Es wird der emotionale Höhepunkt im Achtelfinale des DFB-Pokals, wenn am 19. Januar im Berliner Olympiastadion Hertha BSC und der 1. FC Union ein drittes Duell in dieser Saison gegeneinander austragen. Auf Seiten der Eisernen könnte einem Spieler, der ein alter Derby-Hase ist, eine entscheidende Bedeutung für die Partie zukommen.

Vereinslegenden Mattuschka und Kruse freuen sich auf Pokalderby

Über die Wertigkeit der Partie zwischen den beiden Berliner Rivalen herrscht bei den Legenden der beiden Vereine Einigkeit: „Ganz Fußball-Deutschland wird auf dieses Spiel schauen. Ein Highlight“, sagte Union-Legende Torsten Mattuschka schon kurz nach der Auslosung beim rbb und schob nach. „Ein Berliner Derby mehr. Das gab es so im Pokal noch nicht, es elektrisiert die Stadt einmal mehr. Und: Eine Berliner Mannschaft steht im Viertelfinale." Für Herthas Urgestein Axel Kruse könnte ein Saisonziel für die Blau-Weißen schon erreicht werden. „Die Auslosung war Wahnsinn. Für mich ist jetzt nur noch entscheidend, nicht abzusteigen und Union im Pokal rauszuknallen.“
Einer, der das auf Seiten der Köpenicker verhindern will, ist Grischa Prömel. Der Blondschopf hat sich auch mit Surfen im Urlaub auf Teneriffa fit gemacht für die Rückserie und ist derzeit vielleicht in der Form seines Lebens, denn er glänzt nicht nur als Abräumer im defensiven Mittelfeld, sondern auch als Torschütze vom Dienst. Erst traf er zweimal zum Auftakt nach der Winterpause beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen und auch am Sonnabend war er gegen die TSG Hoffenheim der entscheidende Mann, als er in der 73. Minute das Siegtor zum 2:1 erzielte. „Ich habe im Moment den richtigen Riecher. Ich stehe an der richtigen Stelle und mache die Dinger weg“, sagt der 27-Jährige erfreut.

Grischa Prömel (Union Berlin): „Wir haben einen klaren Plan.“

Wie meist urteilt Trainer Urs Fischer etwas nüchterner: „Das ist ja eigentlich auch seine Aufgabe. Vielleicht hat uns in dem einen oder anderen Spiel gefehlt, dass der Achter solche Wege geht. Das erwarte ich ganz einfach von dieser Position. Die beiden Tore gegen Leverkusen haben ihm natürlich Selbstvertrauen gegeben.“ Auch im Pokalderby am Mittwoch gegen die Hertha möchte der gebürtige Stuttgarter gerne eine tragende Rollen spielen. Prömel, der in den vergangenen vier Bundesliga-Stadtderbys (2:0, 1:1, 1:3, 0:4) jeweils in der Startelf stand und derzeit aus dieser auch nicht wegzudenken ist, hat sich jedenfalls ein klares Ziel gesetzt. „Wir haben einen ganz klaren Plan – wir wollen die nächste Runde erreichen. Es istfür den Verein ein sehr, sehr wichtiges Spiel.“
Eine Favoritenrolle für das Pokal-Stadtderby festzulegen, fällt schwer. Fakt ist – Union ist in der Stadt derzeit die klare Nummer 1. In der Tabelle liegt das Team als Fünfter mit 31 Punkten klar vor Hertha (13./22). Und die Eisernen haben das erste Derby dieser Saison mit 2:0 in der Alten Försterei durch Treffer von Taiwo Awoniyi, der derzeit für Nigeria beim Afrika-Cup spielt, und Christopher Trimmel klar für sich entschieden. Fakt ist aber auch, dass die Mannschaft von Urs Fischer in den vergangenen beiden Partien im Berliner Olympiastadion im Jahr 2020 gegen die Charlottenburger zweimal klar den Kürzeren zog (1:3, 0:4).
Hertha Co-Trainer Ilija Aracic (hier mit Chefcoach Tayfun Korkut (r)) schoss als Tennis Borusse die Charlottenburger mal aus dem DFB-Pokal.
Hertha Co-Trainer Ilija Aracic (hier mit Chefcoach Tayfun Korkut (r)) schoss als Tennis Borusse die Charlottenburger mal aus dem DFB-Pokal.
© Foto: Andreas Gora/dpa

Für Hertha ist es nicht das erste Stadt-Derby im DFB-Pokal

Für die Hertha ist es nicht das erste Stadtderby in der über 80-jährigen Geschichte des DFB-Pokals. Im Oktober 1998 traf der Bundesligist mit Ex-Trainer Pal Dardai im Mittelfeld damals im Achtelfinale auf Zweitligist Tennis Borussia Berlin. Vor mehr als 40.000 Zuschauern schieden die Blau-Weißen überraschend durch eine 2:4-Niederlage gegen die Veilchen aus. Derby-Held war Ilja Aracic, der zwei Treffer erzielte, in der nächsten Saison mit Hertha in der Champions League stürmte und heute Co-Trainer von Hertha-Chefcoach Tayfun Korkut ist. Zur Königsklasse schielen derzeit die Unioner, aber erst einmal gilt es, im Pokal das Viertelfinale zu erreichen.
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