Der 1. FC. Union Berlin ist in der Fußball-Bundesliga seit fünf Partien ungeschlagen. Beim 2:2 gegen VfL Wolfsburg verpassten es die Eisernen, die Partie trotz längerer Überzahl für sich zu entscheiden. Hier die Partie im Check.

Die Vorgeschichte

Gleich vier Spieler im Kader des 1. FC Union haben eine Vergangenheit beim VfL Wolfsburg. Christian Gentner wird 2009 mit dem Team von Mittellandkanal sogar Deutscher Meister. Allerdings steht der Mittelfeldspieler nach einer Verletzung noch nicht zur Verfügung. Gleiches gilt für Torjäger Max Kruse, der in der Saison 2015/16 für die Wölfe kickte und aktuell zwar schon im Kraftraum trainiert, aber noch bis in den Februar nach einem Muskelbündelriss ausfällt. Für Union am Ball ist dagegen Robin Knoche, der 15 Jahre in Niedersachsen aktiv war. „Auf der einen Seite ist es total schön, alle Mitarbeiter zu kennen und sich über viele Jahre mit dem Club zu 100 Prozent zu identifizieren. Auf der anderen Seite hat man immer das Problem, - überspitzt gesagt - als Inventar angesehen zu werden“, sagte der 28-Jährige vor der Partie. Auf der UnionBank sitzt noch Ex-Wolf Akaki Gogia (2007-1), wie Knoche dort ausgebildet wurde.

Die Lage

Union Berlin hat vor der Partie erst ein Heimspiel verloren - am 1. Spieltag gegen den FC Augsburg (1:3). Die Serie von zuletzt vier Spielen ohne Niederlage wollen die Köpenicker auch gegen punktgleichen Tabellennachbarn (24) bewahren. Die Wolfsburger gelten in diese Saison als ehe auswärtsschwach, haben erst ein Spiel in der Fremde gewonnen (2:0 bei Schalke 04). Nach der Partie bleiben beide Teams weiter in der Spitzengruppe.

Die Tore

0:1 (10.) Renato Steffen, köpfte den Ball nach einer Ecke von Marc Arnold ein, weil Unions Christopher Lenz zu unentschlossen in den Zweikampf geht.
1:1 (29.) Sheraldo Becker, jagt den Ball in den Winkel, nachdem die Unioner am Mittelkreis einen schlechten Pass abfangen und Marcus Ingvartsen nach schnellem Umschaltspiel den Schützen bedient.
2:1 (52.) Robert Andrich, zirkelt den Ball per Freistoß von der Strafraumgrenze über den Mauer in den linken Torwinkel.
2:2 (66.) Wout Weghorst, verwandelt Handelfmeter.

Die Startelf und Taktik

Beide Trainer vertrauten weitgehend den Mannschaften der vergangenen Woche. Unions Fischer tauschte in der Startelf seines 3-4-1-2-Systems nur im defensiven Mittelfeld Sebastian Griesbeck für Grischa Prömel, während Wolfsburgs Oliver Glasner in seinem 4-5-1-System gänzlich auf Wechsel gegenüber dem 0:2 bei Borussia Dortmund verzichtete.

So lief die Partie

Union ist ja bekannt für schnelle Tore. Diesmal hatte Becker die Chance nach zwei Minuten, schoss aber den Ball am leeren Tor vorbei. Der VfL nutzte die Chance. Union-Torwart Luthe rettete noch gegen Gerhart. Dann aber gingen die Gäste durch den Kleinsten im Kader, Steffen, per Kopf in Front und bestimmten die Partie. Den Berlinern viel ungewohnt wenig ein. Selbst Standards funktionierten kaum. Erst ein Fehler des Kontrahenten brachte sie wieder in die Spur. Fortan agierten die Eisernen überlegen, vergaben ihre Chance durch Awoniyi, während auf der anderen erneut Gerhardt an Luthe scheiterte.
Hälfte 2 begann turbulent. Schiri Ittrich pfiff erst Elfmeter, zeigte Wolfsburgs Arnold Rot nach Notbremse an Awoniyi. Der VAR kassierte den Elfer und den Freistoß von der Strafraumgrenze versenkte Andrich zur Köpenicker Führung. In Überzahl schienen die Unioner die Kontrolle zu besitzen, bis der Kölner Keller eingriff. Als Brekalo den hochspringenden Ingvartsen an den Arm schoss, pfiff Ittrich nach VAR-Intervention auf Elfmeter. Das spielerische Niveau bleib danach weiter überschaubar ubnd auch eine Schlussoffensive der Berliner brachte keinen Sieg mehr.

Knoche-Cam

Dass die Partie für Robin Knoche eine besondere war, zeigte sich auch im Spiel In der ersten Hälfte lieferte sich der Berliner Abwehrspieler herzhafte Duelle mit Wolfsburgs Torjäger Weghorst – sowohl mit dem Ball als auch mit Worten. In die zweite Hälfte startete er mit zahlreichen schwachen Pässen, wurde aber mit längerer Spielzeit wieder sicherer. Das Tor des Niederländers konnte er nicht verhindern. Und in der Schlussphase sah er nach Foul an Baku noch Gelb.

Die Stimmen

„Wenn man Spiel anschaut, mit einem weniger sicher zufrieden. Aber eigentlich wollten wir gewinnen, am Ende müssen wir den Punkt nehmen. Das Spiel war nicht angenehm, die Zweikämpfe hart, die Bedingungen nicht schön, aber man kann Fußball nicht immer nur im Sonnenschein spielen. „(Renato Steffen, VfL Wolfsburg)
„Im Spiel kann man die 15 Jahre ausblenden, Ich konnte die Farben gut unterscheiden. In Überzahl hätten wir das eine oder andere besser ausspielen können. Beim Elfmeter ist die Regelauslegung so. er dreht sich aber eigentlich weg. Aber man kann ihn schon geben.“ (Robin Knoche, 1. FC Union Berlin)
„Nach der Roten Karte und dem Rückstand war ein ganz anderes Spiel. Kompliment an die Mannschaft, dass sie zurückgekommen ist. Der Punkt geht in Ordnung.“ (Oliver Glasner, Trainer Wolfsburg)
„Das Glas ist halbvoll. Es ist ein gewonnener Punkt, das Remis geht in Ordnung. Wir hätten in Führung gehen können, dann haben wir uns schwergetan. Nach der Führung und einem Mann mehr, Phase nicht so gut gefallen. Wir haben es nicht konsequent ausgespielt und Wolfsburg eingeladen, zurückzukommen. Aus solchen Phasen müssen wir lernen. Wir brauchen da mehr Geduld, das Spiel war nicht breit genug, um mehr Räume zu bekommen. Aber der VfL hat sehr gut verteidigt.“ (Oliver Glasner:, Trainer 1. FC Union)

Die Statistik

Union Berlin – VfL Wolfsburg 2:2 (1:1)
Union Berlin: Luthe - Knoche, Friedrich, Florian Hübner - Trimmel, Andrich, Griesbeck (87. Ryerson), Lenz - Ingvartsen (87. Gogia - Becker (77. Bülter), Awoniyi (77. Teuchert).
VfL Wolfsburg: Casteels - Baku (90. Bialek), Pongracic (46. Guilavogui), Brooks, Paulo Otavio - Arnold, Schlager, Gerhardt – Brekalo (67. Mbabu), Steffen - Weghorst.
Tore. 0:1 Steffen (10.), 1:1 Becker (29.), 2:1 Andrich (52.), 2:2 Weghorst (66.) – Schiedsrichter: Ittrich (Hamburg) - Rote Karte: Arnold (Wolfsburg/50./Notbremse) - Zuschauer: keine

So geht es weiter

Für die Unioner steht bereits am Freitag (20.30 Uhr) das Duell in der Alten Försterei gegen Bayer Leverkusen auf dem Programm, während die Wolfsburger ein Tag später RB Leipzig empfangen.