Auf Deutschland kommen noch höhere Heizkosten zu. Mit der Gasumlage der Bundesregierung wird die Versorgung abgesichert – allerdings auf Kosten der Verbraucher. Denn mittels der Gasumlage sollen Kunden die Mehrkosten der Unternehmen mitfinanzieren.
Angesichts einer Heizkostenrechnung, die hunderte Euro höher als in Vorjahren sein wird, wollen die meisten Menschen wissen: Wer muss die Umlage bezahlen – und wer nicht? Hier klären wir auf.

Wer muss die Gasumlage bezahlen: Das sind die Basics

Grundsätzlich gilt: Alle Gasverbraucher in Deutschland könnten von der Gasumlage betroffen sein. Wer Gas zum Heizen, Kochen oder anderweitig nutzt, wird durch die Umlage mehr zahlen müssen. Wer kein Erdgas nutzt, hat Glück: Die Gasumlage wird nicht auf diese Personen verteilt.

Gasumlage und Fernwärme: Gilt die Umlage hier?

Im vergangenen Jahr heizten laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen rund 14 Prozent der Haushalte mit Fernwärme - diese entsteht laut Bundeswirtschaftsministerium zu über 46 Prozent aus Gas. Fernwärmekunden sind von der Umlage bislang "nicht erfasst", erklärte das Ministerium in der vergangenen Woche. Aber: Das wird noch geprüft.
Tatsächlich gibt es bei der Fernwärme rechtliche Bedenken. So hat der Branchenverband „Verband Kommunaler Unternehmen“ (VKU) gewarnt, dass die Weitergabe von Kosten auf Fernwärme-Kunden nicht möglich sei. „Wenn Stadtwerke mit der Umlage belastet werden, müssen sie sie auch weitergeben können,“ so VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing. Ansonsten drohe vielen Stadtwerken Liquiditätsprobleme.

Gasumlage und Flüssiggas: Ist LPG von der Gasumlage betroffen?

Nein, Flüssiggas wird nicht von der Umlage betroffen sein. Hierzu hat sich Deutsche Verband Flüssiggas geäußert. „Flüssiggas ist nicht zu verwechseln mit Erdgas beziehungsweise verflüssigtem Erdgas“, sagte ein Sprecher.
Der Unterschied zwischen Flüssiggas und verflüssigtem Erdgas liege in der Art der Verflüssigung und damit der Nutzung. So bestehe Flüssiggas, sogenanntes „Liquefied Petroleum Gas“ (LPG) aus Propan und Butan. Diese Gase ließen sich bei Raumtemperatur und geringem Druck verflüssigen. Das entstehende Gas lasse sich lange in Tanks lagern. Wegen seiner Leitungsunabhängigkeit sei es besonders im ländlichen Raum beliebt.
Bei Erdgas sei der Hauptbestandteil Methan, das sich unter Druck bei Raumtemperatur nicht verflüssigen lasse. Um es zu verflüssigen, werde es stark heruntergekühlt. Verflüssigtes Erdgas, sogenanntes „Liquefied Natural Gas“ (LNG) könne nicht beliebig lange in dezentralen Tanks gelagert werden. Um LNG für die Wärmeversorgung nutzen zu können, müsse es nach dem Transport per Schiff in LNG-Terminals wieder in einen gasförmigen Zustand umgewandelt werden.

Was passiert mit der Gasumlage bei Festpreisverträgen?

Viele Haushalte und auch Unternehmen haben Festpreisverträge für bestimmte Laufzeiten abgeschlossen - je nach Vertrag darf die Umlage dann eventuell nicht weitergereicht werden. Diese Frage wird laut Wirtschaftsministerium noch geprüft.
Auch hier ist die Frage, ob die Weitergabe rechtlich überhaupt möglich ist. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hatte eine Lösung des Problems angekündigt. Er deutete gesetzliche Änderungen an.

Drittes Entlastungspaket soll kommen

Um der Bevölkerung bei der Bewältigung der zahlreichen Probleme zu unterstützen, darunter auch die Preissteigerungen durch die Gasumlage, will die Bundesregierung abermals in die Tasche greifen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) kündigte im August ein drittes Entlastungspaket an.
Das neue Paket soll „in Kürze“ kommen, wie Ende August mehrere Regierungsvertreter bestätigten. Eine Reihe von Maßnahmen wie Wohngeld, Bürgergeld und Steuerentlastungen sind schon bekannt.