Nach drei freien Tagen jagten die Eisbären am Sonntag beim Training wieder über das Eis. Marcel Noebels trainiert mit dem Ehrgeiz, seinen Titel als „Bester Spieler der DEL“ aus dem Vorjahr zu verteidigen. Wir sprachen mit ihm über dieses Vorhaben und die aktuelle Lage.

Drei Tage Ruhe statt Länderspiele gegen die Schweiz, fanden Sie das gut?

Nicht wirklich. Für mich sind Länderspiele immer ein Highlight. Aber in Corona-Zeiten ist alles nicht so einfach. Wir sind froh, dass wir unseren Liga-Spielbetrieb einigermaßen durchziehen können. Wir sind bei den Eisbären ganz schön stolz, dass wir die Hygienerichtlinie diszipliniert einhalten. Die Länderspiel-Absage ist schade, aber sie ist auch richtig, um das Risiko nicht durch Länderspiele zu erhöhen. Wir wollen im Eishockey Vorbilder sein, damit wir nicht in Quarantäne landen.

Sie wurden bei den bisherigen Punktspielen von Trainer Serge Aubin fast immer rund 22 Minuten aufs Eis geschickt, damit liegen Sie an der Spitze der DEL-„Rekordarbeiter“. Wird ihnen diese Dauerbelastung nicht zu viel?

Im Gegenteil. Ich freue mich, wenn mich der Trainer so oft aufs Eis schickt. Schließlich zeugt das auch von Vertrauen. Für mich gilt es natürlich, möglichst in jedem Spiel das Vertrauen zu rechtfertigen. Das ist nicht einfach, aber ich bemühe mich.

Mit 16 Toren und 38 Scorer-Punkten liegt ihr Sturm bei den Eisbären an der Spitze. Wo sehen Sie die Ursachen für diese Erfolgsbilanz?

Leo Pföderl, Lukas Reichel und ich haben alle Drei Spaß am Eishockey. Ich glaube, das sieht man auch an unserem Spiel. Wir versuchen, mit Schnelligkeit und Spielverständnis unsere Angriffe aufzuziehen. Lukas und ich sehen uns in erster Linie als Vorlagengeber und Leo als Vollstrecker. Bis jetzt klappt das gut.

Welcher Neuzugang hat Sie bisher überzeugt?

In erster Linie ist das Kris Foucault mit seinen Toren. Dann denke ich, dass uns auch Zach Boychuk helfen wird, wenn er mehr bei uns trainiert hat.

Nachwuchs-Bundestrainer Steffen Ziesche würde gern mehr Nachwuchsspieler in der DEL sehen. Wie steht es um die Nachwuchsspieler bei den Eisbären?

Wir haben einen tiefen Kader, da ist es für die jungen Spieler nicht ganz einfach, sich durchzusetzen. Die Jungen müssen sich Eiszeit erobern und Eisminuten erarbeiten. Unsere jungen Spieler Streu, Hänelt, Kinder oder Mik versuchen das und haben bisher nicht enttäuscht. Trainer Aubin achtet zum Glück darauf, dass die Jungs ihre Chancen erhalten.

Anders als bei den Heimspielen ist die Auswärtsbilanz der Eisbären mit nur einem Erfolg ziemlich kläglich. Was muss sich ändern, um auch auf fremden Eis erfolgreicher zu sein?

Wir müssen mit der gleichen Mentalität auswärts antreten, wie wir sie zu Hause an den Tag legen. Dazu müssen wir ganz entschieden von der Strafbank wegbleiben und trotzdem auch auswärts aggressiver spielen als bisher. Am Freitag haben wir in Iserlohn die Chance, unser Vorhaben umzusetzen.

Sie wurden im vergangenen Jahr als Topspieler der DEL ausgezeichnet. Sie weilten bei den Boston Bruins zum Probetraining für die NHL. Warum wurden Sie nicht genommen?

Es ist wie oft im Leben, dass man sich bemüht und versucht, mit Leistungen zu überzeugen. Am Ende entscheiden andere Menschen, dann muss man versuchen, auch aus der neuen Situation das Beste zu machen. Die Eisbären und Bundetrainer Söderholm für das Nationalteam geben mir die Chance dazu.