Der 1. FC: Union hat im letzten Test vor Pflichtspielbeginn eine solide Leistung abgeliefert. Gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg gelang ein verdienter 2:1-Erfolg. Hier die Partie im Check.

Die Vorgeschichte:

Die Partie ist für die Unioner der letzte Test vor der Pflichtspielstart im Pokal in einer Woche beim Zweitligisten Karlsruher SC. Normalerweise geht es dann gegen einen internationalen Gegner wie im Vorjahr Celta Vigo aus Spanien. Dass diesmal Zweitligist 1. FC Nürnberg als Kontrahent ausgewählt wurde hat einen historischen Hintergrund. Als SC Union Oberschöneweide empfingen die Berliner die Franken schon am 7. August 1920 im damals neu erbauten Sportpark Sadowa. Es war das offizielle Eröffnungsspiel an dem Ort, der heute als Stadion an der Alten Försterei bekannt ist. Ergo, wird das 100-jährige Jubiläum der Spielstätte gefeiert. In der Pause wurde dann noch der ehemalige Kapitän Felix Kroos emotional samt Ehrenrunde verabschiedet. Der 29-Jährige wechselt zu Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig.

Die Tore:

1:0 (51.) Marcus Ingvartsen kommt mit der Fußspitze schneller an eine Eingabe von Gießelmann als Gegenspieler Handwerker.
1:1 (52.) Niko Dovedan zieht nach Zuspiel von Köpke aus 18 Metern ab und der abgefälschte Ball geht flach rechts ins Eck.
2:1 (65.) Marcus Ingvartsen verwandelt einen Foulelfmeter nachdem Nünbergs Knothe den Berliner Ryerson von den Beinen holte.

Die Startelf und Taktik:

Normalerweise ist das letzte Testspiel immer ein Fingerzeig für die Elf, die auch zum Punktspielstart auf dem Feld steht. Aber wie sollte es in solchen Zeiten sein, wird auch dies ausgehebelt. Mit Kapitän Christopher Trimmel , der mit Österreich Spiele in der Nations League bestreitet, Sebastian Andersson mit Schweden und Nico Schlotterbeck, der bei der deutschen U 21 spielt, fehlten Stammspielerkandidaten. Das Torwartduell dürfte aber erwartungsgemäß Andreas Luthe gegen Lennart Moser und Jakob Busk gewonnen haben. Und auf der Linksverteidigerposition hat offenbar Niko Gießelmann die Nase vorn gegenüber Christopher Lenz. Taktisch blieb Trainer Urs Ficher bei der gewohnten 4-2-3-1-Formation.
Auch bei den Nürnbergern war im Vorfeld die Torwartposition am heftigsten diskutiert worden. Trainer Robert Klauß, der aus Eberswalde stammt, zog Routinier Christian Mathenia der talentierten Leihgaben des FC Bayern München Christian Früchtl vor. Im offensiven Mittelfeld agierte der Ex-Herthaner Pascal Köpke

So lief die Partie:

Warum sich Nürnbergs Trainer Klauß für Mathenia im Tor entschied, unterstrich der Schlussmann in den ersten 20 Minuten eindrucksvoll, als er Schüsse von Christian Gentner, Grischa Prömel und Marcus Ingvartsen entschärfte. Union war durchweg, angetrieben von den glückselig, singenden Anhängern, auf dem Weg Richtung Nürnberger Tor. Der Ball teilweise flüssig durch die Reihen, es war ein anderer Zug im Spiel als in vielen Partien der Vorbereitung. Allerdings fehlte immer noch der letzte Drang zum Tor. Ein Andersson oder auch Max Kruse wurden durchaus vermisst.
Turbulenter wurde es in der zweiten Hälfte. Wobei die Franken ihren Anteil hatten. Union-Schlussmann Luthe durfte sich gegen Schüsse von Köpke und Schäffler auszeichnen. Dann glich der ebenfalls zur Pause gekommene Dovedan die 1:0-Führung von Ingvartsen postwendend aus. Die flinken Gäste, vor allem Dovedan sorgten durchaus für Wirbel in der Berliner Defensive, kassierten aber nach Ryersons Solo, das unsanft gestoppt wurde, durch einen Ingvartsens verwandelten Elfmeter das zweite Gegentor. Wenn allerdings Union-Schlussmann Luthe nicht mehrfach sein Können unter Beweis gestellt hätte, wäre der Ausgleich für Nürnberg mehr als verdient gewesen. Emotional wurde es auf den Rängen noch einmal, als Akaki Gogia nach fast einen Jahr Verletzungspause in die Partie kam. Und die Ehrenrunde nach der Partie genossen Union-Spieler wie Fans gleichermaßen mit Dauerapplaus und dem Chanson „FC Union, unsere Liebe“.
Die Statistik:
Union Berlin – 1. FC Nürnberg 2:1 (0:0)
1. FC Union Berlin: Luthe – Ryerson, Friedrich, Knoche, Gießelmann (70. Lenz) – Griesbeck, Prömel (46. Hübner) – Ingvartsen (84. Dietz), Gentner, Bülter (80. Gogia) – Teuchert (63. Mees)
1. FC Nürnberg : Mathenia – Valentini (85. Celebi), Marggreiter (46. Mühl), Sörensen, Handwerker (63. – Krauß (46. Dovedan), Geis – Singh, Köpke, Nürnberger – Schleusener (46. Schäffler)
Tore. 1:0 Ingvartsen (51.), 1:1 Dovedan (52.), 2:1 (65.) Ingvartsen - Schiedsrichter: Siebert (Berlin) - Zuschauer: 4500