Bei Fußball-Zweitligist Hansa Rostock herrscht nach der 1:3-Heimniederlage am Samstag im Ostduell gegen Dynamo Dresden tiefe Enttäuschung. „Ich bin extrem angefressen. Wir besaßen genügend Chancen, um in Führung zu gehen. Dynamo hat mit zwei Flanken das Spiel für sich entschieden“, sagte Abwehrmann Damian Roßbach nach der Partie.

Ex-Cottbuser Mamba mit erstem Saisontor

Ähnlich wie bei der 1:3-Heimpleite am 1. Spieltag gegen den Karlsruher SC kamen die Mecklenburger in den entscheidenden Situationen einen Schritt zu spät und fabrizierten vor den Gegentoren individuelle Fehler. „Mich ärgert, dass wir in den Zweikämpfen nicht genug Präsenz hatten. Dresden war konsequenter und hat seine Chancen effektiv genutzt“, sagte der Rostocker Angreifer Streli Mamba, der mit seinem ersten Saisontor den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielte.
Hoch das Bein: Chris Löwe von Dynamo Dresden und der Rostocker Streli Mamba im Zweikampf.
Hoch das Bein: Chris Löwe von Dynamo Dresden und der Rostocker Streli Mamba im Zweikampf.
© Foto: Bernd Wüstneck/dpa

Hansa hatte alle Nackenschläge weggesteckt

Zuvor hatte Hansa vor 14 500 Zuschauern, darunter 1200 Dresdner Anhänger, im Ostseestadion alle Nackenschläge weggesteckt. Trotz des frühen 0:1-Rückstands nach 38 Sekunden und der Verletzung von Mittelfeldspieler Calogero Rizzuto, der sich einen Nasenbeinbruch zuzog, spielte Hansa zielstrebig nach vorn. „Wir haben uns nicht beeindrucken lassen, richtig viel Druck gemacht und verdient den Ausgleich erzielt. Das war der Lohn für die intensive Arbeit“, sagte Trainer Jens Härtel. Einige Unachtsamkeiten in der Hansa-Abwehr bescherten Dynamo dann einen Doppelschlag zum 3:1.

Derby-Niederlage geht Hansa-Trainer Härtel „auf den Sack“

Damit blieb Dresden gegen Hansa zum neunten Mal in Serie ungeschlagen. „Wir haben ein Derby verloren, das geht uns richtig auf den Sack“, sagte Härtel, richtete den Blick aber schon nach vorn: „Wir müssen uns kurz schütteln, die positiven Sachen mitnehmen und es beim nächsten Spiel besser machen.“
Trainer Jens Härtel von Hansa Rostock hadert am Spielfeldrand. Die Gäste von Dynamo Dresden gewinnen mit 3:1.
Trainer Jens Härtel von Hansa Rostock hadert am Spielfeldrand. Die Gäste von Dynamo Dresden gewinnen mit 3:1.
© Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Kopfschüttelnd verließ derweil Tim Knipping das Spielfeld und humpelte in Richtung Kabinentrakt. Wenige Minuten zuvor passierte in einem hart umkämpften Ost-Duell die Szene, die Dynamo Dresden für eine längere Zeit beschäftigen wird. „Hoffentlich ist es nichts Schlimmeres“, sagte Trainer Alexander Schmidt. Schon früh während des Spiels blieb der Innenverteidiger bei einer Abwehraktion im Rasen hängen und verdrehte sich das Knie. Doch der Wunsch von Schmidt erfüllte sich nicht.

Knipping erleidet wohl Kreuzband-Riss

Es spricht für die Mentalität von Dynamos Vizekapitän, dass er zunächst weiterspielen wollte und sich direkt nach seiner Auswechslung darüber beschwerte. Doch nur wenige Minuten später schwoll das lädierte Knie schnell an. Eine MRT-Untersuchung am Sonntag soll die befürchtete Kreuzbandriss-Diagnose bestätigt haben. Fast schon vorausschauend hat Dynamo mit Michael Sollbauer, Michael Akoto und Antonis Aidonis vor der Saison drei weitere Innenverteidiger verpflichtet