Es wird ein ganz besonderer Moment an diesem Sonntag in Weißwasser: Erstmals seit vielen Monaten dürfen die Lausitzer Füchse wieder vor Zuschauern spielen – noch dazu gegen die Eisbären Berlin. Das Testspiel beginnt um 16 Uhr. Maximal 2000 Zuschauer können beim Duell gegen den deutschen Meister live dabei sein. „Ich denke, das wird ein Gänsehaut-Moment, wenn die Scheibe eingeworfen wird“, sagt Dirk Rohrbach als Geschäftsführer der Lausitzer Füchse. In der vergangenen Saison mussten wegen der Corona-Pandemie alle Pflichtspiele ohne Zuschauer ausgetragen werden.
Das Spiel gegen die Eisbären Berlin wird ohnehin auch in diesem Jahr wieder ein ganz spezielles Eishockey-Event. Denn der achtfache DEL-Champion ist Kooperationspartner der Lausitzer Füchse. Das bedeutet: Insgesamt fünf junge Spieler der Eisbären Berlin wurden mit einer sogenannten Förderlizenz ausgestattet und werden in der kommenden Saison auch im Fuchsbau Spielpraxis bekommen.
Das sorgt bisweilen für kuriose Konstellationen. So waren die fünf Förderlizenzler Tobias Ancicka, Leon Hungerecker, Paul Reiner, Korbinian Geibel und Bennet Roßmy zwar am Dienstag beim Mannschaftsfoto in Weißwasser vor Ort – spielen werden am Sonntag aber voraussichtlich nur Hungerecker und Reiner für die Lausitzer Füchse. Ancicka, Geibel und Roßmy werden bei den Eisbären Berlin gebraucht. Unter Vertrag stehen die fünf Youngster übrigens alle in der Hauptstadt.
„Das wird bestimmt ein witziges Spiel“, findet Leon Hungerecker. Der Torhüter wechselte von den Kassel Huskies aus der DEL2 nach Berlin – beziehungsweise eben auch nach Weißwasser. Für ihn ist es die Premiere beim traditionsreichen Duell der Kooperationspartner. „Eine solche Konstellation, dass man gegen Jungs spielt, mit denen man sonst trainiert, hatte ich in meiner Karriere noch nicht“, betont Hungerecker.
Sportlich sind die Rollen natürlich klar verteilt. Für den Meister aus Berlin ist es das letztes Testspiel vor dem Start in die Champions League am nächsten Wochenende. Die Lausitzer Füchse dagegen sind erst am Montag in die Saisonvorbereitung gestartet. Los geht es in der DEL2 am 1. Oktober.

Vorfreude in Berlin und Weißwasser

Auch Füchse-Neuzugang Jens Baxmann freut sich auf das Spiel gegen die Eisbären Berlin. Der Routinier hat fast seine gesamte Karriere beim Hauptstadt-Club verbracht und dort natürlich noch viele Bekannte. „Der Herr Noebels hat mich vor ein paar Tagen angerufen und wollte wissen, was wir in Weißwasser so machen und ob wir schon spielen“, berichtet Baxmann schmunzelt über den Anruf seines alten Spezies Marcel Noebels. Beide haben von 2014 bis 2019 gemeinsam das Eisbären-Trikot getragen. Man kennt sich, man schätzt sich. Und man flachst miteinander.
Neben dem Wiedersehen mit den ehemaligen Teamgefährten freut sich Jens Baxmann – der 2020/21 für die Iserlohn Roosters in der DEL gespielt hat – aber vor allem auf die Fans in der Eishalle. „In der vergangenen Saison ohne Zuschauer zu spielen, war schwierig für alle Beteiligten. Es haben einfach die Emotionen von den Rängen gefehlt.“ Am Sonntag dürfte es im Fuchsbau beim Duell Weißwasser gegen Berlin nun wieder reichlich Emotionen geben. Und wahrscheinlich auch Gänsehaut.
Daumen hoch von Marcel Noebels für das Trikot von Jens Baxmann. Das Foto stammt aus dem Jahr 2017.
Daumen hoch von Marcel Noebels für das Trikot von Jens Baxmann. Das Foto stammt aus dem Jahr 2017.
© Foto: Jan-Philipp Burmann/City-Press