Zum Schluss gab's einen „Kuss auf die Nuss“: Max Kruse, frisch verheiratet und als Siegtorschütze umjubelt, ließ am Ende einer ereignis- und erfolgreichen Woche Dampf ab – süffisant grinsend mit einem besonderen Gruß. Den „Ruhrpott-Assis“ widmete der Matchwinner von Union Berlin nach dem 1:0 (1:0) beim VfL Bochum eine eigene Instagram-Story.
Immer wieder waren im Ruhrstadion Bierbecher auf Kruse und Co. geflogen, wütende VfL-Fans trommelten mit den Fäusten auf das Dach der Gästespielerbank, wüste Beschimpfungen schallten den Union-Profis entgegen.
„Ich habe selten so asoziale Fans erlebt wie hier“, meinte Kruse zunächst im Interview mit WDR2: „Sind auf der Tribüne ganz groß und danach wieder ganz klein.“

Kruse-Video auf Instagram

Als er später im Bus saß, packte der Ex-Nationalspieler seine Kritik an einem Teil der Bochumer Zuschauer in ein spöttisches Instagram-Video. „Solche Siege wie heute schmecken einfach am besten“, sagte Kruse breit grinsend.
Der VfL sei eigentlich ein sympathischer Verein, 80 bis 90 Prozent der Fans seien „auch weiterhin sympathisch“, doch an diesem Samstag hätten sich „alle Ruhrpott-Assis in Bochum versammelt“. Sein süffisantes Schlusswort: „Aber das war wohl nichts, meine Lieben. Gute Nacht euch. Kuss auf die Nuss.“
Eigentlich hatte der 33-Jährige allen Grund, mit sich und der Welt zufrieden zu sein. Am Donnerstag heiratete er seine Verlobte Dilara, der er im Sommer bei Olympia live im Fernsehen einen Antrag gemacht hatte.

Trainer Urs Fischer rechtfertigt sich

Zwei Tage später schoss er Union per Dropkick (16.) in Bochum zum Sieg – und anderthalb Wochen nach dem Aus in der Conference League wieder auf Europa-Kurs. Eine echte Glückssträhne für den leidenschaftlichen Pokerspieler.
Geärgert hatte ihn aber schon, dass er am Mittwoch beim 0:0 gegen den SC Freiburg 90 Minuten auf der Bank sitzen musste. „Natürlich war ich angefressen“, sagte er bei Sky. Trainer Urs Fischer gab ihm tags drauf für die Hochzeit in der Englischen Woche frei und meinte, sich dafür im Nachhinein rechtfertigen zu müssen.
Am Ende sah sich der Schweizer bestätigt: „Er hat ein tolles Spiel gemacht, ein tolles Tor gemacht. Zwischendurch mal einen Tag frei zu bekommen, schadet wirklich nicht.“

Stimmung bei Union Berlin bestens

Bei den Eisernen ist nach 27 Punkten aus der Hinrunde die Stimmung bestens, beim Aufsteiger Bochum trotz 20 Zählern dagegen etwas getrübt. Denn den Jahresabschluss mit dem 0:2 in Bielefeld und dem 0:1 gegen Union hatten sich Trainer Thomas Reis und seine Spieler anders vorgestellt.
Dennoch meinte der Coach mit Blick auf das Ziel Klassenerhalt: „Wenn die magische Grenze 40 Punkte sind, dann sind wir voll im Soll.“
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