Zum einen müsste Europa künftig besser auf sich selbst aufpassen, wie Unionsfraktionsvize Johann Wadephul (CDU) sagte. Der geplante Abzug sei ein weiterer "Weckruf an die Europäer", ihr Schicksal entschiedener in die Hand zu nehmen.
Ein Abzug hätte auch Auswirkungen auf die strategischen Zentren der Amerikaner in Deutschland. Vom US Africa Command in Stuttgart werden die militärischen Aktivitäten in Afrika geplant, über Ramstein läuft die Steuerung von Drohnen, in Landstuhl befindet sich das größte US-Militärlazarett außerhalb der Vereinigten Staaten. Außerdem dient Deutschland als Drehkraeuz für die Verlegung von Truppen.
Die derzeit  hier stationierten rund 35 000 US-Militärangehörigen verteilen sich auf elf Hauptstandorte. Schwerpunkt ist dabei Rheinland-Pfalz, dort sind 18 450 Soldaten stationiert, gefolgt von Bayern mit 11 690, in Baden-Württemberg sind 3036 US-Soldaten tätig, in Hessen 2471.
In den US-Militäreinrichtungen sind nicht nur Soldaten, sondern auch amerikanische Zivilisten beschäftigt. Außerdem bringen viele Armee-Angehörige ihre Familien mit. So ist zum Beispiel die Flugbasis bei Ramstein mit mehr als 54 000 Soldaten, Angehörigen und Zivil-Beschäftigten selbst zu einer kleinen Stadt geworden, mit Einkaufszentren, Schulen und Post. Besonders in strukturschwachen Regionen gilt die US-Armee als wichtiger Wirtschaftsfaktor. Von US-Seite heißt es, dass 40 Prozent des Lohns von US-Zivilangestellten in die lokale Wirtschaft fließen.
Die Bundesregierung subventioniert im Gegenzug die US-Streitkräfte jedes Jahr mit zweistelligen Millionenbeträgen und kommt für Schäden auf, die durch Militärangehörige entstehen. Verlieren deutsche Zivilbeschäftigte nach Abzug der Armee ihre Jobs, wird deren Ausgleichszahlung über die Staatskasse finanziert. Genauso wie der Bau einer Militärklinik in Ramstein, bei der der Bund 151 Millionen Euro an Planungskosten beisteuert.