"Leverkusen spielt in der Königsklasse und gehört für mich zu den vier stärksten Teams der Bundesliga. Die Mannschaft wird gegen uns alles aufbieten, um sich zu rehabilitieren." Es ist zu vermuten, dass die Rheinländer wie eine Lawine mit hoher Geschwindigkeit auf das Tor der Berliner zurollen werden. Mit dem Brasilianer Paulinho und dem gebürtigen Berliner Karim Bellarabi stehen zwei Spieler im Kader, die durch Tempo-Einlagen immer für Tore gut sind. Das weiß auch Fischer und schlussfolgert: "Wir müssen die Möglichkeiten der schnellen, trickreichen Spieler als Mannschaft unterbinden."
Schlotterbeck für Subotic
Mit dem Holländer Sheraldo Becker besitzen die Wuhlheider zwar auch einen Sprinter. Ob er nach zuletzt durchwachsenen Leistungen in der Start-Elf ran darf, ließ der Union-Coach offen. Nur was die linke Verteidiger-Position betrifft, zeigte er sich  ungewohnt auskunftsbereit. "Da Neven Subotic mit Gelb-Rot gesperrt ist, tut sich Keven Schlotterbeck als Option auf." Allerdings fehlen dem Abwehrspieler durch zwei Spiele Sperre und die Länderspielpause die Einsatz-Zeiten.
Vielleicht sollten die Unioner durch ihre Spielweise zumindest versuchen, dass sich die beiden Niederlagen in den Köpfen der Bayer-Elf festsetzen. Doch das wird Leverkusens Trainer Peter Bosz als geschickter Motivator wahrscheinlich zu verhindern wissen. Gegen Werder Bremen schienen die Berliner vergangene Woche bisweilen etwas weich in den Knien. Sie spielten vor allem in der Abwehr ziemlich ängstlich, deshalb appelliert Fischer an seine Profis: "Wir müssen uns etwas zutrauen. Der Erfolg gegen Dortmund sollte bei den Zweikämpfen und im Angriff durchaus eine Rolle spielen."
Bisher sorgten für die fünf Union-Treffer ausschließlich Sebastian Andersson und Marius Bülter. Zweitliga-Torjäger Sebastian Polter hielt sich bis jetzt vornehm zurück. Trainer Fischer ist es zwar egal, wer die Tore schießt – Hauptsache sie fallen. Aber der Chef würde schon gern sehen, wenn "Polti" wieder trifft. "Er weiß genau, woran er arbeiten muss, damit er wieder Tore schießt", sagt der Schweizer. Vielleicht poltert Sebastian nun am Sonnabend in der Bay-Arena wieder richtig los. Der Unterstützung von 2500 mitgereisten Unionern kann der Fan-Liebling sicher sein.

Leverkusen steht mit dem Rücken zur Wand


Die Aussage von Bayer-Torwart Lukas Hradecky wirkte wie das berühmte Pfeifen im Walde. "Klar wird es jetzt schwieriger. Aber ich werde das Vertrauen in meine Mannschaft nie verlieren. Champions League ist halt kein Spaziergang im Park", resümierte der finnische Nationaltorhüter nach dem ernüchternden 1:2 gegen Lokomotive Moskau. Schon nach dem ersten Gruppenspiel in der Königsklasse steht der Werksclub mit dem Rücken zur Wand.

In der Verfassung von Mittwoch dürfte die Partie in der Bundesliga gegen den 1. FC Union Berlin auch kein Selbstläufer werden. Zu einfallslos selbst bei Standards agierte die hochveranlagte Mannschaft gegen tief stehende Gegner. Zudem muss Trainer Peter Bosz auf Angreifer Leon Bailey wegen eines Muskelfaserrisses verzichten. Der Jamaikaner fehlt vier Wochen. sid