Ganze 19 Punkte liegt der 1. FC Union Berlin derzeit vor dem Tabellenvorletzten FSV Mainz 05. In einer Favoritenrolle sieht Trainer Urs Fischer seine Mannschaft vor dem Auswärtsspiel am Sonnabend allerdings nicht. Im Gegenteil: „Ich erwarte wirklich ein sehr schweres Spiel“, lautet die nüchterne Einschätzung des Schweizers auf einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag.
Die jüngsten Spiele hätten gezeigt, dass die Mainzer durchaus kompakt seien und sehr aggressiv gegen den Ball gearbeitet hätten, betonte Fischer. „Ich gehe davon aus, dass es von unserer Seite ein sehr gutes Spiel braucht, um da was mitzunehmen.“

Kruse und Ujah fallen weiter aus

Verzichten müssen die Eisernen dabei weiterhin auf Angreifer Max Kruse, der sich nach wie vor von einem Muskelbündelriss erholt. Auch Mittelstürmer Anthony Ujah fällt für absehbare Zeit aus. Der Nigerianer, der einst se unterzog sich Fischer zufolge erst am Mittwoch einer Operation am Knie. Aufgrund von Entzündungen müssen zudem Rechtsaußen Sheraldo Becker und Mittelfeldspieler Grischa Prömel die Partie aus der Ferne verfolgen.
Dennoch gibt es einen Lichtblick hinsichtlich des ansonsten stark dezimierten Berliner Angriffs. Petar Musa, der von Union noch kurz vor Transferschluss verpflichtet worden war, werde Sonnabend zur Verfügung stehen. Dies bestätigte der Kommunikations-Chef des 1. FC Union, Christian Arbeit, auf Nachfrage der digital zugeschalteten Journalisten.

Quarantäne rechtzeitig zu Ende

Der 22-jährige Musa wechselte vom tschechischen Verein Slavia Prag an die Alte Försterei. Seit seiner Einreise aus dem jüngst als Hochrisikogebiet eingestuften Nachbarland befindet sich der Stürmer in einer sogenannten Arbeitsquarantäne. Der Club habe dabei stets in engem Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt gestanden, betonte Arbeit.
Bei allen erforderlichen Auflagen war es dem Neuzugang dennoch möglich, bereits einige Trainingseinheiten zu absolvieren. So habe er nicht nur seine Mannschaftskollegen kennenlernen können, berichtete Fischer. Auch von den Gepflogenheiten der Köpenicker erhielt er einen ersten Eindruck. „Er macht das im Moment recht gut“, lautet das Zwischenfazit des Trainers.
Entsprechend erleichtert zeigte sich Fischer, dass der Kroate nun rechtzeitig für das Auswärtsspiel am Sonnabend aus der Quarantäne kann: „Wir sind froh, dass wir mit Petar Musa einen zusätzlichen Stürmer bekommen haben.“ Immerhin gehe es nun in die entscheidende Phase, mahnt der 54-Jährige: „Jetzt geh es ums Eingemachte.“

4:0 kein Grund zur Entspannung

Es verwundert daher wenig, dass der Schweizer auch in dem souveränen 4:0-Sieg im Hinspiel kaum Grund zur Entspannung sieht. „Ich glaube, Mainz hatte nicht den besten Tag.“ Blicke er auf die vergangenen Spiele, meinte Urs Fischer, könne er jedenfalls sehen, dass die vom Abstieg bedrohte Mannschaft ein anderes Gesicht zeige.
Er habe somit nicht vor, den Gegner zu unterschätzen, so viel ist für den Union-Trainer sicher. Ganz gleich auf welchen Tabellenplatz sich dieser befindet. „Auch wenn das vielleicht Gegner sind, die im Moment im Hintergrund stehen, bedeutet das noch lange nicht, dass sie von der Qualität her schlechter sind.“ Seine Herangehensweise sei es daher, von Spiel zu Spiel zu denken. In diesem Sinne: „Die nächste Aufgabe heißt Mainz.“