpfte.
Dem Plan der Regierung zufolge müssen
  • Ungeimpfte voraussichtlich ab kommender Woche in allen Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln wieder FFP2-Masken tragen.
  • Ab einer Intensivbetten-Auslastung von zehn Prozent (Stufe eins) sollen alle Menschen auch dort wieder FFP2-Masken tragen, wo derzeit nur eine Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht ist.
  • Zudem wird die Gültigkeitsdauer von Antigen-Tests von 48 auf 24 Stunden reduziert.
Die zehnprozentige Auslastung der Intensivbetten wird in Österreich bereits in der kommenden Woche erwartet. Derzeit liegt sie bei acht Prozent. Am Mittwoch lagen in ganz Österreich 180 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen.
In einer Intensivbetten-Auslastung von 15 Prozent (Stufe zwei) soll dann in ersten Bereichen die viel debattierte 2G-Regelung greifen. Wer in die sogenannte Nachtgastronomie oder zu einer Veranstaltung mit mehr als 500 Menschen will, muss entweder geimpft oder genesen sein. Selbsttests sollen nicht mehr gelten. Ab einer Intensivbetten-Auslastung von 20 Prozent (Stufe drei) sollen in 3G-Bereichen dann nur noch PCR-Tests gelten.

Schärfere Corona-Regeln in Österreich vor allem für Ungeimpfte

Wie oe24 am Mittwochmittag berichtet, werde ab 15. September die FFP2-Maske wieder den Mund-Nasen-Schutz ersetzen. Zudem sollen Ungeimpfte verpflichtet werden, auch im Handel, der nicht dem täglichen Bedarf dient, also beispielsweise Mode-Geschäften, eine solche Maske zu tragen. Steigen die Zahlen an den Intensivstationen weiter, könnten weitere Verschärfungen kommen.
Grundsätzlich ist das Konzept, das von Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in einer Pressekonferenz präsentiert wurde, auf der Auslastung der Intensivstationen aufgebaut. Ab zehn Prozent gelten z.B. eben die neuen Masken-Regelungen. Dazu kommt, dass - wie in Wien schon üblich - Antigentests nur noch 24 Stunden gültig sein werden. Als Starttermin wurde am Mittwoch der 15. September angegeben. Zu diesem Zeitpunkt dürfte die 10-Prozent-Auslastung erreicht sein.

Regeln in Österreich: Abkehr von der Inzidenz hin zur Hospitalisierung – Gespräche über 1G?

Eine weitere neue Regel soll demnach, so berichtet der „Merkur“ unter Berufung auf das österreichische Portal, ein neuer Richtwert sein. Demnach würde es offenbar auf eine Abkehr der bislang wichtigen Sieben-Tage-Inzidenz hinauslaufen und eine stärker Betrachtung der Hospitalisierungsinzidenz zur Folge haben. Also den Wert, der anzeigt, wie stark die Intensivstationen belegt sind. In Österreich beträgt dieser Wert aktuell 17,8 Prozent. Wie das Portal weiter berichtet, soll der neue Richtwert ab einer Auslastung von 30 Prozent Alarm schlagen.
Grundsätzlich ist das Konzept, das von Kanzler Kurz und Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) präsentiert wurde, auf der Auslastung der Intensivstationen aufgebaut. Ab zehn Prozent gelten beispielsweise die neuen Masken-Regelungen. Dazu kommt, dass - wie in Wien schon üblich - Antigentests nur noch 24 Stunden gültig sein werden. Als Starttermin wurde der 15. September angegeben.
Ergänzend, so berichtete der „Merkur“, sollen bei Kanzler Kurz auch Gespräche über die 1G-Regel geführt worden sein. Somit hätten im Winter nur noch Geimpfte Zutritt zu Veranstaltungen und Gastronomie.

Schärfere Regeln in Österreich: So könnte der Stufenplan aussehen

Ab 10 Prozent Auslastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten könnten diese Regeln gelten:
  • Verschärfung der Kontrollen der geltenden Maßnahmen
  • Antigen-Tests nur mehr 24h gültig
  • FFP2-Maske verpflichtend wo derzeit MNS (Täglicher Bedarf, öffentliche Verkehrsmittel)
  • Empfehlung FFP2 für alle auch im Handel, für Ungeimpfte
  • verpflichtend (stichprobenartige Kontrollen durch Polizei)
  • 3G bei Veranstaltungen ab 25 Personen (bis jetzt ab 100 Personen)
Ab 15 Prozent Auslastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten
  • Nachtgastro (und ähnliche Settings), Veranstaltungen ohne (2G) zugewiesene Sitzplätze bei mehr als 500 Personen: Geimpft/Genesen
  • Antigentests mit Selbstabnahme (Wohnzimmertests) nicht mehr für 3G gültig
Ab 20 Prozent Auslastung der Intensivstationen durch Corona-Patienten
  • Überall wo 3G nur mehr Geimpft/Genesen/PCR-Test