Als Darryl Geurts das erste Mal in Fürstenwalde auf dem Fußballplatz stand, gab es den FSV Union Fürstenwalde in dieser Form noch gar nicht. Mit sechs Jahren fing der heute 26-jährige an, in Fürstenwalde Fußball zu spielen. Da gab es mit Wacker und Union 1919 noch zwei Vereine in der Stadt, die erst 2002 zum heutigen FSV Union fusionierten. Heute steht er als Führungsspieler aus dem eigenen Nachwuchs in der ersten Runde des DFB-Pokals im Spiel gegen Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg auf dem Platz.

Verpatzte Generalprobe

Dass er für „seinen Verein“ nun im DFB-Pokal auflaufen darf, ist für den Außenbahnspieler ein wahr gewordener Traum. Dennoch gibt er sich bescheiden: „Ich freue mich auf das Spiel und für die Jungs, dass sie sich auf so einer großen Bühne zeigen können und den Verein, dass er einfach mehr im Mittelpunkt steht.“ Die Generalprobe gegen den Chemnitzer FC verpatzen die Domstädter bei der 2:3-Niederlage am vergangenen Wochenende jedoch. „Klar hätte ich gerne gewonnen, aber vielleicht war ein kleiner Dämpfer auch gut, damit jeder weiß, wir müssen nochmal eine Schippe drauflegen.“

Erst Sportschule Frankfurt (Oder), dann zu Energie Cottbus

Geurts, der in der Nähe von Aachen geboren wurde, und in Grünheide aufgewachsen ist, zeigte früh, dass er viel Talent hat. Im Alter von 12 Jahren ging er 2006 auf die Sportschule nach Frankfurt (Oder) und nur zwei Jahre später folgte der Wechsel in die Fußballschule von Energie Cottbus. Er durchlief alle Jugendteams und konnte bei der zweiten Mannschaft von Energie erste Einsätze im Männerbereich sammeln. Nach einem Jahr bei Holstein Kiel folgte 2014 die erste Rückkehr in die Heimat. Geurts blieb bis 2017 und hatte großen Anteil am Aufstieg in die Regionalliga. Anschließend ging es für ihn die 3. Liga zum SC Paderborn – er wollte unbedingt den Sprung in den Profibereich schaffen – doch nach nur drei Einsätzen kehrte er über den Umweg Erfurt 2019 zum zweiten Mal nach Fürstenwalde zurück.

Erneuter Abgang nicht ausgeschlossen

„Ich spiele hier immer meine besten Saisons, weil ich mich heimisch fühle. Das gibt mir mehr Kraft als bei anderen Vereinen“, begründet er seinen persönlich starken Saisonstart mit drei Toren und einer Vorlage in vier Partien. Doch ein erneuter Abschied ist nicht ausgeschlossen. „Wenn nochmal ein höherklassiges Angebot kommen sollte, würde ich wahrscheinlich nochmal gehen“, doch einen Wechsel innerhalb der Regionalliga schloss er aus. „Viel mehr ist das Ziel, mit Fürstenwalde in die 3. Liga aufzusteigen.“

Vorbild FC Saarbrücken

Mit dem VfL Wolfsburg spielt der Gegner im DFB-Pokal sogar noch zwei Ligen höher, doch für Geurts kein Grund zur Panik. „Im vergangenen Jahr hat ein Viertligist auch ein paar Bundesligisten geärgert.“ Damals schaltete der FC Saarbrücken mit Köln und Düsseldorf zwei Bundesligaclubs aus, und zog bis ins Halbfinale ein. Dabei profitierten die Saarländer auch von ihrem Heimvorteil.

Pokalreiz geht verloren

Da Union Fürstenwalde den Hygienebestimmungen in der heimischen Arena aber nicht gerecht werden kann, wird die Partie in Wolfsburg stattfinden. „Wir hatten uns eine kleine Chance im eigenen Stadion ausgerechnet, aber müssen das Beste daraus machen.“ So bleibt er auch bei seinem Tipp für das Spiel optimistisch. „Ich sage 2:1“, und fügte hinzu: „Dann hoffe ich, dass der Trainer uns Sonntag frei gibt.“