Welch ein Triumph: Ausgerechnet im Derby brachten die Falkenthaler am Sonntag den Staffelsieg in der Landesklasse Nord in trockene Tücher. Trainer Hardy Franz konnte - bereits mit einigen Litern Bier übergossen - sein Glück kaum fassen. "Ich bin einfach nur überwältig. Auch wenn wir lange an der Tabellenspitze standen, habe ich diesen Aufstieg nicht für möglich gehalten." Auch Kapitän Steven Herfort - der einzige der Mannschaft, der alle Aufstiege seit 2006 mitgemacht hat - war einfach nur baff. "Das ist einfach Wahnsinn, dass wir hier als kleines Dorf gegen die große Stadt die Meisterschaft perfekt machen. Endlich konnten wir den Respekt vor Zehdenick ablegen."
213008
Tatsächlich starteten die Falkenthaler nervös in ihr Endspiel. Vor 522 Zuschauern und im strömenden Regen gehörte die erste Halbzeit dem SV Zehdenick. Die Gäste zeigten, dass sie nach wie vor an ihre Chance im Aufstiegsrennen glaubten und hatten durch Lukas Dembowsky (34.), Tim Schumacher (36.) und Tobias Krupa (37.) auch gute Chancen. Die Füchse waren dagegen auf rutschigem Geläuf zunächst nur nach Standards gefährlich.
Nach der Pause setzten die Gastgeber im hart aber weitestgehend fair geführten Derby dann konsequenter nach und gingen durch einen Kopfballtreffer von Toni Schindler in der 64. Minute mit 1:0 in Führung. Da fehlte beim SVZ die Zuordnung. Der eingewechselte David Scheibel erhöhte mit einer schönen Einzelaktion über links nur sechs Minuten später auf 2:0. Doch die Zehdenicker gaben sich nicht auf, verkürzten durch Kevin Höpfner nach einer Ecke zum 2:1. Nachdem Rudger Bruse für Falkenthal anschließend sogar noch einen Foulelfmeter verschoss (86.), war es schließlich Schindler, der mit seinem zweiten Tor alles für die Füchse klar machte. Bei einem Konter überlupfte er den herauslaufenden Zehdenicker Torwart Kevin Krysiak aus etwa 35 Metern (90.).
Beim Gegner wusste man kurz nach Schlusspfiff die Leistung des Kontrahenten anzuerkennen. "Glückwunsch an Falkenthal. Wer so eine Rückrunde spielt, hat es verdient, aufzusteigen", meinte SVZ-Coach Axel Büchle, der seiner Mannschaft dennoch eine gute Leistung attestierte. "Uns fehlt halt ein Knipser."
Bei den Falkenthalern war dagegen ab kurz vor 16 Uhr nur noch Feiern angesagt - und zwar bis tief in die Nacht. Steven Herfort: "Die ganze Mannschaft hat sich für Montag Urlaub genommen. Die meisten von uns haben wohl schon geahnt, dass da gegen Zehdenick etwas ganz Großes kommen könnte."