Bei Alba Berlin saß nach der Niederlage im zweiten Finalspiel der Basketball-Bundesliga gegen Bayern München der Frust tief. Wortlos schlichen einige Spieler in die Kabine. „Das ist bitter, aber es war klar, dass die Bayern eine Reaktion zeigen wollten“, sagte Nationalspieler Johannes Thiemann. Dem 89:86-Erfolg im ersten Spiel folgte Donnerstagabend eine 66:76-Heimniederlage. In der Best-of-Five-Serie steht es nun 1:1.
Der Frust muss aber schnell verarbeitet werden. Schon Freitagfrüh ging es nach dem obligatorischen Corona-Test mit der Bahn nach München. Dort findet am Samstag, dem 12. Juni 2021, die dritte Partie (15 Uhr/Magentasport) statt. Die vierte Partie folgt einen Tag später. Am Sonntag, dem 13. Juni 2021, wird das möglicherweise entscheidende Spiel um 15 Uhr bei Sport1 im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt. Sollte es noch ein fünftes Spiel am Dienstag geben, wäre auch diese Partie um 19 Uhr ohne ein Abo bei dem Spartensender zu sehen.

Niederlage vor 2000 Fans

„Es wird keine Erholung mehr geben, diese Serie ist eine Mörderserie“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. Und doch freut sich Thiemann ein wenig über einen freien Tag. „Ist ja ein Tag mehr als das letzte Mal. Das wird uns gut tun“, sagte er.
Nach der Heimniederlage vor 2000 Fans muss Alba aber nun ein Spiel in München gewinnen, um die Titelchance zu wahren. Für Baldi werden das wieder „knüppelharte Spiele“. „Das wird genauso hart wie hier. Und das steigert sich immer noch. Denn es geht um immer mehr“, sagte der Manager. Vor allem die physische Spielweise der Bayern stellt den Titelverteidiger aber vor Probleme. „Man sieht ja, was das für ein Gehacke ist. Immer hast du einen im Nacken, immer ist Kontakt da“, sagte Baldi.

Alba Berlin zeigt gegen Bayern München Moral

Für den Alba-Manager wird es deshalb darauf ankommen, dass sein Team nicht die Linie verlässt. „Es wird immer Situationen geben, erst recht in München, wo dir die Welt so ungerecht erscheint und alles gegen dich läuft. Das darf aber nicht dazu führen, dass wir was verändern. Aber natürlich ist das im Finale schwieriger umzusetzen“, sagte er. Baldi fordert deshalb, dass sich sein Team mehr auf das eigene Spiel fokussiert. „Sowie wir frei spielen, mit Risiko und Mut, dann sehen wir gut aus. In der Sekunde, in der wir keine Fehler machen wollen, machen wir welche“, sagte er.
So wie am Donnerstagabend. Besonders in der Anfangsphase und am Ende verkrampften die Berliner. „Wir waren am Anfang und am Ende fest. Wir hatten kein freies Spiel mehr“, sagte Baldi. Zu Beginn des zweiten Viertels lag Alba bereits mit 19 Punkten zurück. „Da haben wir uns zu sehr überrennen lassen. Das ist dann schwierig, wenn du gegen so ein Team 19 Punkte hinterherlaufen musst“, sagte Thiemann.
Zumindest zeigte Alba Moral. Es gelang ihnen, den Rückstand aufzuholen und zeitweilig sogar in eine Vier-Punkte-Führung zu drehen. „Wir wissen also, das wir es können“, sagte Luke Sikma. Und auch Trainer Aito Garcia Reneses lobte die Einstellung seines Teams. „Wir haben einen guten Teamspirit, aber wenn du frustriert bist, kannst du ihn nicht immer umsetzen“, sagte der Spanier.
Mit dem dritten Spiel in vier Tagen wird das Thema Müdigkeit laut Thiemann am Samstag eine große Rolle spielen: „Gerade, wenn es um Müdigkeit geht, kommt es darauf an, wer weniger Fehler macht. Aber das geht den Bayern ja genauso.“