So ist die Lage bei Union Berlin nach dem Spiel gegen SC Freiburg

Der 1. FC Union Berlin ist zum Ende der mit 24 Punkte bisher so erfolgreich verlaufenden Hinserie der Fußball-Bundesliga ein bisschen außer Tritt geraten. Im letzten Heimspiel 2021 trennten sich die Köpenicker, nach dem 0:1 am Sonntag bei Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth vom SC Freiburg torlos und verpassten es, die Breisgauer in der Tabelle zu überholen. Die Gäste mit den Brüdern Nico und Keven Schlotterbeck, die beide in den vergangenen Jahren, an der Wuhle spielten, bleiben durch den Punktgewinn nach dem 16. Spieltag auf den 5. Tabellenplatz, während die Unioner auf Rang 8 abrutschten. Damit bleibt die Heimstärke bestehen, denn das Team von Trainer Urs Fischer hat nur eines seiner letzten 25 Bundesliga-Heimspiele verloren – 2:5 gegen den deutschen Meister Bayern München.
Aufgrund der Corona-Bestimmungen war im abschließenden Heimspiel des Jahres nur eine sehr limitierte Zahl an Fans in Köpenick zugelassen. 5000 Zuschauer sahen im Stadion An der Alten Försterei zwischen Freiburg dem 1. FC Union Union. Immerhin kommt es aber nicht zu einem kompletten Geisterspiel wie gerade noch in Fürth

So ging Union Berlin ins Spiel gegen SC Freiburg

Unions Trainer Urs Fischer setzt im Vergleich zum enttäuschenden 0:1 am vergangenen Sonntag bei Greuther Fürth wieder auf seinen Topstürmer. Taiwo Awoniyi. Der neunfache Torschütze aus Nigeria bildet mit den Niederländer Sheraldo Becker den Zwei-Mann-Angriff der Köpenicker. Dafür rotierte in der Englischen Woche der frühere Freiburger Kruse aus der Startelf auf die Bank. Fischer veränderte das Team zudem auf zwei weiteren Position. Für Julian Ryerson und Kevin Behrens laufen Kapitän Christopher Trimmel und Rani Khedira auf. Und Abwehrchef Robin Knoche machte sein 50. Bundesligaspiel für eisern Union.
Beim SC Freiburg bot Coach Christian Streich gleich zwei ehemaligen Union-Profis an. Nico und Keven Schlotterbeck stehen in der Defensive beide in der Anfangsformation.. Beide Brüder waren in der Saison 2019/20 (Keven) beziehungsweise 2020/21 (Nico) schon jeweils für eine Saison an den Hauptstadtclub ausgeliehen. Der Einsatz des zuletzt am Knöchel verletzten, mit bereits zwei Treffern torgefährlichen Verteidigers, Nico Schlotterbeck galt als fraglich.

So lief das Spiel Union Berlin gegen SC Freiburg

Die Anfangsphase erwies sich durchaus als wild – mit Vorteilen für die Unioner, aber eine Flanke flog nur durch den Freiburger Strafraum und Genki Haraguchi scheiterte an SC-Torwart Mark Flekken, der sich im Fokus der niederländischen Nationalmannschaft befindet. Danach entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel bei dem beide Teams dem jeweiligen etwas mehr Raum anboten. Für die Köpenicker wäre das fast ins Auge gegangen, denn Maximilian Eggestein traf mit einem abgefälschten Schuss nur die Oberkante der Lette (8.) und später rettete der aufpassende Union-Schlussmann Andreas Luthe gegen Jeong (33.). Auf der anderen Seite hatten Haraguchi und Awoniyi (24.) die Führungschance.
In der ersten Hälfte wollten beide Mannschaften ganz offensichtlich nicht den ersten Fehler machen. Beide verteidigten vor allem energisch gegen den Ball, da war es schwer gefährliche Situation vor dem jeweiligen Tor zu kreieren. Der Auftakt zum zweiten Abschnitt verlief glücklich für Union, den Freiburgs Grifo ließ nach 30 Sekunden eine Großchance aus. Und irgendwie verloren die Platzherren ihren offensiven Faden und mussten sich bei Torwart Luthe bedanken, der gegen Kübler einen Rückstand verhinderte (59.). wofür die Fans ihren Torwart lautstark feierten. Ein bisschen wollten die Berliner aber noch mitwirken, doch Awoniyi traf nur die Latte und Freiburgs Kübler rettete auf der Linie gegen Khedira (67.). Es war der Auftakt zur Union-Schlussoffensive, aber Prömel verpasst eine Möhwald-Eingabe knapp (75.). Und hätte Luthe nicht auch noch einen Kopfball von Lienhart pariert, wäre sogar eine Niederlage drin gewesen.

Union Berlin gegen SC Freiburg – so sind die Reaktionen

Keven Schlotterbeck (SC Freiburg): Es hat riesig Spaß gemacht und ich freue mich immer hier zu sein, Union wusste genau, wie sie spielen mussten, haben über Haraguchi viel Druck gemacht. Das Remis ist gerecht. Beide Teams hatten große Chancen. Wir sind froh über einen Punkt und das wir in der Tabelle so gut dastehen.“
Grischa Prömel (1. FC Union Berlin): Ich hatte eine große Chance, da war es ärgerlich, dass ein Freiburger Spieler noch dran war. Am Ende fehlen ein paar Zentimeter. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, aber wie in Fürth hat es leider nicht zum Tor gereicht. Wir müssen weiter mutig sein und unsere gute Organisation fortsetzen, weiter wenig zu zulassen, auch wenn der Freiburger Standard am Schluss gefährlich war.
Christian Streich (Trainer SC Freiburg): Ich glaube, wir haben den Leuten im Stadion und vorm Fernsehen eine intensive Partie geboten. Wir wollten 3-5-2-System spielen, um Unons lange Bälle auf Becker und Awoniyi zu verhindern, haben das aber in der zweiten Hälfte korrigiert. Aber mit dem Ball waren wir zu unsicher. In der zweiten Hälfte hatten wir zwei große Chancen, schade, dass wir sie nicht genutzt haben. Aber bei Union ist ein Punkt immer gut, weil Union eine gute Mannschaft ist. Ich hätte schon gerne ein Tor geschossen, aber ich bin zufrieden. Chapeau an Union – 24 Punkte in 16 Spielen und das trotz der Europapokal-Belastung.
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): Ich glaube, was die Mannschaft heute abrufen konnte, war  toll. Wir müssen uns aber am Limit bewegen. Über 90 Minuten war es ein verdienter Punkt für beide Teams. Es war ein intensives Spiel. Beide Teams waren taktisch diszipliniert, zu Beginn der zweiten Hälfte hatten wir Glück. Heute war wichtig, dass wir das Wettkampfglück hatten, anders als noch in Fürth.

Union Berlin gegen SC Freiburg – die Statistik

Union Berlin – SC Freiburg 0:0
Union Berlin: Luthe - Jaeckel, Knoche, Baumgartl - Trimmel, Khedira - Gießelmann, Prömel, Haraguchi (71. Möhwald) - S. Becker (85. Voglsammer), Awoniyi (71. Behrens).
RB Leipzig: Flekken - Lienhart, K. Schlotterbeck, N. Schlotterbeck, Günter - Höfler - Kübler, M. Eggestein (85. Haberer), Jeong (77. Schade), Grifo (77. Sallai) - Höler (86. Petersen).
Tore: Fehlanzeige - Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach) - Gelbe Karten: Becker - Höfler - Zuschauer: 5000.

So geht es für Union Berlin weiter

Im letzten Spiel des Jahres 2021 müssen die Unioner beim VfL Bochum am 18. Dezember antreten. Im Ruhrstadion kommt es dann zum Aufeinandetreffen mit einem der Aufstiegshelden von 2019. Der im Sommer vom niederländischen Erstligisten Sittard ablösefrei verpflichtete Sebastian Polter entpuppt sich für den VfL mehr und mehr als Verstärkung. In jedem seiner vergangenen drei Spiele traf der ehemalige U-21-Nationalspieler (4 Tore). Gegen Union werden im Ruhrstadion erneut maximal 13.799 Zuschauenden erwartet. Diese hohe Zahl stehe im Einklang mit der Coronaschutzverordnung in Nordrhein-Westfalen, erklärte der VfL.

Und sonst noch bei Union Berlin?

Der 1. FC Union Berlin ist beim der Champions-Wahl in gleich doppelt gewonnen. Sowohl in der Kategorie der besten Mannschaft als auch mit Urs Fischer als Trainer des Jahres stellten die Köpenicker zwei Titelträger. Nicht nur damit sorgte Stadionsprecher Christian Arbeit schon vor dem Anpfiff für Applaus in der Alten Försterei. Erst bekannte er Respekt für die Fans des SC Freiburg, die „an einem Mittwochabend die wohl längste Reise in der Fußball-Bundesliga angetreten haben“ und begrüßte explizit die Gebrüder Schlotterbeck. Zwischen Berlin und dem Breisgau liegen rund 800 Kilometer. Zudem begrüßte er „einen der besten Trompeter beim Weihnachtssingen“, Daniel Wolf, der einst bei Union Berlin angestellt nun wie Ex-Union-Spieler Florian Bruns im Staff des SC Freiburg arbeitet. Und als Arbeit noch einmal das „verrückte, anstrengende Jahr 2021“ Revue pasieren lassen wollte, unterbrachen ihn die Fans und riefen „Eisern Union, Eisern Union“. Sie wollten endlich Fußball sehen.