Im Vorjahr unterlag der 1. FC Union im ersten Heimspiel als Aufsteiger RB Leipzig mit 0:4. Von so einer Niederlage waren die Eisernen am Sonnabend gegen den FC Augsburg weit entfernt.. Aber gerade deshalb schmerzte das 1:3 besonders, war es doch eine Niederlage gegen einen direkten Kontrahenten um den Klassenerhalt.

Hier die Partie im Check

Die Vorgeschichte:

Das Torwartduell wurde mit Spannung erwartet. Unions Andreas Luthe war vor der Saison vom Gegner FC Augsburg an die Wuhlheide gewechselt. Sein Vorgänger Rafal Gikiewicz, Publikumsliebling und Aufstiegsheld, ging den umgekehrten Weg und stand im Tor der bayrischen Schwaben. Der Empfang für den Polen in der Alten Försterei war emotional. Nach dem Dank von Stadionsprecher Christian für zwei tolle Jahre, skandierten die Fans, das eigentlich den eigenen Spielern vorbehaltenen „Fußball-Gott“ und riefen „Gikiewicz“. Der stand gerührt am Mittelkreis.

Die Lage:

Vor der Partie machte die Runde, das Union mit dem Nigerianer Taiwo Awoniyi von FC Liverpool ein Leihgeschäft plant, kurz nach dem Abpfiff meldete Union dann Vollzug. Der 23-jährige Mittelstürmer kennt die Bundesliga aus der vergangenen Saison. Beim FSV Mainz schoss er in zwölf Einsätzen einen Treffer. Awoniyi soll nicht die einzige Verstärkung bleiben. Das Interesse am Karlsruher Philipp Hoffmann, der am Sonnabend nicht gegen Hannover antreten wollten, ist verbrieft.

Die Tore:

0:1 (40.) Ruben Vargas, schleicht zwischen die Innenverteidiger Knoche und Firedrich und vollendet eine Eingabe von rechts per Kopfball.
1:1 (75.) Marius Bülter verwertet eine flache Eingabe von Christopher Lenz vom Elfmeterpunkt.
1:2 (82.) Michael Gregoritsch, Kopfball nach einer Flanke von links durch Iago.
1:3 (89.) André Hahn, luchst Niko Gießelmann den Ball ab und vollendet durch die Beine von Luthe.

Die Startelf und Taktik:

In Ermangelung eines echten Mittelstürmers bot Union-Trainer Urs Fischer den torgefährlichen Mittelfeldspieler Marcus Invartsen als Spitze auf. Auf der Linksverteidiger-Position erhielt Christopher Lenz den Vorzug vor Neuzugang Niko Gießelmann. Damit stand mit Torwart Luthe und Innenverteidiger Robin Knoche (VfL Wolfsburg) nur zwei Neue in der Startaufstellung. Fischer vertraute auch der bewährten 4-2-3-1-Aufstellung mit dem defensiven Abräumer-Mittelfeld Grischa Prömel und Robert Andrich.
Die Augsburger boten eine offensive Aufstellung auf. Den Ösi-Sturm bildeten Niederlechner und Gregoritsch, der den Isländer Finnbogason ausstach, und leichtversetzt hinter Niederlechner agierte, dann rückte Gruezo auf die Doppelsechs. Hinten agierten die Gäste mit einer Viererkette vor der mit Rani Khedira der Bruder vom 2014-Weltmeister Sami agierte, allein oder mit Gruezo. Davor wirbelten der Ex-Schalker Daniel Caliguiri und der Schweizer Ruben Vargas auf den Flügeln.

So lief die Partie:

Nach einem flotten Auftakt blieben die Unioner in den geschickt verschiebenden beiden Viererketten der Augsburger immer wieder hängen. Nur einmal kamen sie durch, aber Ingvartsen zielte nach Trimmel-Eingabe rechts vorbei (19.). Die Gäste selbst beschränkten sich auf Konterversuche, doch spätestens der letzte Pass kam nicht an. Bitter für Union, dass sich Gentner nach 23 Minuten eine Wadenverletzung zuzog und durch Griesbeck ersetzt werden musste. Was noch auffiel, war ein deutliches Plus der Berliner in den Zweikämpfen, zu Zählbarem verhalf dies aber nicht. Auch weil Marius Bülter und vor allem Sheraldo Becker auf den Außenpositionen nur wenig Durchsetzungsvermögen bewiesen. Und dann kam das 0:1 wie aus dem Nichts. Fazit der ersten Hälfte je eine Chance – einmal vergeben und einmal drin.
Nach dem Wechsel kamen die Unioner mit neuen Elan, aber Bülter verzog (48.). Das bescheidene Niveau der erste Hälfte blieb, weil die Unioner zu wenig wagten und die Augsburger nur das Nötigste taten. Applaus gab es erst als Trainer Fischer sich zum offensiven Doppelwechsel entschloss und Kruse sowie Teuchert für Prömel und Becker brachte (71.). Jetzt kam Zug in die Aktionen. Vier Minuten später gelang Bülter der Ausgleich und nun war Union am Drücker und kassierte die kalte Dusche durch Gregoritschs Kopfball. Ausgerechnet Gikiewicz verhinderte dann bei Teucherts Kopfball den verdienten Ausgleich für Union. Hahn machte dann den Deckel drauf.

Die Stimmen:

Max Kruse (1. FC Union): Das wir nach dem Ausgleich so schnell wieder das Gegentor kassiert haben, ist natürlich ärgerlich. Das war entscheidend und wir werden das sicher auswerten. Ich selbst bin noch nicht bei Hundert Prozent, werde aber alles tun, um schnell voll fit zu werden. Schauen wir mal, wie es nächste Woche aussieht.
Andreas Luthe (1. FC Union): Wir hätten schon gerne etwas mitgenommen. Aber uns fehlt vorne einfach noch die Torgefahr und nach dem 1:1 haben wir es nicht gut verteidigt. Schade, es wäre mehr drin gewesen.
Heiko Herrlich (Trainer FC Augsburg): Wir freuen uns riesig über die drei Punkte. Wir haben sie mit viel Leidenschaft erkämpft, haben nach dem Ausgleich tolle Moral bewiesen und waren sehr effizient.
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union): Nach einer Niederlage, ist man immer enttäuscht. Wir hätten bei allen Gegentoren konsequenter sein müssen. Das War nicht gut.

Die Statistik:

1. FC Union Berlin – FC Augsburg 1:3 (0:1)
Union Berlin: Luthe – Trimmel, Friedrich, Knoche, Lenz (86. Gießelmann) – Prömel (71. Teuchert), Andrich – Becker (71. Kruse), Gentner (25. Griesbeck), Bülter - Invartsen (86. Mees)
FC Augsburg: Gikiewicz - Framberger, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Khedira, Gruezo (86. Oxford) – Caliguiri (86. Jensen), Gregoritsch (89. Strobl), Vargas (76. Hahn) – Niederlechner (76. Finnbaogason)
Tore: 0:1 Vargas (40.), 1:1 Bülter (75.), 1:2 Gregoritsch (82.), 1:3 Hahn (89.) – Schiedsrichter: Fritz (Korb) - Zuschauer: 4500

So geht es weiter:

Für die Unioner steht am kommenden Sonnabend die Auswärtsfahrt zu Borussia Mönchengladbach an, während die Augsburger zur selben Zeit mit Borussia Dortmund ebenfalls einen schweren Gegner erwarten.