Die Diskussion ist so alt, wie die Einführung des VAR. Es war mal wieder ein Spieltag in der Fußball-Bundesliga, an dem der Sport fast ein wenig in den Hintergrund rückte. Stattdessen verursachte der Videoassistenz-Schiedsrichter Ärger. Und mittendrin der 1. FC Union Berlin, der bei Borussia Dortmund eine unglückliche 0:2-Niederlage kassierte. Dabei gab es drei Schlüsselszenen. Erst traf Marcus Ingvartsen nach zwölf Sekunden nur die Latte des BVB-Tores, später passierte dies Max Kruse mit seinem Freistoß. Zwischendrin gab es einen Elfmeter für die Dortmunder, der keiner war, in dessen Folge aber das erste Tor für die Westfalen fiel.

Reus lag lange in der Luft bevor Luthes Bein berührte

Eine Entscheidung, die Zweifel an der Urteilsfähigkeit im Kölner Keller, wo der VAR sitzt, durchaus hervorrief. Nationalspieler Marco Reus lag schon lange quer in der Luft bevor er das Bein von Union-Torwart Andreas Luthe touchiert. Schiedsrichter Daniel Schlager entschied auf Elfmeter, der auch die Überprüfung durch den VAR überstand. Zwar scheiterte Erling Haaland mit dem Elfmeter noch an Luthe, doch mit Glück bugsierte Reus den Abpraller über die Linie. Und Raphael Guerreiro zerstörte kurz vor Schluss mit dem 2:0 endgültig die Hoffnungen der Berliner auf einen Punktgewinn.
Doch der Ärger blieb. Für Kapitän Christopher Trimmel war es „zuerst eine Schwalbe, bevor der Kontakt da war“. Manager Oliver Ruhnert befand: „Im Video-Keller hätte man den Elfer zurücknehmen können.“ Und Luthe selbst formuliert es so: „Der Elfmeter war zu wenig aus meiner Sicht. Marco Reus hebt schon extrem früh ab.“ Trimmel wollte Schlager auch keinen Vorwurf machen. „Der Video-Schiedsrichter muss es sehen.“

Trotz Niederlage hat Union Berlin die Conference League im Blick

Sportlich hielt sich der Einfluss der Niederlage noch in Grenzen für die Eisernen. „In der Tabelle ist nicht viel passiert“, sagt Trimmel. Mit 43 Punkten ist als Achter zumindest die Chance auf einen Startplatz in der neuen Conference League weiter greifbar, für den am Ende Platz 7 reichen könnte. Was die Köpenicker besser machen können, erklärt Trainer Urs Fischer seit Wochen mantrartig: „Du musst wirklich sehr effizient sein und musst eben auch Tore erzielen“, erklärte Trainer Urs Fischer.

Auch Werder Bremen ärgert sich über VAR

Doch die Unioner, die sich schon vor der DFL-Entscheidung, Quarantäne-Trainingslager einzuführen, bis zum nächsten Spiel am Sonnabend im Teamhotel isolieren, waren nicht allein in ihrem VAR-Frust. Der kommende Gegner, Werder Bremen, reist mit einer ähnlichen Gefühlslage in die Alte Försterei. Für Diskussionen sorgte beim 0:1 im Kellerduell gegen den FSV Mainz 05.der vermeintliche Ausgleich von Joshua Sargent (44.), den Schiedsrichter Marco Fritz nach Ansicht der Videobilder wegen eines vermeintlichen Fouls an Torhüter Robin Zentner zurücknahm. Er wolle „kein großes Fass aufmachen“ und wolle „auf keinen schimpfen“, sagte Bremens Trainer Florian Kohfeldt. Die Schiedsrichter hätten es schwer genug. „Lasst sie Chef auf dem Platz bleiben“, forderte Kohfeldt. Fritz entschied erst nach Intervention des Videoassistenten Felix Zwayer auf Foulspiel und gab das Tor nicht.