Auf einer emotionalen Jubelrunde genossen die erleichterten Profis von Eintracht Frankfurt mit ihren euphorischen Fans den in letzter Sekunde erzwungenen ersten Saison-Heimsieg in der Fußball-Bundesliga. „Wir genießen den Moment“, sagte Eintracht-Trainer Oliver Glasner mit einem breiten Lächeln nach dem 2:1 (1:1) gegen den 1. FC Union Berlin.
Die Gäste aus Köpenick haderten dagegen mit dem späten Gegentreffer. Am Ende einer anstrengenden Woche mit dem Derby-Sieg gegen Hertha BSC und dem Erfolg bei Maccabi Haifa in der Conference League ging die Mannschaft von Trainer Urs Fischer leer aus.
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„Verdienter Sieg für Frankfurt“

„Es war ein verdienter Sieg für Frankfurt. Es ist unglücklich für uns, mit dem letzten Angriff das 1:2 zu bekommen“, sagte der Schweizer. Die Analyse von Fischer fiel kritisch aus: „Ich habe eine schwache erste Halbzeit meiner Mannschaft gesehen, da war Frankfurt in allen Belangen überlegen. Die zweite Hälfte konnten wir ausgeglichener gestalten. Wir müssen aus solchen Aktionen lernen.
Zum fünften Mal in den letzten sechs Spielen hatten die Hessen in der Nachspielzeit noch einen Treffer erzwungen. „Es zeichnet uns aus, dass wir nie aufgeben. Am Ende war es verdient. Wahnsinn“, sagte Glasner und verteilte noch ein Extra-Lob an Matchwinner Ndicka: „Er hatte beim Kopfball einen Luftstand wie Michael Jordan zu seinen besten Zeiten.“
Das späte Tor war der Lohn für einen starken Auftritt im Duell der beiden Europapokal-Teilnehmer. Durch den Sieg schaffte die seit nunmehr sechs Pflichtspielen ungeschlagene Eintracht als Zwölfter mit 18 Punkten den Anschluss ans obere Tabellenmittelfeld – nur noch zwei Zähler hinter den Berlinern auf Rang sechs.
Vor 24 000 Zuschauern brachte Djibril Sow die Gastgeber in der 22. Minute in Führung, die Max Kruse (62.) mit einem verwandelten Foulelfmeter ausglich. Trotzdem reichte es für Union Berlin nicht zum Remis.

Selbstkritik bei Union Berlin

Die Hessen wirkten wesentlich frischer und agiler als die Gäste, die nach ihrem Conference-League-Spiel in Haifa am Freitag von Israel direkt nach Frankfurt geflogen waren. „An der Reise hat es aber nicht gelegen“, sagte Fischer.
Nach dem Wechsel konnte sich Union zwar etwas vom bis dahin übermächtigen Druck der Hessen befreien und die Partie ausgeglichener gestalten. Der Ausgleich fiel jedoch wie aus dem Nichts. Ndicka traf Taiwo Awoniyi im Strafraum am Fuß, den fälligen Elfmeter verwandelte Kruse sicher. Doch dann kam in letzter Sekunde der Auftritt von Ndicka, der die Frankfurter spät belohnte.
Bei Union Berlin herrschte nach dem Schlusspfiff Enttäuschung. „Wir sind eigentlich mit breiter Brust angereist. Dass wir dann in der letzten Minute den Gegentreffer bekommen, ist natürlich sehr bitter. Wir waren nicht so griffig, wie in den Spielen zuvor“, erklärte Mittelfeldspieler Grischa Prömel. Und Rani Khedira ergänzte: „Es war ein bitterer Nachmittag. Die erste Halbzeit war wirklich nicht gut von uns.“