Der VfL Wolfsburg schlägt am Sonnabend zum Bundesliga-Spiel beim 1. FC Union Berlin in der „Alten Försterei“ auf. Der Köpenicker Abwehrrecke Robin Knoche könnte sich da ein bisschen so vorkommen, als ginge er mit seiner gerade geschiedenen Frau zur Party. Es ist noch nicht lange her, dass der 28-Jährige im hellgrünen Trikot der Niedersachen Gas gegeben hat.

Wolfsburger Urgestein

Knoche gehörte 15 Jahre dem VfL an. Mit 13 Jahren lockten die Wölfe den heute 1,90 Meter großen gebürtigen Braunschweiger in die Fußball-Nachwuchsabteilung. Kein leichter Weg, denn zwischen dem VW-Club und der Eintracht aus seiner Heimatstadt herrscht vor allem bei den Fans ein tiefe Abneigung gegenüber der anderen Seite. In der Jugend half er 2011 mit, den Deutschen Meistertitel der A-Jugend in die Autostadt zu holen. Bis zur U 21 gehörte Knoche den deutschen Nationalteams an. Insgesamt trieb er den Ball bei 183 Bundesliga-Einsätzen für den VfL über den Rasen. Nach der vorigen Saison legte VfL-Geschäftsführer Jörg Schmadtke dem Verteidiger kein Vertragsangebot vor. Damit schlug die Stunde für Unions Manager Oliver Ruhnert. Er lockte den Niedersachsen in dieWuhlheide.

Knoche kam ablösefrei

Ein geschickter Schachzug. Robin stieß ablösefrei zu den Eisernen. „Er fühlt sich hier sehr wohl“, hat Union-Trainer Urs Fischer beobachtet. Knoche ist der ruhige Typ, der mit Leistungen zu überzeugen versucht, wie zuletzt bei Werder Bremen (2:0). Knoche bereitete mit einem Sahne-Pass in die Tiefe das 1:0 durch Sheraldo Becker vor.

Kein Nachtreten gegen Ex-Club

Der 28 Jahre alte Robin Konche tritt gegen die Wolfsburger im Übrigen nicht nach. Er äußert sich nicht zu seinem Abgang von der Werkself. Dafür waren wohl die vergangenen 15 Jahre viel zu schön und viel zu erlebnisreich. Eher wird er am Sonnabend in der „Alter Försterei“ bemüht sein, möglichst Glanzform bei seinem Auftritt zu bieten. Trainer Fischer glaubt jedenfalls: „Durch Knoches Erfahrungen sind seine Nebenspieler stärker geworden.“

Starke Dreierkette mit Hübner und Friedrich

An der Dreier-Kette mit Florian Hübner, Marvin Friedrich und Knoche bissen sich zuletzt die Bremer fest. Letzterer lobt den kommenden Gegner: „Sie haben es bisher gut gemacht. Sie besitzen eine gewisse Erfahrung und Qualität. Sie stehen nicht umsonst in den internationalen Rängen.“ Gleichwohl gibt er sich vor der Partie gegen die Wölfe selbstbewusst. „Wir brauchen uns mit unseren Leistungen nicht verstecken. Wir stehen nicht umsonst auf Platz 5 und wir spielen zu Hause. Da sollten wir mutig auftreten.“