2007 feierte er überraschend mit dem VfB Stuttgart den Titel und nur zwei Jahre später unter Felix Magath ebenso unvorhergesehen mit dem VfL Wolfsburg. Nun geht es für Gentner und den 1. FC Union Berlin am Sonntag gegen die Niedersachsen. "Nach der Karriere blickt man vielleicht zurück und denkt, dass 400 eine stolze Zahl ist, aber jetzt ist das bei mir nicht im Kopf. Es ist ein Spiel wie jedes andere", sagte Gentner, der bisher 399 Spiele im Oberhaus bestritt. "Ich werde keine Jubiläumsfeier veranstalten und auch keine Bilanz ziehen. Ich will nach dem Sonntag auch noch weiter Fußball spielen."
Vertrag läuft aus
Gentner wechselte im Sommer aus Stuttgart zu den Köpenickern und unterschrieb einen Vertrag für zunächst ein Jahr. Diesen Schritt hat er bisher noch nicht bereut. Unter Urs Fischer ist er unumstrittener Stammspieler und verpasste lediglich ein Spiel verletzungsbedingt. Doch Schluss soll im Sommer noch nicht sein. "Union ist mein erster Ansprechpartner. Wir haben noch keinen Termin zu Vertragsgesprächen vereinbart, aber ich gehe da entspannt ran", erzählt Gentner, der nach seiner Karriere die Trainerlizenzen machen möchte.
Dabei ist der Schwabe auch ein Vorbild in Sachen Fair-Play. Während seiner ganzen Laufbahn ist der Mittelfeldspieler noch nie vom Platz geflogen. "Du musst immer genau überlegen, wie du in den Zweikampf gehst und auch auf dem Platz die Linie des Schiedsrichters wahrnehmen. Ich hätte aber bestimmt auch schon mit Gelb-Rot vom Platz fliegen können", erzählt er lachend.
Dass Gentner es auf 400 Einsätze schaffen wird, liegt neben seinen konstant guten Leistungen auch daran, dass er nicht verletzungsanfällig ist. "Da spiegelt sich die Arbeit wieder, die du in deinen Körper steckst." Nur im September 2017 bekam er von Wolfsburgs Torhüter Koen Casteels unglücklich das Knie an den Kopf. Da er bewusstlos wurde und seine Zunge verschluckte, konnten die Ärzte des VfB Stuttgart durch ihr schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindern. Gentner erlitt Brüche der Augenhöhle, des Oberkiefers und Jochbeins. Durch den Zusammenprall vergaß er sogar, dass er mit den Schwaben in die Bundesliga aufgestiegen war.
Am Sonntag wird bei den Wolfsburger Gästen wieder Casteels im Tor stehen. "Ich habe keine Angst in den Strafraum zu kommen", sagt Gentner. Trotz des Wolfsburger Europa-League-Einsatzes erwartet er ein frisches Team. "Aber wir sind stabil und wenn wir das beibehalten können, können wir zuversichtlich in das Spiel gehen."

Hertha ist in der Kabine kein großes Thema

Die Schlammschlacht bei Stadtrivale Hertha BSC mit Ex-Trainer Jürgen Klinsmann ist bei den Eisernen kein großes Thema. "Wir wissen zu wenig, was wirklich vorgefallen ist", erklärt Gentner. Außerdem fügte er hinzu: "Das soll auch keine Spitze gegen Hertha sein, aber ich bin sehr froh, dass bei uns die Dinge intern ablaufen." lgr