Für Fußball-Regionalligist FSV Union Fürstenwalde ist es ein historisches Spiel und das größte der Vereinsgeschichte. Durch den erstmaligen Gewinn des Landespokals Brandenburg nehmen die Domstädter auch zum ersten Mal an der 1. Runde des DFB-Pokals teil. Auch wenn die Partie gegen die „Wölfe“ nicht in der heimischen Bonava-Arena ausgetragen werden, ist die Vorfreude groß.

Herr Maucksch, Sie  haben mittlerweile 125 Spiele für Fürstenwalde an der Seitenlinie gestanden und zahlreiche Erfolge gefeiert. Ist diese Partie dennoch besonders?

Für den Verein schon, weil es ein Spiel ist, dass bisher noch nicht erreicht wurde. Deswegen macht es durchaus Spaß, so ein Spiel zu begleiten.

Besonders weil es auch gegen Ihren Ex-Verein geht?

Besonders nicht, aber es sind viele gute Erinnerungen auf alle Fälle. Vielleicht treffe ich den ein oder anderen vor Ort, um sich einfach mal wieder auszutauschen.

Gab es denn vor dem Spiel Kontakt?

Ja, es gab schon nochmal Kontakt. Sie hatten sich eigentlich gefreut, wenn das Spiel in Fürstenwalde stattgefunden hätte, weil dann hätten wir es gleich damit verbunden, dass wir in Bad Saarow eine Runde Golf spielen gehen.

Sie haben zwei Jahre in Wolfsburg gespielt. Was für Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Ich habe nur gute Erinnerungen. Wir sind in die Bundesliga aufgestiegen und es ist immer gut, wenn man etwas Positives hinterlässt, denn seitdem spielen sie in der ersten Liga.

Wolfsburg spielt das zweite Jahr in Folge auch in der Europa League, Sie in der 4. Liga. Die Rollenverteilung vor dem Spiel ist da wohl klar.

Eigentlich nicht. (lacht) Aber na klar, sie haben einen ganz anderen Anspruch. Die haben 70 Millionen Euro für die erste Liga zur Verfügung und wir 500 000 oder 600 000 Euro.

Sie sind nach fünf Ligaspielen voll im Wettkampfmodus. Ist das ein Vorteil für Ihr Team?

Das hätte einen Vorteil gehabt, wenn wir in Fürstenwalde gespielt hätten, weil wir die Rahmenbedingungen kennen und die alles andere als erstligatauglich sind. Deswegen wurde uns dieser kleine Vorteil halt genommen, aber jetzt wollen wir in Wolfsburg ordentlich bestehen.

Kommt es Ihnen dennoch entgegen, dass Sie im kleineren AOK-Stadion spielen?

Nein. Wenn du dort bist, ist alles wie geleckt und hingemalt. Das sind Rahmenbedingungen, da würde sich jeder Bundesligist freuen.  Das haben mit Bayern München vielleicht noch 5 bis 6 andere Vereine. Dort ist alles sowas von 1A, aber das ist für die Jungs vielleicht auch ein Anreiz, dass sie sich das Ziel setzen, dort mal hinzukommen.

Bisher haben sie nur Englische Wochen hinter sich. Wie froh waren Sie, vor dem Spiel mal eine Woche trainieren zu können?

Sehr froh. Weil man einfach gewisse Trainingsschwerpunkte auffrischen kann und muss. Es gibt gerade anhand der Spiele genug Sachen, die man auswerten muss.

Standen im Training vor allem Kontersituationen auf dem Programm?

Es wäre überraschend, wenn wir mehr Ballbesitz als Wolfsburg hätten. Aber generell sind wir in Umschaltbewegungen relativ gut. Was mich ein bisschen stört, ist, dass wir noch zu viele Gegentreffer kriegen. Da liegt das Hauptaugenmerk einfach darauf, dass das ganze Team bereit ist, Defensivarbeit zu verrichten.

Können Sie Wolfsburg noch irgendwie überraschen?

Wenn wir die überraschen, würde es mich irgendwo freuen, aber im Endeffekt haben sie unsere Spiele gesehen und haben Bildmaterial. Es ist ja nicht mehr wie früher, dass der DFB-Pokal auf die leichte Schulter genommen wird, weil es für sie auch eine riesige Einnahmequelle ist. Ich denke nicht, dass wir auf eine unvorbereitete Wolfsburger Mannschaft treffen werden. Es hängt hauptsächlich von ihnen ab und inwieweit sie Ernst machen. Ich hoffe aber natürlich, dass sie einen rabenschwarzen Tag haben und wir einen Sahnetag.

Fast alle kleineren Clubs mussten ihr Heimrecht mit den Profivereinen tauschen. Verliert der Pokal dadurch seinen Reiz?

Da müssen sich die Entscheidungsträger auch fragen, inwieweit sie denn überhaupt noch einen Bezug zu den kleineren Vereinen oder generell einen Bezug zu den Leuten haben, die den Fußball ja irgendwo prägen.