So ist die Lage beim 1. FC Union Berlin

Das vergangene Heimspiel der Köpenicker gegen das Team aus der Stadt, die es ja eigentlich gar nicht geben soll, haben sicherlich viele eiserne Anhänger noch in guter Erinnerung. Am 7. November 2020 siegten ihre Lieblinge in der Alten Försterei mit 5:1 gegen gegen Arminia Bielefeld. Es ist bis heute der höchste Erfolg der Berliner in der ersten Bundesliga. Diesmal ging es mit einem 1:0-Erfolg knapper zu. Die Berliner bleiben in der Tabelle mit neun Punkten Achter.

So fiel das Tor

1:0 Kevin Behrens (87.)
Der eingewechselte Unioner erobert im Strafraum den Ball, dreht sich um Gegenspieler Amos Pieper und drischt den Ball unter die Latte.

So ging der 1.FC Union Berlin ins Spiel

Abwehrchef Robin Knoche ist rechtzeitig fit geworden, nachdem Union am Donnerstag noch von einer im Training erlittenen, nicht genauer defäinierten Blessur sprach. Der 29-Jhrige stand jedenfalls genauso in der Startelf wie Andreas Voglsammer. Für den Angreifer war es nach fünf Jokereinsätzen das Startelfdebüt im Union-Trikot. Durchaus nachvollziehbar, dass sich Trainer Urs Fischer für den Angreifer entschied, denn der 29-Jährige hat einige Jahre auf der Bielefelder Alm gespielt und kam vor der Saison an die Wuhle. Da auch Max Kruse und Kapitän Christopher Trimmel ihre Knöchelprobleme überwunden hatten, standen auch sie in der Startelf. Kruse, Vogelsammer und Taiwo Awoniyi bildeten gegen die vor dem Spiel noch sieglosen Gäste eine starke Offensivformation.

So lief das Spiel gegen Arminia Bielefeld

Die ersten 20 Minuten verliefen noch hoffnungsvoll für die Anhänger der Unioner. Ihre offensiv eingestellte Mannschaft übernahm die Initiative. Besonders auffällig der Ex-Bielefelder Voglsammer. Doch weder Trimmel noch Kruse konnten mit ihren Kopfbälle Stefan Ortega im Arminia-Tor überwinden. Nach einer halben Stunde trat dann der Fußball in den Hintergrund. Beim Kopfballduell knallten Unions Timo Baumgartl und Arminia-Stürmer Klos zusammen.
Während der Bielefelder nach kurzer Behandlung weiterspielte, musste der eiserne Innenverteidiger mit einer Halskrause von Sanitätern vom Platz getragen werden. Ein Schockmoment, aber „Timo, Timo“-Sprechchöre der Fans unterstützten den Spieler, während die Bielefelder Anhänger mit ihren Gesängen sich den Zorn des restlichen Publikums auf sich zogen. Der Unioner war auf dem Platz kurz bewusstlos, aber dann wieder ansprechbar und wurde ins Krankenhaus gebracht, erklärte Stadionsprecher Christian Arbeit nach dem Abpfiff. Die Diagnose lautete später: schwere Gehirnerschütterung, und wird sicher ein etwas längere Pause nach sich ziehen. Für Baumgartl kam der Eisenhüttenstädter Paul Jaeckel und neuer Schwung in das einfallslose Spiel der Platzherren, indes ohne zählbaren Erfolg.
Das der Herbst gekommen ist, merkten die Stadionbesucher auch daran, dass die zweite Hälfte bereits unter Flutlicht begann. Das Spiel der Unioner wurde indes nicht so stark erleuchtet, wie es sich der ruhig an der Seitenlinie stehende oder sitzende Trainer Urs Fischer erwünschte. Stattdessen liefen seine Schützlinge immer wieder ins Abseits. So ließ sich der Arminia-Riegel um die Innenverteidiger Pieper und Nilsson über 90 Minuten bei allen Bemühen von Kruse, Trimmel, dem eingewechselten Becker und Co. nicht knacken. Und hätte Luthe nicht gegen Klos (59.) und vor allem Brunners Schuss (61.) nicht so glänzend pariert, wer weiß? So aber kam noch der eine Moment von Kevin Behrens.
Kevin Behrens traf auch gegen Arminia Bielefeld.
Kevin Behrens traf auch gegen Arminia Bielefeld.
© Foto: Robert Michael/dpa

Die Stimmen zum Spiel Union Berlin - Arminia Bielefeld

Kevin Behrens (Siegtorschütze 1. FC Union Berlin): „Es fühlt sich alles sehr geil an. Es war mein erstes Bundesligator und hat noch zum Sieg geführt. Und das vor heimisches Kulisse. Das ist ein überragendes Gefühl.“
Andreas Voglsammer (1. FC Union Berlin): „Ein Startelf-Debüt gegen den alten Verein hat sich schön angefühlt. Dafür arbeite ich aber auch tagtäglich. Am Schluss waren wir dann wieder da, weil der Arminia ein bisschen die Kraft ausgegangen ist.“
Frank Kramer (Trainer Arminia Bielefeld): „Wir sind enttäuscht. Es war ein intensives Spiel. In der ersten Hälfte hatten wir nicht die Ischerheitm weil Union mit Wucht kam. In der zweiten Hälfte hatten wir die Möglichkeiten, aber haben sie liegen lassen.. Am Schluss ist uns noch der Punkte entrissen worden. Union ist in so einer Situation da, wo es etwas zu holen gibt.“
Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): „Das Fazit ist positiv, weil die Meldung aus der Charité positiv ist. Timo hat eine schwere Gehirnerschütterung, sonst geht es ihm gut. In der zweiten Hälfte hatten wir einen Hänger, aber einen Torwart, der da war. Nach zwei eher unglücklichen Niederlagen gegen Slavia Prag und Borussia Dortmund war der Sieg schon wichtig un darf gefeiert werden. Der Lucky Punch war ein tolles Tor und bringt uns drei wichtige Punkte, auch für den Klassenerhalt.“

So sieht die Statistik der Partie Union Berlin - Arminia Bielefeld aus

FC Union Berlin – Arminia Bielefeld 1:0 (0:0)
Union Berlin: Luthe - Friedrich, Knoche, Baumgartl (35. Jaeckel) - Trimmel (80 Ryerson), Khedira, Gießelmann - Kruse, Prömel (80. Haraguchi) - Voglsammer (66. Behrens), Awoniyi (66. Becker)
Bielefeld: Ortega - Brunner (80. de Medina), Pieper, J. Nilsson, Laursen (78. Andrade) - Prietl, Schöpf (78. Kunze) - Lasme (62. Wimmer), Okugawa (78. Krüger), Hack - Kloß
Tor: 1:0 (87.) Behrens - Schiedsrichter: Fritz (Korb) - Gelbe Karte: Becker - – Zuschauer: 11.011

So geht es beim 1. FC Union Berlin weiter

Für die Eisernen beginnen nun die europäischen, englischen Wochen. In der Gruppenphase der Conference League erwarten die Berliner Maccabi Haifa am Donnerstag in der Alten Försterei. Am Sonntag geht es dann gleich weiter in der Bundesliga wartet auf die Eisernen am Sonntag in der Bundesliga die nächste Aufgabe. Beim FSV Mainz gilt es den ersten Auswärtssieg ins Visier zu nehmen.

Und sonst noch beim 1. FC Union Berlin?

Ganz offenbar musste der Verein einiges an Geldstrafe berappen, nach den vergangenen Heimspielen. Schließlich wurde sicher nicht ohne Grund eine deutliche Mahnung von Stadionsprecher Christian Arbeit an die Anhänger gerichtet: „Bitte werft keine Becher und sonstiges auf den Platz. Das bringt nichts und wird für den Verein richtig, richtig teuer.“ Dazu wurde ein Videoclip eingespielt, der Union-Idol Torsten Mattuschka mit Becher zeigt und launigen Worten: „Da bin ich ja drauf, denn kann man gar nicht wegwerfen.“ Für die Anhänger war indes klar – das Mattuschka-Lied musste erklingen: „Torsten Mattuschka, du bist der beste Mann“ und „Hau ihn rein für den Verein.“