Ihr Abgeordneter Arkadiusz Mularczyk, der seit 2017 einen Parlamentsausschuss leitet, der die Höhe der Entschädigungen ermitteln soll, erklärte jetzt, dass der Bericht fertig sei und nur noch ins Englische übersetzt werden müsse.
In einem Interview mit der Zeitung "Fakt" wollte Mular­czyk die genaue Höhe der Forderungen zwar noch nicht nennen, "weil diese schockieren könnte", wie er sagte. Zugleich verwies er auf einen 1947 für den damaligen Ministerrat angefertigten "Bericht über Polens Verluste und Kriegsschäden", in dem die Summe von  48,8 Milliarden Dollar genannt sei. Dies entspreche nach heutiger Umrechnung rund 850 Milliarden Dollar beziehungsweise 700 Milliarden Euro.
Wann der Parlamentsausschuss, dem ausschließlich PiS-Abgeordnete angehören, seinen Bericht veröffentlichen wird, ist noch unklar. Beobachter vermuten, dass ihn die Regierungspartei zur Europawahl oder der im Herbst anstehenden Parlamentswahl nutzen will. Parteichef Jaroslaw Kaczynski hat mehrfach erklärt, dass Deutschland Polen nur einen Bruchteil der Summen gezahlt habe, die an westliche Staaten und an Israel gingen.
Die Bundesregierung betrachtet das Thema als abgeschlossen und verweist darauf, dass die Regierung der Volksrepublik Polen 1953 eine Verzichtserklärung abgegeben habe. 1990 seien dann in bilateralen Verhandlungen mit dem vereinten Deutschland auch keine Forderungen gestellt worden.
Auch das griechische Parlament hat am Mittwoch mit Beratungen über Reparationsforderungen an Deutschland begonnen. Die Regierung von Alexis Tsipras soll dazu verpflichtet werden, Ansprüche durchzusetzen, die ebenfalls eine Parlamentskommission im vergangenen Jahr mit bis zu 290 Milliarden Euro beziffert hatte.