Beim Fußball-Bundesligisten 1. FC Union Berlin schwankten sie am Tag nach dem vom Ergebnis her eher tristen 0:0 am Mittwochabend gegen den SC Freiburg zwischen der positiven Grundstimmung über ein vor allem in der zweiten Halbzeit ansprechendes Spiel und dem Frust, dass die seit einigen Partien fehlende Effizienz irgendwie nicht zurückkommen will. Allerdings hatten auch zwei ehemalige Unioner ihren Anteil daran, dass ihr ehemaliger Club nun seit zwei Spielen ohne Torerfolg ist.
Seinen leichten Ärger über eine weitere verpasste Möglichkeit konnte Andreas Luthe nicht ganz verbergen. „Ich glaube, dass wir genug Chancen hatten, das Spiel zu gewinnen. Das wäre absolut möglich gewesen, das war etwas fahrlässig“, sagte der Torhüter des 1. FC Union Berlin. Sicher wären beim intensiven 0:0 gegen den SC Freiburg in der Fußball-Bundesliga auch drei Punkte drin gewesen, trotzdem waren die Köpenicker nach dem letzten Heimspiel des Jahres zufrieden. „Wenn wir die Chancen nutzen, ist hier ein schöner Heimsieg am Ende auf der Tafel“, sagte Luthe: „So ist es ein 0:0 zum Jahresabschluss. Für mich auch nicht schlecht.“
Ganz vorbei ist das Jahr zwar noch nicht, denn am Sonnabend sind die Hauptstädter ein letztes Mal beim VfL Bochum gefordert, doch in den vergangenen Begegnungen wurde schon ein unschöner Trend erkennbar. Union fehlt vor dem Tor die Durchschlagskraft. Das war am vergangenen Sonntag bei Greuther Fürth (0:1) so, und wiederholte sich nun gegen die lange gut organisierten Freiburger. „Die Effizienz hat gefehlt. Du musst mindestens ein Tor machen“, sagte Kapitän Christopher Trimmel.

Postive Bilanz der Hinrunde überwiegt bei Union Berlin

Gedankenspiele, dass die Berliner leicht auch fünf Punkte mehr auf dem Konto haben könnten und damit sogar Dritter wären, bringen wenig. Schon jetzt ist die Zwischenbilanz kurz vor dem Abschluss der Hinrunde als Achter eine positive. „16 Spieltage, 24 Punkte und Europapokalspiele am Donnerstag – Chapeau!“, lobte auch Gästetrainer Christian Streich, der mit Freiburg als Fünfter noch besser dasteht.
Und Trimmel ist mit dem derzeitigen Tabellenstand sogar „megahappy.“ Slebst mit der Rotiation, die Trainer Urs Fischer immer wieder anwirft, obwohl auch der österreichische Nationalspieler sich deshalb oft mit dem Norweger Julian Ryerson abwechseln „muss“. „Opfer“ der Rotation gegen Freiburg war etwas überraschend Ex-Nationalspieler Max Kruse, der vor 5000 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei gegen seinen Ex-Club 90 Minuten auf der Bank saß. Dabei ging es vor allem um Belastungssteuerung, sagte Trainer Fischer und erklärte: „Max hat in den letzten Spielen immer begonnen. Ich wollte ein bisschen Frische und auch ein bisschen Geschwindigkeit.“ Dieser Plan ging zwar auf, doch auch beste Chancen ließ unter anderem Nigerias Nationalspieler Taiwo Awoniyi ungenutzt.

Freiburgs Ex-Unioner Nico und Keven Schlotterbeck mit starker Partie

Nicht ganz unschuldig waren daran aber auch zwei ehemalige Unioner. Die Brüder Nico und Keven Schlotterbeck bildeten erstmals in dieser Saison die Innenverteidigung bei den Breisgauern. Beide waren in der Saison 2019/20 (Keven) beziehungsweise 2020/21 (Nico) schon jeweils für eine Saison an den Hauptstadtclub ausgeliehen und und hielten nun den Laden hinten dicht. Manchmal auch rustikal wie Nico Schlotterbeck bei einer Grätsche in der ersten Hälfte gegen Sheraldo Becker unterstrich.
Meinungsverschiedenheit: Schiedsrichter Deniz Aytekin ermahnt Nico Schlotterbeck vomn SC Freiburg nach einem Foulspiel an Sheraldo Becker vom 1. FC Union Berlin.
Meinungsverschiedenheit: Schiedsrichter Deniz Aytekin ermahnt Nico Schlotterbeck vomn SC Freiburg nach einem Foulspiel an Sheraldo Becker vom 1. FC Union Berlin.
© Foto: Andreas Gora/dpa
„Es hat riesig Spaß gemacht und ich freue mich immer hierin der Alten Försterei zu sein“, bekannte Keven Schlotterbeck nach der Partie, vor der er wie sein Bruder mit Applaus von den Union-Fans gefeiert wurden. Auch sportlich könnte eine Schlotterbeck-Verteidigung beim SC Freiburg eine Perspektive haben. „Keven ha tgut gespielt, er musste lange darauf warten und es ist besonders schön, dass er hier spielen konnte. Das hat gut gepasst“, erkärte SCF-Trainer Christian Streich und betonte: „Eine Option ist die Schlotterbeck-Abwehr in jedem Fall.“
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