Trotz des Aus in der ersten Runde des DFB-Pokals konnte Fußball-Regionalligist bei der 1:4-Niederlage gegen Bundesligist VfL Wolfsburg mehrfach Geschichte schreiben. Der Club bestritt zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte ein Spiel im DFB-Pokal und kam dabei durch Darryl Geurts sogar zum ersten eigenen Treffer und der ersten Führung. Am Ende war der Bundesligist, der keinen guten Tag erwischte, einfach individuell stärker.

Die Ausgangslage

Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt. Auf der einen Seite Fußball Regionalligaligist FSV Union Fürstenwalde (4. Liga), Jahresetat von 500 000 bis 600 000 Euro und auf der anderen Seite Bundesligist und Europa-League Teilnehmer VfL Wolfsburg. Fürstenwaldes Trainer Matthias Maucksch sagte bereits vor dem Spiel: „Ich denke nicht, dass wir auf eine unvorbereitete Wolfsburger Mannschaft treffen. Es hängt hauptsächlich von ihnen ab und inwieweit sie ernst machen“. Ein Fürstenwalder Sieg sei nur möglich, wenn „wir einen absoluten Sahnetag haben und die einen rabenschwarzen Tag erwischen.“

Startelf und Taktik

Fürstenwaldes Trainer Matthias Maucksch setzte auf sein bewährtes 4-2-3-1-System und schickte fast die gleiche Elf wie im Endspiel gegen Babelsberg auf das Feld. Lediglich für Lucas Turci im defensiven Mittelfeld spielte Mateusz Ciapa. Im Vergleich zur Niederlage beim Chemnitzer FC am vergangenen Wochenende tauschte der 51-Jährige auch nur ein Mal. Für Dimitros Komnos verteidigte wieder Kay Michel auf der linken Seite.
Beim VfL Wolfsburg nahm man die Aufgabe gegen den brandenburger Regionalligisten ebenfalls sehr ernst und schickte ein eingespieltes Team auf den Rasen. Mit Maxence Lacroix stand im Vergleich zu vergangenen Saison nur ein Neuzugang auf dem Platz.

So verlief das Spiel:

Der FSV Union begann mutig und lief die Wolfsburger in den ersten fünf Minuten gut an, doch mit ihrem ersten Angriff hätte Wolfsburg in Führung gehen müssen. Doch Joao Victor trat nach einem Querpass aus wenigen Metern am Ball vorbei. Auf der Gegenseite kam Finalheld Lukas Stagge aus fünf Metern vollkommen frei zum Kopfball, doch der Versuch ging knapp über das Tor.
Doch dann die erste große Überraschung nach acht Minuten. Wolfsburg Lacroix ging gegen Fürstenwaldes Stürmer Shoshi im Strafraum zu ungestüm in den Zweikampf und Schiedsrichter Schröder entschied folgerichtig auf Elfmeter. Den fälligen Strafstoß verwandelte Darryl Geurts sicher zum 1:0.
Der VfL hatte anschließend zahlreiche Chancen, um auszugleichen. Steffen scheitert an Fürstenwaldes Torhüter Richter, Gerhardt an der Latte. Der Bundesligist nahm das Spiel nun ernster, ließ jedoch letzte Konsequenz vor dem Tor vermissen. Nach 23 Minuten war es dann Joao Victor, der per Abstauber zum Ausgleich traf. Und nur sechs Minuten später musste Victor nach einer abgefälschten Flanke den Ball aus wenigen Metern zur Führung über die Linie drücken. Fürstenwalde hätte mittlerweile auch höher in Rückstand liegen können. Trotz des Rückstandes blieb der FSV Union aber mutig und ging früh ins Pressing.
Mitten in eine kurze Fürstenwalder Drangphase machte der Favorit in der 60. Minuten den Deckel auf das Spiel. Yannick Gerhardt umkurvte Torhüter Richter und schob zum 3:1 ein.
Anschließend verflachte das Spiel kurzzeitig, doch nach 70. Minuten wäre Fürstenwalde beinahe zum Anschlusstreffer gekommen. Nach Ballgewinn am Wolfsburger Strafraum landete ein Schuss von Geurts nur an der Latte. Auf der anderen Seite vollendete Guilavogui eine Ecke per Kopf zum 4:1.

Statistik

VfL Wolfsburg: Pervan – Klaus, Lacroix, Guilavogui, Otavio (80. Horn), Gerhardt, Arnold (61. Schlager), Steffen (61. Marmoush), Mehmedi (74. Bialek), Joao Victor, Weghorst (61. Ginczek)
FSV Union Fürstenwalde: Richter – Wunderlich (45. Hempel), Weiß, Mares, Michel, Kanther (45. Martynets), Putze, Ciapa (64. Turci), Geurts, Stagge (64. Atici), Shoshi (80. Thamke)
Tore: 0:1 Geurts (8.Minute/Elfmeter), 1:1, 2:1 Victor (23./29.), 3:1 Gerhardt (60.), 4:1 Guilavogui (77.)
Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)
Zuschauer: keine

So geht’s weiter

Für Regionalligist Union Fürstenwalde steht direkt die nächste englische Woche auf dem Programm. In der Regionalliga Nordost treffen die Domstädter am Mittwoch im Landespokal auf Optik Rathenow.
Auch für Bundesligist Wolfsburg ist es der Beginn einer englischen Woche. Die Wölfe müssen am Donnerstagabend beim albanischen Club FK Kukesi in der zweiten Runde der Europa League Qualifikation ran.