So richtig war Robert Klauß sich der Besonderheit der Partie gar nicht klar. „Das ist mir erst im Nachhinein bewusst geworden, dass die Alte Försterei, dass Stadion ist, das am Nächsten an meiner Heimat dran ist. Das ist schön. Da freue ich mich, da habe ich auch einen Bezug dazu“, erzählt der 35-jährige Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg. Geboren ist er in Eberswalde, wo auch die Großeltern wohnen, während seine Eltern inzwischen in Bernau ansässig sind.. Mit seiner Mannschaft kommt er nun am Sonnabend zum Vorbereitungsspiel gegen den 1. FC Union Berlin in die Alte Försterei.

Neuauflage des Eröffnungsspiels

Diese Partie hat zwei Besonderheiten. Im Jahr des 100-jährigen Stadionjubiläums ist sie eine Neuauflage des offiziellen Einweihungsspiels vom 7. August 1920. Und erstmals seit dem Beginn der Eindämmungsmaßnahmen der Corona-Pandemie wird Union ein Heimspiel vor Zuschauern bestreiten. Gegen die Clubberer werden 5000 Besucher erwartet. Darunter 4500 Vereinsmitglieder, die ihre Karten im Losverfahren ergatterten.

Als Jugendlicher trug er die MOZ aus

Auf heimatliche Unterstützung setzt auch Robert Klauß, der seine Karriere schon mit 21 Jahren als Jugendtrainer begann und bei Preussen Eberswalde sowie dem FC Strausberg arbeitete. „Ich hoffe, dass wir es gelöst bekommen, dass meine Eltern im Stadion sind. Da ist der Teammanager dran, das mit Union hinzubekommen. Wenn alles gut läuft, sind sie im Stadion. Da freue ich mich drauf, dass ich sie sehen kann.“ Auch Erinnerungen an die Heimat hat er: „Als Jugendlicher mit 16, 17 Jahren bin ich mit Fahrrad umher gefahren und habe ich die MOZ im Briefkasten verteilt“, erzählt er in einer Medienrunde den fränkischen Zeitungskollegen. Viel Zeit, die alte Heimat zu genießen, bleibt ihm indes nicht, „weil wir erst am Sonnabend anreisen und abends gleich wieder zurückfahren.“

Knapp verloren bei „Schlag den Raab“

Gute Erinnerungen hat Klauß, der 2015 in der Fernsehshow „Schlag den Raab“ als Kandidat nur knapp verlor und am Gewinn von 500.000 Euro vorbeischrammte, auch zur Alten Försterei. „Mit RB Leipzig haben wir in der vergangenen Saison dort mit 4:0 gewonnen.“ Damals war Klauß noch als Co-Trainer unter Julian Nagelsmann bei den Sachsen beschäftigt, ehe er vor dieser Spielzeit an der Noris den Sprung zum Chef-Caoch wagte.
Und als solcher sind ihm inzwischen aktuellere Dinge natürlich weit wichtiger. „Als die Anfrage kam, ob wir bei Union spielen wollen, stand der sportliche Aspekt im Vordergrund, weil ich finde, dass das einen super Test für uns darstellt.“ Genau genommen, sieht er die Partie in Köpenick „als Gradmesser, wo wir stehen, was fehlt, was gut ist“. Schließlich ist der Gegner nicht irgendwer. „Union ist eine sehr robuste, sehr klare Mannschaft. die in der Bundesliga in der vergangenen Saison gezeigt hat, dass sie zu Recht dorthin gehört“, sagt Klauß, der seinen Fußballlehrer-Schein 2018 als Jahrgangsbester erwarb und auf eine Partie auf „Augenhöhe“ hofft.

Emotionen von den Tribünen


Urs Fischer, Trainer des 1. FC Union Berlin, hat ziemlich genaue Vorstellungen vom Test gegen den 1. FC Nürnberg. „Es ist unser letztes Vorbereitungsspiel vor dem Pflichtspielstart und wir haben uns vorgenommen, die Dinge, die gut funktioniert haben, beizubehalten und das besser zu machen, was uns in den vergangenen Spielen noch nicht so gut gelungen ist. Wir müssen defensiv wieder gut organisiert und auf dem Weg nach vorne gefährlicher sein.“

Erfreut sind die Unioner vor allem über die Zuschauer im Stadion. „Das macht schon einiges aus. Da kommen die Emotionen von der Tribüne zurück, die wir als Mannschaft aufsaugen können“, sagt Mittelfeldspieler Grischa Prömel. uwe