Allerdings sei Köln für ihn auch wichtig und die Partie am Sonnabend in jedem Fall eine besondere. In der Domstadt  sieht er seine Zukunft und: "Ich hatte dort meine beste Zeit im Fußball." Vor allem, weil der Nigerianer in drei Spielzeiten in der ersten und zweiten Liga von 2012 bis 2015 im Trikot der Geißböcke unangefochtener Stammspieler war. Bei seinen anderen Bundesligastationen in Bremen (2015/16) und Mainz (2011/12, 2018/19) war das vor allem in Rheinhessen nicht immer der Fall. Auch beim 1. FC Union (24 Pflichtspiele, 3 Tore) ist der 29-Jährige nicht gesetzt, hat es schwer am Schweden Sebastian Andersson vorbeizuziehen. Doch inzwischen sieht er es entspannter und den Wechsel vor der Saison an die Wuhle als richtige Entscheidung an. "In Mainz gab es fünf Stürmer für ein oder zwei Plätze. Da hatte ich nicht das Gefühl spielen zu können. Bei Union bin ich nicht so weit weg." Ob er in Köln wie zuletzt gegen Schalke zu Beginn bereits auflaufen darf oder eingewechselt wird, ist für ihn unerheblich.
"Ich fühle mich gut und bin bereit", macht Ujah Werbung in eigener Sache. Allerdings weiß auch der Stürmer, dass sein Einsatz von der Taktik abhängt, die Trainer Urs Fischer als erfolgreich erachtet. Setzt der Schweizer auf Offensive gegen die Kölner und zwei Spitzen, dann dürfte Ujah neben Andersson auflaufen. Doch er ist auch zufrieden, wenn er nur eingewechselt wird. Am Donnerstag wird Ujah mehr wissen. "Dann beginnt der Trainer die taktische Vorbereitung auf den Gegner." Klar ist nur: "Wenn mir ein Tor gelingt, werde ich nicht jubeln." Zu groß ist die Verbundenheit mit dem FC.
Ein Erfolg am Rhein könnte die Unioner, die mit 32 Punkten vier Zähler vor dem Relegationsplatz in der Tabelle stehen, einen Riesenschritt dem Klassenerhalt näher bringen. Auf eine Punktzahl, die dafür nötig ist, will sich auch Ujah nicht festnageln lassen. "Wir haben so etwas nicht im Kopf. Wir wollen immer gewinnen, dann werden wir sehen." Klar ist für den Angreifer nur eines – das Restprogramm der Unioner bürgt Chancen und Risiken. Vor allem die beiden Heimpartien gegen Paderborn und Düsseldorf. "Beide wollen auch nicht verlieren. Wir müssen einen perfekten Tag haben, und unsere Chancen nutzen, um zu punkten."
Ein noch ernsteres Thema als der Ligaverbleib liegt dem Nigerianer besonders am Herzen – der Rassismus im Sport und im realen Leben. Aber auch hier bewahrt er sich seinen Optimismus. Die vielen Kniefälle und sonstigen Proteste geben ihm Mut, ebenso dass Ex-Verein Mainz, den Austritt eines Mitgliedes guthieß, das aus rassistischen Gründen kündigte. "Es ist alles ein Schritt in die richtige Richtung", sagt er. Aber er sieht den Sport und die Gesellschaft noch auf einem langen Weg bis zu dem Ziel, das für ihn entscheidend ist. "Wichtig ist, dass alle jeden so akzeptieren, wie er ist. Egal, welche Farbe er hat und aus welcher Kultur und aus welchem Land er ist – das ist mein Traum.." Und als er das sagt, wirkt Ujah ganz ernst.

InfokastenTitel XXXXXXXX