Mit rund 680 Kilometer hat der 1. FC Union Berlin eine der weitesten Reisen in der 1. Runde des DFB-Pokals vor sich. Die Eisernen treten am Samstagabend (18.30 Uhr) beim Karlsruher SC vor 450 Zuschauern an. Doch für Grischa Prömel dürfte die lange Reise absolut kein Problem sein, denn seine Vorfreude auf ein Wiedersehen mit seinem ehemaligen Clubist sehr groß. „Dort gab es einen großen Wandel. Ich bin froh, dass ich mir das alles mal wieder anschauen kann.“

Wechsel nach Abstieg in die 3. Liga

Von 2015 bis 2017 spielte der gebürtige Stuttgarter für den Karlsruher SC. Sein Profidebüt gab der zentrale Mittelfeldspieler dabei sogar als rechter Verteidiger. Nach 44 Spielen und zwei Toren verließ Prömel den KSC nach dem Abstieg in die 3. Liga in Richtung Alte Försterei. Und beinahe hätte der Zweitligist in der vergangenen Saison wieder den Schritt in die Drittklassigkeit antreten müssen. Nur dank ein unglaublichen Endspurts und einigen fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen sicherten die Badener den Verbleib in Liga 2. „Es sind mittlerweile wieder viele neue Spieler da. Ich glaube, nur noch einer aus meiner Zeit“, hat Grischa Prömel aus dem entfernten Berlin beobachtet. „Aber es gibt drumherum viele Funktionäre, auf die ich mich freue.“

Union Berlins neue Spielidee

Auf dem Platz arbeitete das Team von Urs Fischer in der Vorbereitung intensiv daran, stärker im Kurzpassspiel zu werden. Statt langer Bälle auf Stürmer Sebastian Andersson, sollen nun mehr spielerische Lösungen gefunden werden. „Das merkt man im Training und wir sind uns alle bewusst, dass wir uns darin verbessern müssen“, erzählt Prömel, der jedoch eine Stärke nicht vernachlässigen will. „Eine riesige Stärke von uns war das Spiel gegen den Ball. Das dürfen wir nicht aus den Augen lassen.“ In den Testspielen klappte das laut dem 1,87 großen Mittelfeldakteur bereits sehr gut. „Dort konnten wir bereits viel umsetzten und die neuen Spielern die Union-DNA einpflanzen.“ Und sollte es mit hohen oder kurzen Pässen mal nicht klappen, haben die Köpenicker immer noch ihre brandgefährlichen Standardsituationen. „Das war eine riesige Stärke von uns. Da müssen wir wieder hinfinden, gerade mit einer so großen und robusten Mannschaft.“

Stammplatz ist das Ziel

Nachdem der 25-Jährige in der abgelaufenen Saison lange Zeit mit Problemen an der Patellasehne zu kämpfen hatte, bestritt er erst ab Februar 15 seiner insgesamt 16 Einsätze. Mit der Vertragsverlängerung von Christian Gentner, der Verpflichtung von Sebastian Griesbeck und Robert Andrich hat Prömel, der nach Kapitän Trimmel der dienstälteste Unioner ist, starke Konkurrenz im Kampf um einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld der Eisernen. Aber er gibt sich mutig: „Ich habe natürlich den Anspruch zu spielen. Ich muss einfach schauen, dass ich fit bleibe.“