So ist die Lage beim 1. FC Union Berlin

Der Schweizer Urs Fischer nannte die Ausgangslage „verlockend“. Nach dem klaren 4:0-Hinspielsieg gegen Kuopion PS in Finnland konnte nicht einmal der für seine besondere Vorsicht bekannte Union-Coach ein realistisches Szenario für ein mögliches Scheitern herbeireden. Die Lage war also klar, und so war es dann auch – die Play-offs der Conference League waren für den 1. FC Union Berlin mit 0:0 im Rückspiel ein Kinderspiel. Nun werden morgen um 13.30 Uhr von der Uefa in Istanbul die Gegner in der Gruppenphase ausgelost. .

So ging der 1.FC Union Berlin ins Spiel

Auf vier Positionen gegenüber dem Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim hatte Union- Trainer Urs Fischer seine Mannschaft verändert. Offensivstar Max Kruse saß bei der Union-Premiere im Olympiastadion gegen Kuopio PS zunächst auf der Bank. Für spielte Cedric Teuchert in der Offensive neben Taiwo Awoniyi und Sheraldo Becker. Ersatztorwart Frederik Rönnow hoffte vergeblich auf eine Bewährungsprobe, denn Stammtorhüter Andreas Luthe spielt auch in der Conference League. Neu neben Teuchert waren auch der in Sinsheim geschonte Kapitän Christopher Trimmel sowie der Pole Tymoteusz Puchacz und Innenverteidiger Timo Baumgartl.

So lief das Spiel gegen Kuopio PS

Der Beginn verlief wie erwartet. Auch ohne Max Kruse lief die Offensiv-Maschine wie geschnitten Brot. Vor allem Taiwo Awoniyi stellte seine aktuelle Topform unter Beweis. Allein der nigerianische Angreifer zielte erst vorbei, prüfte Torwart Johannes Kreidl, der den Kopfball mit einem Superreflex parierte und kurz vor der Pause verzog er frei vor dem Tor. Der 25 Jahre alte Österreicher stand auch zuvor noch im Blickpunkt, als er sich a bei einem Knoche-Kopfball und einem Distanzschuss von Friedrich präsent zeigte. Ab der 20. Minute verflachte die Partie indes, bis auf Awoniyis Auffllackern.
 Taneli Hämäläinen (links) von Kuopio PS kämpft gegen Sheraldo Becker vonm 1. FC Union Berlin um den Ball.
Taneli Hämäläinen (links) von Kuopio PS kämpft gegen Sheraldo Becker vonm 1. FC Union Berlin um den Ball.
© Foto: Andreas Gora/dpa
Nach dem Wechsel verlief das Geschehen nach einem ähnlichen Muster . Union agierte einigermaßen gefällig, scheiterte aber an Kreidl, zielte über oder neben das Tor oder brachte erfolglose Schmankerl wie den Fallrückzieher vom eingewechselten Kevin Behrens auf die Bühne. Nur ein Tor wollte einfach nicht fallen, egal wie laut die Fans es herbei sangen. Fast hätten die Finnen dann noch getroffen, aber Luthe war auf dem Posten. Und so blieb es beim torlosen Remis, weil auch Ingvartsen in der Nachspielzeit an Kreidl scheiterte.

So sieht die Statistik aus

1. FC Union Berlin – Kuopion PS 0:0
Union Berlin: Luthe - Friedrich, Knoche, Baumgartl - Trimmel (71. Ryerson), Khedira, Puchacz (83. Dehl) - Teuchert, Haraguchi (71. Ingvartsen) - Awoniyi (59. Voglsammer), Becker (59. Behrens)
Kuopio: Kreidl – Aspegren (46.Toivomäki), Tomas, Hämäläinen, Carrillo - Adjei-Boateng, Popovitch, Ikaunieks (65. Sebban) - Nissilä (82. Vidjeskog), Udoh (46. Lucas Rangel), Väyrynen (46. Haarala)
Tore: Fehlanzeige - Schiedsrichter: Siebert (Türkei) - Zuschauer: 22.159

Die Stimmen zum Spiel:

Christopher Trimmel (Kapitän 1. FC Unioin Berlin): „Ziel erreicht. Mit dem 4:0 wussten wir, dass wir einen ordentlichen Grundstein gelegt haben. Wir wollten einen Rückstand unbedingt vermeiden. Wir haben defensiv ordentlich gespielt, leider nur unsere Torchancen nicht genutzt.“
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): „Wir haben mit der Gruppenphase etwas Außergewöhnliches erreicht. Auch die Stimmung im Stadion war außergewöhnlich.“

So geht es beim 1. FC Union Berlin weiter

Nach dem Weiterkommen in der Gruppenphase der Conference League wartet auf die Eisernen am Sonntag in der Bundesliga die nächste Aufgabe. Gegen Borussia Mönchengladbach will die Mannschaft dann wieder in der Alten Försterei im dritten Anlauf den ersten Saisonsieg feiern.

Und sonst noch beim 1. FC Union Berlin?

„Wir brauchen die Alte Försterei wie die Luft zu Leben“, stand auf einem ebenerdig aufgehängten Banner an der Gegentribüne. Die Laufbahn davor ist im Berliner Olympiastadion ja sonst blauweiß. Aber von diesen Farben war am Donnerstagabend im weiten Rund nichts zu sehen. Alles war mit roten Planen oder grünem Kunstrasenteppich abgeklebt. An die Fans wurden vor der Partie zudem rote T-Shirts mit der Aufschrift „Auf zum Sch üssel-Spiel“ verteilt und auch das Stadiondach erstrahlte in den Farben der Unioner. Was aber noch beeindruckender war- ja klar- die Stimmung.
Fans von Union Berlin zünden Bengalisches Feuer im Berliner Olympiastadion.
Fans von Union Berlin zünden Bengalisches Feuer im Berliner Olympiastadion.
© Foto: Andreas Gora/dpa
Die Pyro-Show, die zu Beginn der zweiten Hälfte das weite Rund in Rauch hüllte, war ja etwas fragwürdig, aber die Anhänger hatten hörbar ihren Spaß. Was die 22.159 Anhänger, 147 mehr wie sonst in einer ausverkauften Alten Försterei, an Lautstärke im 75.000-Mann-Stadion fabrizierten, war schlicht irre. Manchmal schienen auch Schiedsrichter und Spieler deshalb Kommunikationsprobleme auf dem Platz zu haben. Wenn die Fans „Alte Försterei“ anstimmten, sicher mit einem Grinsen im Gesicht, gab es Gänsehaut pur. Bleibt aber auch festzuhalten, die Akustik des Olympiastadions ist genauso irre. Wir stellen uns gerade 75.000 Fans in diesem Stadion in der Gruppenphase vor – ach lassen wir das.