Es war im Vorfeld lange über Sinn und Unsinn der Partie diskutiert worden. Zwei Euroleague-Spiele und drei im nationalen Pokal waren verschoben worden, nachdem insgesamt sechs Spieler und Mitglieder des Alba-Funktionsteams Corona-positiv getestet worden waren. Die gesamte Mannschaft musste in eine zweiwöchige Quarantäne, erst am Montag hatte ein Teil des Teams erstmals wieder trainieren können. Alles andere als eine ideale Vorbereitung auf das Spiel gegen einen der Top-Favoriten der europäischen Königsklasse. Der FC Barcelona setzte sich denn vor der Geisterkulisse – Zuschauer waren keine zugelassen – auch ebenso deutlich wie ungefährdet mit 103:67 (56:36) durch.
Immerhin hatte Alba-Coach Aito Reneses elf gesunde Akteure zur Verfügung, die sich allesamt schon in der ersten Halbzeit beweisen durften. Also auch Malte Delow und Lorenz Brenneke, die beiden Doppel-Lizenz-Spieler von Pro-B-Ligist Lok Bernau.
Den Gastgebern war die lange Pause im Verlaufe der Partie mehr und mehr anzumerken. Von einer Überraschung, gar Sensation gegen den spanischen Top-Club war Alba weit entfernt. Basketballerisch sah das phasenweise gar nicht so schlecht aus, das Spielverständnis geht ja auch in einer unfreiwilligen Auszeit nicht gänzlich verloren. Aber es war unübersehbar, dass die Gäste voll im Wettkampf-Rhythmus sind. In der spanischen Liga haben sie bereits acht Spiele absolviert, sind mit sechs Siegen Tabellenzweiter hinter Real Madrid. Und wenn eine Mannschaft 60 Prozent ihrer Drei-Punkt-Würfe trifft, dann ist sie ohnehin nur schwer zu schlagen.
„Wir müssen es nehmen, wie es ist“, sagte Nils Giffey. „Wichtig war, dass wir überhaupt wieder gespielt haben. Aber es waren natürlich ungleiche Voraussetzungen“, wollte der Alba-Kapitän das Ergebnis nicht weiter kommentieren.
Die Berliner starten am Sonntag gegen die Skyliners Frankfurt in die Bundesliga-Saison. Wobei offen ist, ob es dazu kommt, weil es bei den Gästen positive Corona-Fälle gegeben hat.