Der 1. FC Union Berlin spielt zum zweiten Mal in Folge 1:1 und muss trotz besserer Torchancen gegen den SC Freiburg mit einer Punkteteilung leben. Die Führung der Gäste durch Grifo (34.), glich Robert Andrich nur eine Minute später per Fernschuss aus.

Die Ausgangslage:

Der 1. FC Union Berlin und der SC Freiburg starteten beide gut in die Saison. Beide Teams stehen bei fünf Punkten, die Köpenicker sind nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor den Breisgauern.
Das Sportliche rückte vor dem Spiel sowieso in den Hintergrund, da die Partie vor 4500 Fans im Stadion an der Alten Försterei stattfand. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hatte vor dem Spiel Fußballfans dazu aufgerufen, möglichst auf einen Besuch im Stadion zu verzichten. „Ich verstehe die Leidenschaft zum Fußball“, sagte Kalayci am Donnerstag. „Aber ich bleibe dabei: Meiden Sie soziale Kontakte. Wenn es geht, bleiben Sie zuhaus‘“, sagte sie.
Für die Fans gab es im Stadion ein Verbot für Fangesängen, und die Berliner Fans hielten sich daran und wurden kreativ. Es wurde getrommelt, mit Rasseln Stimmung erzeugt und enorm viel geklatscht im Stadion An der Alten Försterei. Ein Zuschauer nahm auch zwei Topfdeckel mit ins Stadion und sorgte so für ordentlich Krach.

Startelf und Taktik:

Routinier Christian Gentner kehrte beim 1. FC Union in die Startformation zurück. Trainer Urs Fischer stellte den 35-Jährigen für den verletzten Grischa Prömel im defensiven Mittelfeld auf und vertraute ansonsten der gleiche Elf wie am vergangenen Sonntag beim 1:1 beim FC Schalke 04. Gentner hatte sich am ersten Spieltag in der Partie gegen den FC Augsburg an der Wade verletzt und gehört nun erstmals seitdem wieder zur Anfangsformation.
Im Tor von Union steht wie schon an den ersten vier Spieltagen erneut Andreas Luthe. Rivale Loris Karius gehört im Stadion An der Alten Försterei gar nicht zum Kader. Die 27 Jahre alte Leihgabe vom FC Liverpool hatte sich am Mittwoch im Training verletzt.

So verlief das Spiel:

Union kam gut ins Spiel und hatte nach drei Minuten bereits die Möglichkeit zur Führung, doch Pohjanpalo traf den Ball aus wenigen Metern nicht richtig und ein Freiburger konnte den Ball auf der Linie klären. Auch die ersten 15 Minuten gehörten ganz klar den Gastgebern, die vor allem enorm gefährlich über die rechte Seite und Sheraldo Becker nach vorn spielten.
Auch nach 30 Minuten blieben die Eisernen das bessere Team, mit den gefährlicheren Offensivaktionen, doch die letzte Durchschlagskraft fehlte. So ging ein Andrich-Schuss aus 16 Metern nur knapp am rechten Pfosten vorbei.
Auf der anderen Seite nutzten die Freiburger ihren ersten Torschuss zur Führung durch Grifo. Die Zuteilung in der Berliner Defensive stimmte einmal nicht und der italienische Nationalspieler schlenzte den Ball gekonnt ins lange Eck. Doch die Führung hatte nur eine Minute Bestand, dann traf Robert Andrich per starkem Flachschuss aus 18 Metern zum Ausgleich.
Kurz nach der Pause hatte erst Union die Führung durch Ingvartsen auf dem Fuß und auf der Gegenseite musste Torhüter Luthe gegen Höler retten. Anschließend fehlte bei beiden Teams aber nach vorne die letzte Genauigkeit, um wirklich in gefährliche Abschlusssituationen zu kommen. Nach vorne ging nicht viel, dafür wurden die Zweikämpfe immer Mittelfeld nun härter. Die beste Chance in Halbzeit zwei hatte Innenverteidiger Marvin Friedrich, dessen Fernschuss nur knapp über die Latte ging (86.). Union probierte in den Schlussminuten noch einmal alles, kam jedoch trotz insgesamt 21 Torschüssen zu keinem Erfolg.

Statistik:

1. FC Union Berlin: 1 Luthe - 28 Trimmel (79. Ryerson), 5 Friedrich, 31 Knoche, 25 Lenz - 34 Gentner (71. Griesbeck), 30 Andrich - 27 Becker (71. Endo), 10 Kruse, 32 Ingvartsen (58. Bülter) - 9 Pohjanpalo (71. Awoniyi) - Trainer: Fischer
SC Freiburg: 21 Florian Müller - 7 Schmid, 3 Lienhart, 23 Heintz, 30 Günter - 8 Santamaria (61. Tempelmann), 27 Höfler - 22 Sallai (76. Jeong), 32 Grifo (76. Kwon) - 9 Höler, 18 Petersen (87. Demirovic). - Trainer: Streich
Tore: 0:1 Grifo (34.), 1:1 Andrich (35.)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Zuschauer: 4500

Stimmen zum Spiel:

Marvin Friedrich (1. FC Union Berlin): „Wir ärgern uns schon, dass wir die drei Punkte nicht mitgenommen haben. Wir waren über 90 Minuten die bessere Mannschaft.“
Andreas Luthe (Torhüter, 1. FC Union Berlin): „Ich bin noch nicht so lang hier, aber ich weiß, dass beim Heimspiel hier die Post abgeht und die Fans haben das beste draus gemacht. Das Klatschen war laut genug, daran hat es nicht gelegen. Insgesamt bin ich aber unzufrieden – bei so vielen Chancen willst du das Spiel gewinnen.“
Urs Fischer (Trainer, 1. FC Union Berlin): „Mit der Leistung bin ich zufrieden, aber mit dem Resultat dürfen wir nicht zufrieden sein. Wenn du so viele Möglichleiten hast, musst du das Spiel gewinnen.“

So geht’s weiter:

Die Eisernen haben nun ein paar Tage länger Pause und spielen erst wieder am Montag, den 2.11 um 20.30 Uhr bei der TSG Hoffenheim.