Am Freitag ist es zum dritten Mal soweit. Der 1. FC Union und als Gastgeber Hertha BSC treffen in der Fußball-Bundesliga zum Stadtderby aufeinander. Was beide Trainer, Urs Fischer und Bruno Labbadia sowie Union-Medienchef Christian Arbeit und Hertha-Manager Michael Preetz, über Vorbereitung und Kontrahenten sagen, haben wir aufgezeichnet.

Das Personal

Fischer: Anthony Ujah, Nils Schlotterbeck, Christian Gentner und Joel Pahjanpalo fallen definitiv aus. Bei Keita Endo sieht es gut aus, er könnte im Kader stehen.
Labbadia: Bei Omar Alderete müssen wir nach seinem Bluterguss im Beckenbereich aus dem Leverkusen-Spiel noch abwarten. Er macht derzeit individuelles Training. Dafür ist Jordan Torunarigha wieder ein Kandidat für den Kader. Ob er in der Startelf steht, hängt der Genesung von Alderete ab. Und Lucas Tousart ist schmerzfrei, einem Einsatz steht nichts mehr im Wege.

Der Gegner

Fischer: Hertha hat es im vergangenen Auswärtsspiel gegen Leverkusen vor allem in der Defensive gut gemacht. Sie haben kaum etwas zugelassen und vorne haben sie mit Matheus Cunha und Dodi Lukebakio Unterschiedsspieler. Dazu ist die Mannschaft eine gute Mischung aus Jugend und Erfahrung. Das wird eine schwierige Aufgabe.
Labbadia: Ich habe mir die vergangenen drei Spiele von Union angesehen. Einige fußballerische Unterschiede gegenüber dem Vorjahr sind zu sehen. Das liegt sicher daran, dass sie länger zusammenspielen und Automatismen greifen. Der fußballerische Ansatz ist besser geworden.

Das Derby ohne Fans

Fischer: Ein Derby ist immer ein spezielles Spiel. Ich habe schon einige erlebt. Der Wert bleibt gleich, ob mit oder ohne Fans. Da kann man schon mal emotionaler sein. Aber bei aller Rivalität, es geht vor allem um wichtige Punkte. Deshalb ist es ein wichtiges Spiel.
Labbadia: Ich freue mich auf das Spiel. Ein Derby hat immer einen besonderen Reiz, das werden wir vermitteln. Aber es geht dann vor allem um drei Punkte und ein Sieg wäre natürlich doppelt süß.
Preetz: Wenn man das erste Spiel in der Alten Försterei ausklammert, konnten wir zweimal nicht vor sicher 75 000 Fans spielen. Damit fallen Aufmerksamkeit und wirtschaftliche Komponenten weg. Das ist bedauerlich. Wir wollen das Spiel gewinnen und den ersten Heimsieg der Saison feiern.

Unions-Torscorer Max Kruse

Fischer: Hoffentlich ist er auch im Derby wichtig. Das ist ja seine Aufgabe. Sonst ist er ein toller Junge, für einen Spaß immer bereit. Er weiß aber auch, wann er arbeiten muss für die Mannschaft. Er sit sich nicht zu schade für lange Wege. Ich bin froh, dass es bei ihm läuft.
Labbadia: Er hat gezeigt, wie gut er ist. Er wird nur im Kollektiv zu stoppen sein, weil er viel auf dem Platz unterwegs ist. Aber auch wir haben Spieler wie ihn, die ein Spiel entscheiden können.

Kräfteverhältnisse in der Stadt

Arbeit: Das ist bei uns kein Thema. Wir sich froh, dass wir in der Bundesliga spielen und die Stadt hat sicher Platz für zwei Erstligisten.
Preetz: Berlin verträgt zwei Bundesliga-Clubs. Es ist schön mit der Rivalität, sicher auch für Fans und Presse. Nach einem Viertel der Saison kann man die Kräfteverhältnisse aber noch nicht beurteilen.