Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) geht mit positiven Nachrichten in die Offensive. Für viele sind es vielleicht sogar Meldungen, die so in Anbetracht der kritischen Lage in der Corona-Pandemie überraschend kommen. Der FLB-Krisenstab hat eine Bestandsaufnahme des Spielbetriebes für alle Altersklassen vorgenommen, und „demnach sieht es momentan sehr gut aus“, sagt Anne Engel, Geschäftsführerin des Verbandes.

Minimalziel des FLB in der Saison bleibt eine belastbare Wertung

Im Detail heißt das für den Fußball im Land Folgendes: Auch in Brandenburg gibt es Spielausfälle aufgrund von Corona-Infektionen in den Mannschaften, doch die Anzahl derer sei insbesondere im Bereich der Herren absolut überschaubar. Den Nachwuchs trifft es insgesamt etwas härter, jedoch bestehe auch hier derzeit kein Anlass, über eine Saisonbeendigung zu sprechen, teilt der FLB nach seiner Krisenstabsrunde mit. „Wir sind sehr froh, dass es uns die aktuelle Umgangsverordnung ermöglicht, weiterhin Fußball spielen zu dürfen. Das Infektionsgeschehen bei der Sportausübung im Freien ist in der Vergangenheit mehrfach thematisiert worden. Unabhängig davon betrachten wir die derzeitige Entwicklung der Corona-Zahlen mit großer Sorge! Wir sehen jedoch nicht schwarz, was unser, zu Saisonbeginn gestecktes, Minimalziel für eine Saisonwertung betrifft“, sagt Anne Engel.
Genau dieses Minimalziel ist es, worauf wohl alle Fußballer hoffen. Meisterjubel, Aufstieg oder aber vielleicht erfolgreicher Kampf gegen den Abstieg. Die Frage ist nur, zu welchem Zeitpunkt die Wertung erfolgen wird?
Niko Jose, Trainer des Landesligisten FC Hennigsdorf, ist sich „absolut sicher, worauf das hinausläuft“. Seine Erfahrungen aus den vergangenen Tagen hätten ihn darin bestätigt. „Es haben alle Druck. Deshalb müssen die Spiele untergebracht werden. Es geht nur um die Wertung – unbedingt.“
Corona hat den FC Hennigsdorf in den vergangenen Tagen mächtig durcheinandergewirbelt. Aus dem Landesliga-Kader waren kürzlich insgesamt zwei Spieler positiv getestet worden, in der zweiten Mannschaft (Kreisoberliga Oberhavel/Barnim) einer und im Ü-35-Team (Kreisliga Oberhavel/Barnim) der Hennigsdorfer zwei.

FC Schwedt lehnt Termine ab

Das, was auf die Verantwortlichen einprasselte, „lernt man auf keinem Trainerlehrgang“, sagt Coach Niko Jose. „Es geht einfach immer darum, Termine mit den Jungs und dem Gegner abzusprechen sowie schnell zu handeln.“ Genau das war rückblickend aber nicht immer möglich. Denn bis es überhaupt zur Absage des Auswärtsspiels beim FC Schwedt am vergangenen Wochenende gekommen war, brauchte es Zeit.
Der Gegner aus der Uckermark hatte trotz eines bestätigten Corona-Falles aus dem Hennigsdorfer Aufgebot „mehrere Termine für eine Spielverlegung abgelehnt. Und auch Staffelleiter Lars Jonas meinte zunächst, dass wir noch genügend Spieler hätten und auflaufen könnten. Genau aus diesem Grund waren wir zwischenzeitlich sogar soweit, uns für den Sicherheitsgedanken zu entscheiden und sowohl eine Niederlage als auch die Strafe in Kauf zu nehmen“, sagt Jose. „Dann gab es aber doch die Absetzung seitens des Verbandes.“

Geimpfter Spieler meldet sich positiv

Für Jose ist das Absetzen nach wie vor die einzig richtige Entscheidung. Denn: Vor dem Landesliga-Duell mit dem BSC Fortuna Glienicke (1:5) am 6. November hatte sich ein Hennigsdorfer Fußballer beim Trainer gemeldet, der zu einem Corona-Positiven Kontakt hatte. „Da er aber negativ getestet war, hätte ich ihn spielen lassen können. Er ist auch vollständig geimpft“, unterstreicht Niko Jose. „Und in der vergangenen Woche teilte mir dann genau dieser Spieler mit, dass auch er Corona hat. Jeder spricht immer von negativ getestet, aber kaum jemand hat auf dem Schirm, dass eine Infektion auch erst später zu erkennen sein kann.“
Für Niko Jose und sein Team hieß es deshalb erst einmal, die „Schotten dicht zu machen“. Das Training und die Partie in Schwedt wurden auf Eis gelegt. „Am Montag haben wir uns dann via ,Zoom´ mal wieder gesehen“, sagt Jose. Zu einer Trainingseinheit am Mittwoch kommen nur Spieler mit einem negativen Testergebnis in der Hand.
Was die vom FLB anvisierte Saisonwertung angeht, wollen die Hennigsdorfer nichts dem Zufall überlassen. Sie haben weiter ein mögliches Saisonende in der Winterpause auf der Agenda. „Aktuell haben wir 14 Punkte. Vier, fünf Zähler brauchen wir also noch, und Konkurrenz ist noch reichlich da. Mal schauen, ob unsere Rechnung aufgeht“, so Jose.