So gut kann Union sein: Mit einem 4:0 haben die Eisernen bewiesen, dass sie in diese Liga gehören. Mainz hatte keine Chance, vor allem in der zweiten Hälfte waren sie gnadenlos ausgeliefert.
Hier die Partie im Check:

Die Vorgeschichte

Es war das erste Spiel der Mainzer seit dem Abgang von Trainer Achim Beierlorzer und somit das erste Spiel mit dem neuen Chef Jan-Moritz Lichte. „Ein angeschossenes Tier ist meist gefährlicher“ hatte Union-Trainer Urs Fischer in der Pressekonferenz vor dem Spiel gesagt – es wurde also mit Spannung erwartet. Die Mainzer starteten die Partie auf dem vorletzten Platz in der Tabelle, Punkte hatten sie also bitter nötig. Für den 1. FC Union war es das erste Spiel mit Max Kruse in der Startelf. Nach dem Unentschieden gegen Mönchengladbach wollten die Eisernen diesmal gewinnen.

Die Lage

In der Vorwoche wurde spekuliert, ob Trainer Fischer seinen neuen Torwart Loris Karius in die Startformation bringen würde. Doch er hat sich dagegen entschieden: Andreas Luthe, der sich bei den Eisernen schon beliebt gemacht hatte, hat sein Platz im Tor zunächst behalten. Auch Neuzugang Joel Pohjanpalo stand im Raum, der wurde in der zweiten Hälfte auch eingewechselt. Im Stadion waren rund 5000 Zuschauer zugelassen, die meisten hielten sich an die Hygieneregeln und sorgten für gute Stimmung. Obwohl „nur“ so viele Menschen zugelassen waren: In einem Stadion wie der Alten Försterei reicht das, um ordentlich zur Geräuschkulisse beizutragen.

Die Tore

1:0 Max Kruse erzielte in der 13. Minute das erste Tor, ein Köpfer nach einer Flanke von Sheraldo Becker.
2:0 Marcus Ingvartsen in der 49. Minute, er hat Linksaußen nach einem Zuspiel von Christopher Trimmel getroffen.
3:0 Marvin Friedrich in der 63. nach einem Freistoß von Trimmel, den er ins Tor köpfte.
4:0 Joel Pohjanpalo kam in Minute 64 aus dem Nichts von Rechts, keine Minute nachdem der Neuzugang der Eisernen eingewechselt wurde.

Die Startelf und Taktik

Trainer Urs Fischer hat sich gegen Neuzugang Loris Karius im Tor entschieden, Andreas Luthe blieb wie bei den ersten beiden Spieltagen im Tor. Auch waren von den neuen Spielern bei den Eisernen in der Startelf zunächst nur Max Kruse dabei war. Die 3-4-2-1 Aufstellung mit Marcus Ingvartsen an der Spitze.
Die Mainzer hingegen gingen mit einer 4-4-2-1 Formation in das Spiel. Somit hofften sie wohl auf eine breite Defensive und setzten in der Sturmspitze voll auf Jean-Philippe Mateta.

So lief die Partie

Es dauerte eine knappe Viertelstunde, bis der sprichwörtliche Ball ins Rollen gekommen war. Dann machte Max Kruse (13.) das erste Tor zum 1:0, es ist sein erstes Tor für Union. Mit dem Köpfer ins Tor zeigt er, warum er ein Hoffnungsträer des Vereins ist.
Nach dem Tor haben die Unioner deutlich an Selbstsicherheit gewonnen: Sie waren die überlegene Mannschaft. Was nicht heißt, dass Mainz nicht das eine oder andere Mal gefährlich wurde. Immer wieder drangen sie in den gegenerischen Strafraum, einen Eckstoß in der 22. Minute konnte Torwart Luthe aber perfekt retten.
In der 26. Minute ging es für die Mainzer noch glimpflich aus, nach einem Eckstoß von Trimmel wurde der Ball beinahe ins Tor geköpft – aber nur beinahe.
Die Gemüter erhitzten sich in der ersten Spielhälfte aber auch, mehrmals pfeifte der Schiedsrichter ab. In Minute 32 gab es für eine Grätsche von Christopher Trimmel eine Gelbe Karte.
In der 49. Minute machte Marcus Ingvartsen für Union das 2:0 - die Stimmung im halbvollen Stadion könnte besser kaum sein. Die Flanke von Kollege Christopher Trimmel machte er ohne große Anstrengung links ins Netz.
In der 54. Minute wurde es nochmal hitzig, nach einem Foul ermahnte Schiedrichter Stegemann den Mainzer Philipp Mwene, eine Karte wurde nicht gezückt. Die Rheinhessen waren immer noch unterlegen, dass sie nochmal aufholen schien zu diesem Zeitpunkt unrealistisch.
In der 63. Spielminute macht Marvin Friedrich das dritte Tor für die Eisernen - das Spiel ist fast entschieden.
Das 4:0 macht in der 64. Minute Joel Pohjanpalo, es ist sein erstes Spiel für seine neue Mannschaft und die nahezu erste Ballberührung für den Finnen. Er wurde kurz vorher für Max Kruse eingewechselt. Was für ein grandioser Einstieg.
Für die Mainzer war das Spiel kaum noch zu retten, neben den vier Gegentoren hatten sie schon drei Gelbe Karten in dem Spiel gezogen - die Frust ist ihnen anzumerken. In der 78. Minute kam dann die nächste Gelbe, diesmal für St Juste. Union erhielt einen Freistoß kurz vor dem Strafraum - doch schießen sie diesmal über das Tor hinaus.
In den letzten zehn Minuten schienen die Mainzer sich das Ende herbeizuwünschen, nichts schien wirklich zu laufen. Die Unioner haben sich den Sieg voll verdient.

Die Stimmen

Joel Pohjanpalo (1. FC Union): Das war ein überragender Moment. Natürlich der beste Anfang. Heute hier mit 5000 Leuten im Stadion, ich merke das, das war schon krass.
Max Kruse (1. FC Union): Ich glaube wir haben letzte Woche gegen Gladbach schon gezeigt, dass wir in der Lage sind oben mitzuspielen. Das hat uns letzte Woche ein bisschen Auftrieb gegeben. Und das haben wir heute fortgesetzt und haben sehr guten Fußball gespielt.
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union): Das gibt uns Selbstvertrauen, aber es ist aber auch gut auf dem Boden zu bleiben.
Jan-Moritz Lichte (Trainer Mainz 05): Wir haben uns viel vorgenommen und haben nach dem 1:0 schon gemerkt, wie schnell das, was man sich vornimmt verschwinden kann.

Die Statistik

1. FC Union Berlin - Mainz 05 4:0 (1:0)
Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Schlotterbeck – Trimmel (69. Reyerson), Prömel, Andrich (82. Greisbeck), Lenz - Becker (64. Bülter), Ingvartsen (82. Endo) - Kruse (64. Pohjanpalo)
Mainz 05: Zentner – Mwene (71. Aaron), St Juste, Hack, Brosinski – Kunde Malong (60. Nebel), Boetius, Latza –- Onisiwo, Quaison (71. Kilian) - Mateta (60. Burkhardt)
Tore: Kruse (13.), Ingvartsen (49.), Friedrich (63.), Pohjanpalo (64.)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann – Zuschauer: 5000

So geht’s weiter

Für die Unioner geht es als nächstes am 18. Oktober gegen den angeschlagenen Schalke 04. Für die Mainzer schon am 17. Oktober gegen Bayer Leverkusen.