In diesem Spannungsfeld sind die Regierungskonsultationen angesiedelt. Beide Seiten wissen um die Begrenzung des Partners  – und müssen damit leben: Israel damit, dass Berlin die Ablehnung des Atomabkommens mit dem Iran nicht teilt. Berlin wiederum muss zur Kenntnis nehmen, dass der eigene Einfluss auf die unsägliche israelische Siedlungspolitik gering ist, die einer Zwei-Staaten-Lösung den Boden entzieht. Das scheint beiden auffallend gut zu gelingen. Netanjahu und Merkel setzen nicht mehr auf die eigene Überzeugungskraft. Sie haben andere Vertraute.
Näher gekommen ist man sich in pragmatischen Bereichen: der Wirtschaft und der Spitzentechnologie. Aus einer noch intensiveren Kooperation ziehen beide Seiten Nutzen. Der eigene Vorteil darf jedoch Berlin nicht dazu bewegen, den abwesenden Dritten aus dem Blick zu verlieren: die Palästinenser. Auch sie brauchen Partner.