Allen Zweiflern ist es jetzt bewiesen: Der Großeinkauf des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union hat sich gelohnt. Elf neue Spieler geben Trainer Urs Fischer eine Spielerauswahl, die wie gegen den FSV Mainz 05 zu einem 4:0 Sieg in Köpenick führen kann. „Die Höhe des Sieges war leider auch verdient“, gab nach dem Spiel sogar auch Mainz-Trainer Jan-Moritz Lichte zu. Seine Mannschaft ist vor allem in der zweiten Spielhälfte nach dem 2:0 von Marcus Ingvartsen (49.) in ihre Einzelteile zerfallen. Für Union war es hingegen der höchste Liga-Sieg. Die beiden Stars der Stunde am Freitagabend: Max Kruse und Joel Pohjanpalo.

35 Sekunden auf dem Rasen

Besonders beeindruckend war der erste Auftritt des finnischen Nationalspielers Joel Pohjanpalo, der 35 Sekunden nach seiner Einwechselung gegen die Mainzer traf. „Das war ein überragender Moment“, sagte der Stürmer nach der Partil. Erst am Mittwoch war der Leihspieler von Bayer Leverkusen zu den Eisernen gestoßen, dass er überhaupt am Freitag spielen würde, war bis zum Spieltag noch offen. Ganz offensichtlich hat Fischer richtig entschieden. „Er geht jetzt weg mit der (finnischen) Nationalmannschaft, da bin ich ein bisschen traurig. Aber es freut mich natürlich, dass er heute getroffen hat“, sagte der Coach bei der Pressekonferenz nach dem Spiel. In der Länderspielpause wird der Finne mit seiner Mannschaft schon am Mittwoch gegen Polen antreten.
Neben der Freude über seinen ersten Treffer bei Union bekundete Pohjanpalo seine Freude über Fans im Stadion: „Hier mit 5000 Leuten im Stadion, ich merke das, das war schon krass“, erklärte der 26-Jährige. „Die Stimmung im Stadion war überragend.“ Die Alte Försterei, in der unter normalen Umständen 22 000 Menschen zugelassen sind, fühlte sich dennoch voll und laut an.

Noch nicht bei 100 Prozent

Max Kruse stand mehr als 60 Minuten lang auf dem Rasen und war in beinahe jedem Angriff der Unioner involviert. „Man hat die Qualität, die er mitbringt, gesehen“, meinte Fischer über Kruse. Er habe sowohl vorne als auch hinten mitgespielt, habe den Takt angegeben. Da kann man dem Union-Trainer nur Recht geben: Es war das erste Spiel bei dem der 32-Jährige wieder in der Startelf sein konnte. Nach einer langen Verletzungspause müsse er sich „herantasten“ wie Fischer findet.
Von Herantasten war aber kaum die Rede – und wenn, denn kann Mainz froh sein, dass Kruse „noch nicht hundertprozentig fit“ war, wie Kruse selbst gegenüber Sky sagte. Es war sein Tor zum 1:0 (13.), dass die Überlegenheit der Unioner offenbarte. „Ich muss noch an mir arbeiten“, findet der Starstürmer. Er sei noch nicht ganz schnell genug, sonst hätte er noch ein zweites Mal getroffen. Darauf können sich die Eisernen also schon Mal freuen.