Die Gas-Krise wird zu noch höheren Preisen führen. Weitere Entlastungen sind daher nötig – nicht nur weil ab Oktober 2022 die Gasumlage viele Haushalte belasten wird. Das neue Entlastungspaket soll unter anderem eine Reform des Wohngeldes beinhalten. Hier sind alle aktuellen Infos:
  • Wohngeldreform: Wann wird mehr Wohngeld ausgezahlt?
  • Wer bekommt Wohngeld?
  • Wie viel mehr Geld soll es vom Staat geben?

Wohngeldreform: Mehr Wohngeld für mehr Menschen

Zur Entlastung einkommensschwacher Bürgerinnen und Bürger bei den hohen Energiepreisen insbesondere für Erdgas plant die Bundesregierung eine "große Wohngeldreform". Sie solle "Anfang des nächsten Jahres" den Kreis der berechtigten Haushalte ausweiten und eine "Heizkostenpauschale gewissermaßen dauerhaft integrieren", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am 22.07. in Berlin. "Ganz besonders" sollten davon Rentnerinnen und Rentner profitieren. Auch Studierende sollen von den neuen Entlastungen profitieren.
"Ganz wichtig" werde auch sein, dass das Bürgergeld wie von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) angekündigt "definitiv" zum 1. Januar komme.
Es ist noch nicht klar, wie viel mehr Geld die Wohngeldberechtigen bekommen. Das soll aber bald bekannt werden: Ein drittes Entlastungspaket der Regierung soll bald präsentiert werden. Darin wird Wohngeld wohl eine zentrale Rolle spielen.

Wer bekommt jetzt Wohngeld?

Wohngeld bekommen aktuell Menschen mit kleinem Einkommen. Im Jahr 2020 erhielten laut Statistischem Bundesamt 618.165 Haushalte Wohngeld. Das waren 1,5 Prozent aller privaten Haushalte in Deutschland, die Hauptwohnsitz sind. Mit dem Wohngeldrechner der Regierung kann man herausfinden, ob man berechtigt ist und wie viel Geld man theoretisch bekommen könnte. Wenn man Anspruch hat, muss man einen Antrag bei seiner kommunalen Wohngeldbehörde stellen.
Menschen, die bereits Sozialleistungen wie die Grundsicherung oder Sozialhilfe erhalten, können kein Wohngeld beantragen. Denn bei ihnen sind Unterkunftskosten schon in diesen Leistungen berücksichtigt. Hilfe beantragen können aber auch Eigentümer, die ihre Wohnung selbst nutzen. Sie können den Wohnzuschuss bekommen, wenn sie wegen eines zu geringen Einkommens laufende Kosten nicht tragen können.
Ab Januar 2023 soll der Kreis der Berechtigten erweitert werden. Rentner und Rentnerinnen sollen wohl dauerhaft Anspruch auf Wohngeld erhalten.

Heizkostenpauschale als Teil von Wohngeld

Scholz kündigte an, dass die sogenannte Heizkostenpauschale dauerhaft ins Wohngeld integriert werden soll. Im März hatte die Regierung einen Heizkostenzuschuss für Geringverdiener beschlossen. Dieser wurde im Juli ausgezahlt. Die Höhe des Geldes unterscheidet sich je nach Haushaltsgröße. Ein-Personen-Haushalte mit Wohngeldbezug bekommen einmalig 270 Euro, ein Zwei-Personenhaushalt 350 Euro und jedes weitere Familienmitglied 70 Euro. Studierende und Auszubildende erhalten einheitlich 230 Euro.