Der DFB-Pokal und Andreas Voglsammer – das passt irgendwie: Der gebürtige Rosenheimer im Trikot des Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin ist beim 2:1-Erfolg im Viertelfinale gegen den FC St. Pauli schon zum zweiten Mal in Folge der Matchwinner für die Eisernen und beendet damit auch die quälend lange Serie an Heimspielniederlagen im Pokal für die Köpenicker. Die blicken nun mit Spannung auf die Halbfinal-Auslosung am 6. März durch Bob-Olympiasiegerin Laura Nolte und Bundestrainer Hansi Flick. Die Hoffnung auf ein Finale praktisch vor der eigenen Haustür im Berliner Olympiastadion am 21. Mai lebt weiter. 2001 hatte sich Union erst im Endspiel gegen Schalke 04 (0:2) geschlagen geben müssen.

Patzer von St. Pauli hilft Voglsammer beim Siegtreffer für Union Berlin

Für den 28-jährigen Voglsammer war der entscheidende Treffer auch ein wenig Genugtuung, dass er vor der Partie wieder aus der Startelf rotierte. „Es ist wichtig, dass ich der Mannschaft mit Toren helfe. Es zählt am Ende das Weiterkommen“, gab es sich zwar bescheiden, aber die Augen blitzten dabei. Dass die Hamburger nach ihrer überraschenden Führung durch einen Freistoß von Daniel Kofo Kyereh mit zwei Ausrutschern , vor dem 1:1 von Sheraldo Becker unmittelbar vor der Pause patzte Torwart Dennis Smarsch, dem Union-Erfolg Vorschub leisteten, störte Voglsammer naturgemäß nicht.
Seinen entscheidenden Treffer zum 2:1 erzielte der Angreifer zehn Minuten nach seiner Einwechslung denn auch mit einer gehörigen Portion Schlitzohrigkeit, als er den Ausrutscher des St. Paulianers Jakov Medic nutzte. „Man muss ein bisschen das Näschen haben, dass so ein Fehler passiert. Vielleicht lernt man auch so etwas in Rosenheim“, erklärte Voglsammer augenzwinkernd.
Damit reagierte er auf eine Aussage von Fernsehexperte Bastian Schweinsteiger, der schon in der vergangenen Runde bei einem Treffer von Voglsammer auf dessen Heimatstadt angespielt hatte. Nach dem artistischem Treffer zum 1:0 beim 3:2-Sieg über Hertha BSC im Achtelfinale, der mit dem „Tor des Monats“ von der ARD-Sportschau geehrt wurde, und Union auf den erfolgreichen Weg brachte, war Voglsammer mit dem Siegtreffer gegen St. Pauli nun schon zum zweiten Mal der Pokal-Matchwinner für die Eisernen.

Trainer Urs Fischer von Union Berlin hat ein glückliches Händchen

Dass er mit der Einwechslung des Angreifers für den glücklosen Taiwo Awoniyi mal wieder ein glückliches Händchen besaß, war für Trainer Urs Fischer indes weniger relevant. „ Ein glückliches Händchen ist es, weil er ein Tor macht. Aber der Auswechselspieler muss den Unterschied machen, wenn er reinkommt. Das erwarte ich. Wenn es so klappt, ist es natürlich umso schöner“, erklärte der Schweizer.
Über den nächsten Gegner macht sich der Coach,, der sich auch ohne ersichtliche Begeisterung „über den Sieg freute“, noch weniger Gedanken. Aber dass die schwarze Serie in den Heimspielen des DFB-Pokals nach 21 Jahren ein Ende gefunden hat, zauberte auch Fischer ein Lächeln ins Gesicht. Seit der legendären Pokalreise 2001 als Drittligist bis ins Endspiel (0:2 gegen Schalke 04) hatten die Eisernen in den folgenden Jahren alle sieben Heimspiele im DFB-Pokal verloren.
„Ich wusste bis kurz vor dem Spiel gar nicht, dass es diese Serie gab“, bekannte Fischer. Nach dem der Pokalfluch nun beendet ist, kann sich der Schweizer ein weiteres Heimspiel im Halbfinale sehr gut vorstellen. „Denn diesmal haben uns die Fans schon sehr geholfen zu gewinnen. Das wäre dann auch sicher der Fall.“ Und würde die Finalchancen für die Köpenicker deutlich erhöhen. Am 6. März wissen dann alle mehr.
Lesen Sie bei MOZ.de mehr zum Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin