Aus der Studie geht hervor, dass Diskriminierungserfahrungen und Homophobie jeweils für mehr als 90 Prozent der Befragten Einfluss auf die Wahlentscheidung haben. Befragt nach dem wichtigsten Thema sind die beiden Punkte gemeinsam mit der Migrationspolitk, der Bildungspolitik und dem Umweltschutz auf den ersten fünf Rängen. Wichtig ist ihnen zudem, dass sich Politiker solidarisch mit Lesben und Schwulen zeigen und eine homo- und bisexuellenfreundliche Politik vertreten. Ob Politikerinnen und Politiker selbst als lesbisch oder schwul geoutet sind, ist für die Wahlentscheidung nachrangig.
Die Studie der Universitäten Gießen und Wien ist nicht repräsentativ. Insgesamt wurden aber mehr als 5000 Fragebögen ausgewertet, sodass sie einen aussagekräftigen Einblick in das Wahlverhalten der nicht-heterosexuellen Wähler gibt. Daraus geht hervor, dass Schwule und Lesben linker wählen als die Gesamtbevölkerung. 29 Prozent der Befragten gaben an, die Grünen zu wählen, 22,6 Prozent die Linkspartei. In etwa gleichauf mit aktuellen Umfragen sind die SPD (21,2) und die FDP (9,5). Deutlich schlechter schneiden die CDU/CSU (6,9) und die AfD (2,7) ab. „Die Ergebnisse zeigen deutlich: Lesben, Schwule, bisexuelle und transgeschlechtliche Menschen lassen sich nicht von einer lesbischen Spitzenkandidatin täuschen“, folgert Henny Engels, Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes in Deutschland (LSVD). Der AfD-Wert sei „eine deutlich Absage“.